Cheftrainer Florian Kohfeldt hat durchaus gefallen, was sein SV Werder Bremen in den Testspielen gegen den FC Groningen und den FC St. Pauli abgeliefert hat. Dennoch gilt: Ball flachhalten.
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Cheftrainer Florian Kohfeldt hat durchaus gefallen, was sein SV Werder Bremen in den Testspielen gegen den FC Groningen und den FC St. Pauli abgeliefert hat. Dennoch gilt: Ball flachhalten.

Fünf Werder-Testspiele, fünf Siege

Werder Bremen gewinnt auch Tests gegen Groningen und St. Pauli - Trainer Florian Kohfeldt: „Ball flachhalten“

Das Schwärmen hätte Florian Kohfeldt gerne anderen überlassen. Ging aber nicht. Denn auch er, der Trainer des SV Werder Bremen, konnte sich seine Zufriedenheit nach den Testspiel-Siegen gegen den FC Groningen und den FC St. Pauli nicht verkneifen.

Update: Werder Bremen testet wieder gegen den FC St. Pauli - hier geht es zum Live-Ticker! Außerdem könnt Ihr das Werder-Testspiel gegen St. Pauli live im Internet-TV verfolgen.

Lohne - Nach einem mit zwei Testspielen ausgefüllten Tag stand Florian Kohfeldt vor den Mikrofonen und predigte Dinge wie „Ball flachhalten“, „nicht abheben“ und was man sonst noch so sagt, wenn man den Ball flachhalten und nicht abheben will. Das Problem dabei: Kohfeldt schaffte es nicht, das Lächeln konsequent aus dem eigenen Gesicht fernzuhalten. Zu gut war es für Werder Bremen vor 500 Zuschauern in Lohne beim 4:0 über den niederländischen Erstligisten FC Groningen und beim 1:0 über den deutschen Zweitligisten FC St. Pauli gelaufen.

Werder Bremen: Erfolgreiche Testspiele gegen Groningen und St. Pauli - Florian Kohfeldt gefällt‘s

„Wetter war gut, Stimmung war gut, fünf Tore gesehen, keines kassiert - ich hatte schon schlechtere Samstage", grinste Florian Kohfeldt, dessen Spieler im Grunde durch die Bank das gemacht hatten, was er sehen wollte – angefangen bei Torwart Nummer drei Eduardo Dos Santos-Haesler, der gegen St. Pauli mit einer späten Parade den Sieg sicherte, bis zu Josh Sargent, Tahith Chong und Johannes Eggestein, die im ersten Spiel den FC Groningen auseinandergenommen hatten. So konnte Kohfeldt nach Abpfiff des Doppelpacks über fünf erzielte Tore und die doppelte Null in der Defensive sprechen: „Ich freue mich über beide Zahlen, weil sie beide etwas aussagen.“ Nämlich dass Werder Bremen etwas gefunden zu haben scheint, was in der vergangenen Saison fast durchgängig gefehlt hatte: die Balance zwischen Angriff und Abwehr. „Wir sind stabil geblieben. Gerade im Spiel gegen St. Pauli hat der Gegner nach einer Stunde noch mal viele frische Kräfte gebracht, und wir sind trotzdem stabil geblieben. Das war gut“, sagte Kohfeldt.

Milot Rashica hatte das Spiel gegen die Hamburger mit einem satten Schuss aus der Distanz entschieden (43.). Auch das ein mehr als erwähnenswerter Moment, denn für Rashica war es das erste sportliche Ausrufezeichen in einer Saisonvorbereitung, in der er bislang nur Gegenstand von Wechselspekulationen gewesen ist. „Den kann man mal so machen“, sagte Kohfeldt über den Sonntagsschuss am Samstagnachmittag. Der kaschierte allerdings auch etwas, dass es bei Werder Bremen gegen St. Pauli mit dem Sturmduo Niclas Füllkrug und Davie Selke nicht so gut geklappt hatte. Die beiden Mittelstürmer traten bis auf eine Top-Chance für Selke (80.) kaum in Erscheinung. Statt dies zu kritisieren, stellte Florian Kohfeldt lieber die Leistung des Gegners nach vorn: „St. Pauli hat es richtig gut gemacht, hat uns kaum Räume gegeben.“

