Der SV Werder Bremen tritt als eingeschworene Einheit auf - auch bei der Gala gegen Schalke 04 war der Teamgeist Trumpf.
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Der SV Werder Bremen tritt als eingeschworene Einheit auf - auch bei der Gala gegen Schalke 04 war der Teamgeist Trumpf.

Tabellenführer trumpft auf

Teamgeist statt Ego-Trips: Werder Bremen präsentiert sich als Einheit und trotzt so allen Widerständen

Bremen – Sie hätten einfach schnell hintereinander verschwinden, sich die verdiente Erholung in der Kabine abholen können. Doch die Spieler des SV Werder Bremen hatten noch etwas zu erledigen. Nicht obwohl, sondern weil sie nach 45 Minuten gegen den FC Schalke 04 mit 2:0 führten. Und so fanden sich Marvin Ducksch und Co. noch auf dem Platz für einen kurzen Moment als Gruppe zusammen, klatschten sich ab und diskutierten erste Szenen. Erst danach ging es in die Halbzeitpause. Gemeinsam. Man mag solche Bilder schnell überwerten, aber womöglich drücken sie tatsächlich mehr über diese Mannschaft aus.

Seit Monaten schon loben Profis und Verantwortliche beim SV Werder Bremen unisono den überragenden und außergewöhnlichen Teamgeist – und wer den aktuellen Tabellenführer spielen sieht, kommt nicht um die Erkenntnis herum, dass da tatsächlich eine Einheit auf dem Platz steht. Ganz egal, ob die Leistung nun eine starke wie auf Schalke (4:1) oder eine eher schwächere wie gegen Ingolstadt gewesen sein mag. Da ist jeder Akteur wichtig, ob Stammkraft oder Bankdrücker, ob Routinier oder Nachwuchshoffnung. Das schweißt zusammen und lässt Probleme kleiner wirken.

Werder Bremen-Teamgeist: Rückschläge und Ausfälle schweißen Mannschaft noch mehr zusammen

„Die Mannschaft geht mit Rückschlägen sehr gut um“, adelt etwa Trainer Ole Werner seine Spieler. Und Clemens Fritz, Werders Leiter Profifußball, ergänzt im Gespräch mit der DeichStube: „Die vergangene Woche war wieder nicht einfach mit den Ausfällen. Man hat aber gemerkt, dass wir ein tolles Mannschaftsklima haben und sich die Jungs gegenseitig unterstützen.“ Die Folge war der imponierende Auftritt des SV Werder Bremen in Gelsenkirchen. „Jeder war aktiv, wollte den Ball haben. Die Spieler haben miteinander gesprochen, sich unterstützt und gewusst, dass sie es als Team schaffen können“, schwärmt Fritz. „Wir wussten, dass wir gegen Schalke eine Topleistung abrufen mussten – und das hat die Mannschaft super umgesetzt.“

Werder Bremen: Eingeschworene Einheit ohne Egoisten - Ersatzspieler feiern überschwänglich mit

Marvin Ducksch bestätigt, dass die personellen Engpässe nach den Abwehr-Ausfällen von Ömer Toprak, Milos Veljkovic und Christian Groß mehr Ansporn als Beeinträchtigung waren: „Wir haben auch für die Jungs gespielt, die uns leider nicht zur Verfügung gestanden haben. Das zeigt einfach unseren Teamspirit.“ Wie auch die Bilder nach seinen beiden Treffern zum zwischenzeitlichen 3:0 und 4:0 für Werder Bremen gegen Schalke.

Als Ducksch jeweils zum Jubeln in Richtung Gästeblock abdrehte, waren die sich aufwärmenden Ersatzspieler stets die allerersten Gratulanten. Sie feierten derart überschwänglich mit, als hätten sie selbst gerade das Tor erzielt. Szenen wie diese werden gern bei Welt- und Europameisterschaften herausgepickt, wenn es Belege für eingeschworene Einheiten ohne Egoisten auf dem Weg zum Titel braucht. Werder Bremen beweist diese Qualitäten ein paar Ebenen tiefer – womöglich wird aber genau dieser Teamgeist auch in der 2. Liga ein ganz entscheidender Faktor sein. (mbü)

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