Der SV Werder Bremen um Cheftrainer Markus Anfang hat sich mit 3:2 gegen Fortuna Düsseldorf durchgesetzt - die Taktik-Analyse.
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Der SV Werder Bremen um Cheftrainer Markus Anfang hat sich mit 3:2 gegen Fortuna Düsseldorf durchgesetzt - die Taktik-Analyse.

Werder gewinnt 3:2 in Düsseldorf

Idee gut, Ausführung mit Mängeln: Werder und der Spielaufbau gegen Düsseldorf in der Taktik-Analyse

Düsseldorf - Werder Bremen und Fortuna Düsseldorf überzeugen am zweiten Spieltag mit einem starken Spielaufbau. Warum beide Defensivreihen keinen Zugriff auf den Gegner erhielten und wie Werder die Partie für sich entschied: die Taktik-Analyse von Tobias Escher.

Zwei Jahre lang hat Werder Bremen das Spiel mit dem Ball eher stiefmütterlich behandelt. Trainer Florian Kohfeldt fokussierte sich im Abstiegskampf maßgeblich auf die Defensive. Sein Nachfolger Markus Anfang steht in Liga zwei vor einer anderen Aufgabe: Als Aufstiegsfavorit muss Werder gegen viele Gegner das Spiel gestalten. Auch am zweiten Spieltag stand Werders Spielaufbau im Vordergrund.

Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf in der Taktik-Analyse: 4-3-3 gegen 4-4-2

Gegen Fortuna Düsseldorf stellte Markus Anfang sein Team erneut in seiner favorisierten 4-3-3-Variante auf. Josh Sargent begann als Rechtsaußen. Der gelernte Innenverteidiger Marco Friedl übernahm die Position des Linksverteidigers. Düsseldorfs Trainer Christian Preußer wählte eine 4-4-2-Variante. Beide Teams begannen das Spiel mit einem hohen Pressing. Die Fortuna fand dabei zunächst besser ins Spiel: Sie überzeugten mit hoher Flexibilität. Khaled Narey rückte als Rechtsaußen weit nach vorne, sodass aus dem 4-4-2 ein 4-3-3 wurde. Düsseldorf konnte somit hohen Druck herstellen. Sie verbuchten mehr Ballgewinne und hatten in der Anfangsphase mehr Ballbesitz als Werder Bremen.

Erst nach und nach wurde Werders Idee für das Ballbesitzspiel sichtbar. Auf links hielt sich Friedl zurück. Im Spielaufbau bildete er eine Dreierkette mit den beiden Innenverteidigern. Rechtsverteidiger Manuel Mbom rückte hingegen weit nach vorne. Er bot sich als Rechtsaußen an, während Josh Sargent ins Zentrum zog. Werder stellte im Aufbauspiel aus dem 4-3-3 ein 3-1-5-1 her.

Wenig Zugriff auf beiden Seiten : Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf in der Taktik-Analyse

Werders flexibles Aufbauspiel stellte Düsseldorf vor Herausforderungen. Zunächst war es Narey gelungen, hohen Druck auf Friedl auszuüben. Nach und nach befreite sich Werder Bremen jedoch besser gegen das Düsseldorfer Pressing. Zudem konnten die Hausherren das hohe Tempo der Anfangsminuten nicht halten. Nun kamen die Vorteile von Werders Aufbau zum Vorschein: Sie besetzten die Räume im offensiven Mittelfeld mit zahlreichen Spielern. Nicht nur die Achter Yuya Osako und Niklas Schmidt boten sich zwischen den gegnerischen Linien an, sondern auch Sargent. Störte Düsseldorf früh, kam Werder ins Schwimmen. Sobald diese sich weiter zurückzogen, konnten Ömer Toprak und Maximilian Eggestein die entscheidenden Pässe zwischen die Linien spielen.

Dass Werder Bremen die Partie dennoch kaum dominierte, lag an zwei Faktoren. Erstens: Sie spielten die eigenen Angriffe nicht sauber aus. Gerade die Bälle ins Mittelfeld waren häufig zu ungenau. Wie bereits gegen Hannover hieß es: gute Ansätze, schlechte Ausführung. Der zweite Faktor: der Gegner. Auch Fortuna Düsseldorf hatte einige Varianten im Gepäck. Werder versuchte, im Mittelfeld durch eine enge Manndeckung den Gegner aus dem Spiel zu nehmen. Düsseldorfs Doppelsechs entzog sich dieser Manndeckung, indem sie weit zurückfiel. Edgar Prib etwa bewegte sich immer wieder auf die Linksverteidiger-Position. Die Düsseldorfer Außenverteidiger konnten somit weit vorrücken. Während Werder hauptsächlich über das Zentrum vorstieß, wählte Düsseldorf den Weg über die Flügel.

Der Spielaufbau von Werder Bremen: Manuel Mbom rückte als Rechtsverteidiger weit nach vorne, während sich Marco Friedl links zurückhielt. Josh Sargent konnte dadurch einrücken und helfen, den Raum zwischen den gegnerischen Viererketten zu besetzen.

Werder Bremen: Die Taktik von Trainer Markus Anfang in der Analyse - ein Fehler machen den Unterschied

Es kennzeichnete das Spiel, dass beide Teams wenig Zugriff auf den Spielaufbau des Gegners erhielten. Es entstand ein ausgeglichenes Spiel, in jeder Hinsicht: Beide Teams hatten nahezu gleich viel Ballbesitz (53 Prozent zu 47% für Werder Bremen), nach Torschüssen führte Bremen knapp mit 17:14. Wer den eigenen Spielaufbau besser in die gegnerische Hälfte trug, hatte die Oberhand. Das war bis zur 70. Minute Werder, das dank eines guten Angriffs und eines Standards 2:1 führte.

Markus Anfang veränderte in der Schlussviertelstunde seine Strategie. Er brachte Felix Agu für Stoßstürmer Niclas Füllkrug (68.) und schickte Osako in den Sturm. Werder Bremen setzte fortan auf schnelle Konter. Die Bremer wollten vor allem das Tempo der Außenstürmer nutzen. Tatsächlich wurde es immer gefährlich, sobald Sargent auf die gegnerische Abwehrkette zulief. Wichtiger war eine Umstellung in der Defensive: Werders Außen agierten nun wesentlich tiefer. Teilweise ließen sie sich auf die Höhe der eigenen Abwehrkette fallen, um Düsseldorfs Außenverteidiger zu verfolgen. Häufig verteidigte Werder somit mit fünf Spielern in der letzten Linie. Die Defensivreihe blockierte somit den wichtigsten Angriffsweg der Fortunen über die Flügel.

Turbulente Schlussphase: Werder Bremen schlägt Fortuna Düsseldorf mit 3:2

Am Ende wurde es noch einmal spannend. Düsseldorfs Verteidiger schlugen den Ball in den Schlussminuten hoch und lang in den Strafraum. Mit diesem Hauruck-Fußball erzielte die Fortuna den Ausgleich. Doch Werder Bremen schaltete direkt um, warf im anschließenden Angriff ebenfalls zahlreiche Spieler nach vorne. In einer turbulenten Schlussphase sicherten sie sich den 3:2-Sieg. Die Schlussphase passte so gar nicht zu einer Partie, die zuvor äußerst kontrolliert abgelaufen war. Werder punktete in den ersten sechzig Minuten mit einem starken Spielaufbau, ehe die Bremer in der Schlussphase auf eine tiefere Defensive umstellten. In letzterem Punkt herrscht noch Nachholbedarf. Werder wäre schließlich nicht Werder, wenn die Defensive besser funktionieren würde als die Offensive.

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