Das war im ersten Match noch ganz anders gewesen. Die erste Halbzeit gegen den FC Groningen, der ohne seinen Alt-Star Arjen Robben nach Lohne gekommen war, stand unter der Überschrift „Tore schießen leicht gemacht“. Josh Sargent (10.), Johannes Eggestein (15. nach Traumpass von Patrick Erras), Leonardo Bittencourt (25.) und Tahith Chong mit seinem ersten Treffer im Werder-Trikot (34.) sorgten für die Bremer Tore. „Vier Stück in einer Halbzeit – das ist gegen Groningen nicht selbstverständlich“, lobte Werder-Sportchef Frank Baumann. Zumal die Niederländer nicht etwa die Reservisten, sondern das beste Team gegen den SV Werder Bremen auf den Platz geschickt hatte. „Wir haben die Räume, die sie uns geboten haben, einfach gut genutzt. Das war eine sehr ansprechende Leistung“, urteilte der Manager. Kohfeldt sah es grundsätzlich auch so, hätte aber gerne noch mehr Tore gesehen: „Ich war mit der Gier im Strafraum gar nicht so zufrieden.“ Aber das war Klagen auf hohem Niveau.

Werder Bremen gewinnt alle fünf Testspiele - Coach Florian Kohfeldt will nicht abheben

Nach der kleinen Torflut vor der Pause passierte in Halbzeit zwei nicht mehr viel aus Bremer Sicht – bis auf dies natürlich: Werder Bremen, in der Abwehr von Marco Friedl organisiert, hielt den Kasten sauber, ließ gegen nun druckvollere Groninger nur einen Pfostenschuss von Sam Schreck (60.) zu. „Wir wollen unbedingt zu null spielen, weil wir letzte Saison zu viele Gegentore bekommen haben. Es freut einen, wenn man - bis auf wenige Ausnahmen - stabil steht“, sagte Friedl hinterher.

Florian Kohfeldt freute das auch. Doppelt sogar. Denn auch die Abwehrreihe gegen St. Pauli, in der Niklas Moisander seinen Wiedereinstieg in den Spielbetrieb feierte, ließ nichts Entscheidendes zu. Das sei „ein guter Schritt“ in der Entwicklung, die beiden Testspiele hätten „gute Erkenntnisse“ gebracht, meinte der Coach, Aber es waren eben nur Testspiele. Zwei weitere jedoch, die mit einem Werder-Sieg endeten. Werder Bremen hat alle fünf Partien seit Vorbereitungsstart gewonnen. Das nennt man eine starke Frühform. Doch sich darauf etwas einzubilden, wäre ein Riesenfehler, meinte Kohfeldt und kam zu den Themenpaketen „Ball flachhalten“ und „nicht abheben“.

Er lässt seine Spieler jetzt erstmals in der Vorbereitung richtig durchschnaufen. Am Sonntag steht nur Regeneration auf dem Trainingsplan, Montag und Dienstag ist frei. „Und dann gehen wir in den letzten Teil. Da geht es nur noch um Frische und darum, gallig zu sein, wenn wir in zwei Wochen zum Pokalspiel nach Jena fahren. Dort wollen wir von der ersten Sekunde keinen Zweifel daran aufkommen lassen, wer dieses Spiel gewinnt.“ Vor dem ersten Ernstfall liegt aber noch die Generalprobe. Am kommenden Samstag bestreitet Werder Bremen gegen Hannover 96 das letzte Testspiel. (csa)

Werder Bremen-Testspiel-Doppelpack gegen Groningen und St. Pauli: Der Live-Ticker zum Nachlesen

Werder Bremen hat seine Testspiele gegen den FC Groningen und den FC St. Pauli in Lohne gewonnen. Lest die Spielverläufe im Live-Ticker der DeichStube* nach.

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19.08 Uhr: Tja, und was gibt es sonst noch zu sagen? Richtig: nichts mehr. Danke fürs Ticker-Lesen und bis zum nächsten Mal!

19.06 Uhr: Zweites Testspiel, zweiter Sieg: Nach dem 4:0 gegen den FC Groningen setzt sich Werder Bremen auch gegen den Zweitligisten FC St. Pauli in Lohne durch. Am Ende stand ein knapper, aber nicht unverdienter 1:0 (1:0)-Erfolg. Den Treffer des Tages erzielte Milot Rashica (43.). Im Vergleich zum Groningen-Test tat sich die zweite Werder-Mannschaft deutlich schwerer und spielte sich weniger Chancen heraus.

Werder Bremen: Dos Santos-Haesler - Gebre Selassie, Groß, Moisander, Agu - Gruev (78. Straudi), M. Eggestein, Osako, Rashica (67. Schmid) - Selke, Füllkrug (67. Dinkci)

Werder Bremen gegen den FC St. Pauli und den FC Groningen - Testspiel-Doppelpack im Live-Ticker: Schluss

90. Minute: Und dann ist Schluss!

90. Minute: Die letzte Minute läuft. Was gut ist, auf der Tastatur funktionieren schon lngst nice mer al Bustabm.

89. Minute: An dieser Stelle schon mal vielen Dank an die treuen Leser, die hier vom Anfang bis zum Ende mitgelesen haben. Echt super von euch, ihr zwei!

87. Minute: 5:0 also in der Gesamtwertung beider Testspiele, wenn jetzt Schluss wäre. Das liest sich aus Werder-Sicht nicht schlecht. Bleibt es beim Sieg gegen St. Pauli, haben die Bremer fünf von bisher fünf Testspielen gewonnen. Da dürfte es schwer werden, auf dem Teppich zu bleiben und nicht schon wieder von Dienstreisen nach Mailand, Madrid und Manchester zu träumen. Also für uns.

85. Minute: Theo Gebre Selassie inzwischen übrigens mit Kapitänsbinde am Arm. Ein ungewohntes Bild, das sich aber seltsam vertraut anfühlt. 

84. Minute: Und nochmal Kohfeldt, auch in der Schlussphase des zweiten Testspiels noch immer nicht heiser. Brüllt jetzt, wie ein Arzt bei der Musterung: "Los jetzt! Freimachen!"

82. Minute: Oha. Schmid jetzt mit der beherzten Grätsche. Der Mann ist zwar nicht besonders groß, ackert aber wie ein Großer. Das gefällt.

80. Minute: Selke mal mit der Chance, toll in Szene gesetzt von Osako, trifft aber das Tor nicht.

78. Minute: Noch ein Werder-Wechsel: Ilia Gruev muss mit leichten Krämpfen runter, für ihn kommt Simon Straudi. Ailton über Gruev: "Die Junge hat gut gelaufen."

74. Minute: Come on! Knapp 20 Minuten noch zu absolvieren, wie es so richtige Fußballreporter sagen würden... und plötzlich ist wieder Feuer drin: Maik Nawrocki Balboa mit dem Ballverlust, woraufhin St. Pauli schnell macht. Serkan Tosun findet aber seinen Meister in Werders U23-Keeper Eduardo Dos Santos-Haesler.   

71. Minute: So richtig Wucht ist hier nicht mehr drin. Kann ja wieder kommen, klar. Sieht gerade aber nicht danach aus. Bleibt aber ruhig dran, hier ist noch lange nicht Schluss. Nach Abpfiff tickern wir natürlich nochmal die Highlights der beiden Testspiele weg. Nicht.

67. Minute: Doppel-Wechsel bei Werder: Schmid und Nachwuchstalent Eren Dinkci jetzt in der Partie, Rashica und Füllkrug nicht mehr.

63. Minute: Schon 150 Minuten auf der Liveticker-Uhr. Ist es eigentlich ein gutes Zeichen, wenn die Fingerkuppen taub sind? Frage für einen Freund.

60. Minute: Werder jetzt im Stile eines Kopierladen-Kundens: macht Druck. Ein 2:0 und das Ding dürfte hier durch sein. 

58. Minute: Alter. Bei St. Pauli jetzt mehr Wechsel als in jedem Cash-Depot am Flughafen, während Aitlon nonchalant fallen lässt, dass er St. Pauli-Trainer Schultz noch von früher kennt. Klar. 

58. Minute: Okay, okay, nochmal zurück zum Spiel. Als öffentlich-rechtliches Medium ist es schließlich unsere Pflicht... EGGESTEIN MIT DEM SEITFALLZIEHER, der allerdings neben das Tor streicht.   

55. Minute: Ailton, gefragt nach dem Heidenheim-Krimi im Relegationsrückspiel: "Werder Brema gehört in Bundesliga, Fußball spiele." Ein Kollege ruft sofort beim Tätowierer an, will sich diesen Satz in die Haut schreiben lassen. Leider besetzt. Zum Glück. 

53. Minute: Ailton erzählt gerade, dass er sich bis heute regelmäßig mit Ivan Klasnic trifft. Das wird ja immer besser! Genauso haben wir uns das früher immer vorgestellt. Zwei Typen, die auf dem Platz alles kaputtschießen und danach gemeinsam das Leben genießen. 

49. Minute: Maik Nawrocki jetzt übrigens für Niklas Moisander im Spiel. Was Ailton wohl bei diesen Namen denkt? "Wer!? Wo sind Ismael, Kristajic, Valdez?" Times goes by, Toni. Times goes by.

47. Minute: Ganz ehrlich Leute, hier ein Vorschlag: Solange auf dem Platz nichts nennenswertes passiert, tickern wir ab jetzt einfach, wie Ailton kommentiert, einverstanden? Falls nicht: Beschwerde-Mails bitte an deichstube1985@freenet.com.

46. Minute: Spiel läuft wieder.

Werder Bremen gegen den FC St. Pauli und den FC Groningen - Testspiel-Doppelpack im Live-Ticker: Pause

18.18 Uhr: Geil. Ailton bespielt parallel seinen Instagram-Kanal, kommentiert dabei also wie er selbst kommentiert. Hammer. Meta-Ebene kann der Typ auch.

18.16 Uhr: Toni ist da! "Hallo, hallo, alles gut?" Mit diesem Satz beginnt er seine Kommentatoren-Karriere. Was sollte denn bitteschön nicht gut sein, Toni, wenn wir deine Stimme hören... Hach! Ailton, ein Mann wie ein Tor in den Winkel.

18.15 Uhr: Wir wollen hier keinem die Stimmung vermiesen, aber habt ihr mal drüber nachgedacht, was ihr an diesem Nachmittag sonst alles hättet schaffen können, anstatt 180 Minuten plus X Werder-Testspiele zu gucken? Spazieren gehen, Freunde treffen, mit den Kindern spielen. Okay, ihr habt recht. So ist auch nicht schlecht.

18.11 Uhr: Und bevor der Torschützenkönig, der Kugelblitz und Dschungelcamp-Teilnehmer gleich am Mikro Platz nimmt, hier noch kurz das Neueste über ihn: Ailton zieht mit seiner Familie von Dallas, Texas bald wieder nach Bremen! Ist das schön! Schnüff. Entschuldigt uns kurz...  

18.06 Minute: Ahh, da geht einem das Herz auf! Der Stream sendet wieder Lohner Soundfetzen in die Redaktionsstube. Zu hören ist: "Aaaailton, oh, oh" Und sofort ist hier wieder 2004, ist wieder 3:1 in München. Der sichtlich gerührte Kollege rennt erstmal ins Abseits. Alter Nostalgiker.

45. Minute: Halftime.

Werder Bremen gegen den FC St. Pauli und den FC Groningen - Testspiel-Doppelpack im Live-Ticker: Milot Rashica trifft!

43. Minute: Und plötzlich: Das hier! Rashica fährt mit dem Ball am Fuß kurz das Tempo hoch, dribbelt schneller als andere Menschen sprinten, nimmt Maß - und schweißt die Kugel humorlos in die Maschen! 1:0 für Werder! Nur gut, dass der Verein diesen Mann hat. Nicht auszudenken, wenn der heiß umworben wäre und in diesem Sommer womöglich noch wechseln... oh.

41. Minute: So, das dritte Viertel des großen Super-Duper-Testspielsamstags neigt sich allmählich dem Ende, und Werders zweite Aufstellung des Tages ist noch immer auf der Suche. Nach den zündenden Ideen, nach Chancen - vielleicht auch nach sich selbst. Wird spannend zu hören, wie Ailton das gleich einordnet.

39. Minute: Puh. Rashica mit einer Ecke, auf die jeder Kicker im American Football stolz gewesen wäre. Blöd nur, dass ihn Lohne nach gefühlten 50 Yards keine Endzone, sondern die Außenlinie kommt. 

37. Minute: Falls ihn jemand vermisst hat - und bestimmt habt ihr ihn alle vermisst -, bei Kevin Möhwald hat es nach der Verletzung am Sprunggelenk, zugezogen im Training am Freitag, doch nicht zu einem Einsatz gereicht. Der 27-Jährige hatte es am Morgen nochmal probiert und musste passen.  

33. Minute: Riesenchance für St. Pauli! Knoll kommt am Elfmeterpunkt vollkommen frei zum Abschluss - und nagelt den Ball weit übers Tor irgendwo in die Lohner Peripherie. Bis der wieder runterkommt, sind die ersten Bundesliga-Spieltage längst durch.

31. Minute: Langsam dämmert es uns. Kohfeldt, du ausgebuffter Trainerfuchs. Werder spielt die Partie spiegelverkehrt im Vergleich zum Groningen-Duell. Zweite Halbzeit dann ein Feuerwerk, wie es Sydney an Silvester nicht erlebt. 

30. Minute: Auf der anderen Seite steckt Osako dann schön durch auf Selke, dessen Flanke allerdings irgendwo im Lohner Luftraum verschwindet.

29. Minute: St. Pauli jetzt mit längerer Ballbesitz-Phase, aber ohne Zug zum Tor. Werder zieht sich weit zurück, lässt den Gegner etwas kommen und - Obacht! - selbst Osako verteidigt im eigenen Strafraum.

25. Minute: War ja klar, weil es einfach immer so ist: Auf Kritik vom Liveticker folgt prompt die Antwort auf dem Platz: Füllkrug legt ab auf Gruev, der mit voller Wucht draufhält und Paulis Torhüter Dennis Smarsch zu einer Glanzparade zwingt. Sah schön aus, war am Ende aber für'n Smarsch.

23. Minute: Werder hier zwar um schnelles Umschalten bemüht, bleibt aber immer wieder hängen. Ein Spiel wie die versandete Karriere eines Nachwuchskickers: ohne Durchbruch. 

21. Minute: Und soeben die Ankündigung, auf die wir alle, aber wirklich alle jahrelang gewartet haben, ohne es zu wissen: Ailton wird während der zweiten Halbzeit Co-Kommentator sein! 2020, du verrückt Jahr, was hast du noch mit uns vor?

19. Minute: Kohfeldt hörbar not amused. "Guck richtig hin", ruft er. Nur der Empfänger dieses Appells bleibt unbekannt. Ein unaufmerksamer Spieler? Co-Trainer Tim Borowski bei Suchen seiner Trainingsjacke? Wir werden es wohl nie erfahren. 

18. Minute: Aber wir wollen nicht mosern, denn schließlich spielt ER: Gebre Selassie! Mister Werder, das Urgestein, der Ewigtreue. Seit Pizarro und Bargfrede weg sind, muss der Mann einfach damit Leben, dass all die Sehnsucht, all die verklärende Romantik der Werder-Fans auf ihn projiziert wird. Theo, my love!

14. Minute: Knappe Viertelstunde jetzt rum, und ganz ehrlich Leute: Wenn ihr noch schnell ein neues Bier holen, den Rasen mähen oder die Steuererklärung machen wollt - gerne. Bisher auf dem Platz nämlich ähnlich viel los wie in unserer Redaktion nach Feierabend.  

12. Minute: So, und bevor das Spiel gleich vorbei ist, hier noch schnell die Aufstellung der Hamburger. Mann, ey. Das erste Spiel hat hier doch mehr Spuren hinterlassen als gedacht. Gedankenschnell wie ein Kacheloffen. Wir sind halt auch nur Menschen. 

9. Minute: Spiel geht relativ verhalten los, noch kein Vergleich zum hohen Tempo gegen Groningen.

5. Minute: Erstmals jetzt St. Paulis neuer Trainer Timo Schultz groß im Bild. Und Werder-Fans wissen: Der Mann hat eine grün-weiße Vergangenheit. Spielte von 1995 bis 2000 an der Weser und bestritt 110 Spiele für Werders U23, die damals noch den Beinamen "Amateure" trug. 

2. Minute: Und ohne die Werder-Aufstellung wollen wir euch natürlich auch nicht dastehen lassen. Hier ist sie: Dos Santos-Haesler - Gebre Selassie, Groß, Moisander, Agu - Gruev, M. Eggestein, Osako, Rashica - Selke, Füllkrug

1. Minute: Testspiel zwei gegen St. Pauli läuft.

17.17 Uhr: Alter! Das war knapp. Nur mal eben kurz die Finger ins Eisbad gehalten, da kommen auch schon die Mannschaften wieder raus. Also andere Mannschaften, Werder hat komplett durchgetauscht, und eben St. Pauli. Junge, Junge. Taktung hier wie im Berliner U-Bahn-Netz. Aber was soll's? Abfahrt!

17.06 Uhr: Unvergessen natürlich auch das bittere Pokalaus 2006, an das hier nur kurz erinnert sei: Januar, Schnee und Eis auf dem Platz, Kloses Schulter, 1:3. Na vielen Dank auch.

17.03 Uhr: Auch im vergangenen Jahr haben die Bremer schon gegen den Kiezclub getestet, in den Jahren davor sowieso: Werder gegen St. Pauli, das hat eben auch lange Testspieltradition. Das letzte Duell endete am 11. Oktober 2019 am Millerntor mit 1:0 für St. Pauli.

17.01 Uhr: So. Das war Groningen, souverän abgearbeitet. Jetzt geht's weiter: Werder Bremen gegen St. Pauli - und hier geht bitteschön keiner nach Hause! Beißen jetzt! "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel", wie wir hier in der Deichstube immer sagen. Ist so'n Spruch von uns.

Werder Bremen gegen den FC Groningen: So lief der erste Test des Tages - Tahith Chong trifft beim Kantersieg

16.58 Uhr: Ja, gut, ähh - das war unter dem Strich ordentlich bis überzeugend, was Werder Bremen da gegen den FC Groningen hingelegt hat. Am Ende geht der 4:0 (4:0)-Sieg auch in der Höhe vollkommen in Ordnung, auch wenn die Bremer nach der Pause merklich weniger investiert haben. Das mussten sie gegen einen harmlosen Gegner aber auch nicht. Schließlich hatten Josh Sargent (10.), Johannes Eggestein (15.), Leonardo Bittencourt (24.) und Tahith Chong (34.) schon vor der Pause für eine komfortable Führung gesorgt. Vor allem Chong lieferte eine gute Vorstellung ab, agierte auffällig und gefährlich. Das darf gerne so weitergehen.

Werder Bremen: Pavlenka - Mbom, Rieckmann, Friedl, Augustinsson - Erras, Woltemade, Bittencourt - J. Eggestein, Sargent (74. Sargent), Chong

90. Minute: Abpfiff, pünktlich.

89. Minute: Gleich ist hier Feierabend, Teil eins des großen Super-Testspiel-Samstags damit vorbei. Es sei denn, der Schiedsrichter meint es wieder gut und hängt nochmal ordentlich Nachspielzeit dran.

88. Minute: Wow! Chong zeigt, dass er nicht nur schöne Tore schießen, sondern auch schöne Pässe spielen kann. Eben einer wie aus dem Nichts, mit dem linken Fuß scharf auf Jojo Eggestein, der den Ball aber nicht unter Kontrolle bringt. 

86. Minute: Bittencourt auf dem Platz derweil mit einem Freistoß aus  18 Metern. Schaut, läuft an, schießt - am Ende aber genau auf Padt, der die Arme hochreißt und den Ball abwehrt.

86. Minute: Nutzen wir einfach die Zeit, um schon einmal einen Blick auf den folgenden Leckerbissen zu werfen: Werder gegen St. Pauli, Nordduell, Bremen gegen Hamburg. Zwei sogenannte Kult-Vereine, die sich mögen, aber hoffentlich ein heißes Duell liefern werden. Und schon haben wir wieder Bock!

84. Minute: Tja, und bei Ihnen so? Wussten Sie, dass Lohne die zweitgrößte Stadt im Landkreis Vechta ist? Nein? Auch nicht schlimm.

82. Minute: Kohfeldt an der Außenlinie deutlich zu hören: "Kommt Männer!!!" Der Trainer treibt seine Spieler nochmal an, die das hier seit einigen Minuten nur noch in Beamten-Manier abwickeln: sachlich-nüchtern.

79. Minute: Ach, wenn ihr uns fragt... So ein fünftes Werder-Tor würden wir noch nehmen. Weiß ja keiner, was der Test gegen St. Pauli gleich so bringt. Da heißt es, einpacken, was geht. 

77. Minute: Schmid gleich mit schönem Pass auf Chong, der den Ball mit der Hacke mitnehmen möchte, was aber misslingt. Hacke, Spitze, eins, vorbei.

74. Minute: Erster Wechsel jetzt bei Werder: Romano Schmid kommt für Josh Sargent. Woltemade rückt in die Sturmspitze vor, damit der neue Mann Platz im Mittelfeld hat.

70. Minute: "Lundqvist prüft Pavlenka". Was klingt wie der Titel eines surrealistischen Spionageromans, ist die Zusammenfassung eines schönen Fernschusses, den Werders Keeper über das Tor lenkt.

69. Minute: El Hankouri jetzt gefühlt mit acht Übersteigern in einer halben Sekunde, sieht beeindruckend aus, aber dann kommt Woltemade und macht das Licht aus. Freistoß, der aber nichts einbringt. Und damit zurück nach Mainz.

68. Minute: Bode und der Werder-Kommentator gehen seit Minuten übrigens auch andere Themen durch: Werders Finanzprobleme, Corona, Reformen im Fußball, Ultras. Warum auch über das Spiel sprechen? Gibt ja gerade nicht viel zu sagen. 

66. Minute: Groningens Bemühen, es besser zu machen als vor der Pause, ist deutlich zu spüren. Die Niederländer, seit 21 Jahren am Stück Erstligist, rennen immer wieder an - aber oft auch gegen Werders Abwehrwand. Da die Bremer ihrerseits nur noch wenig nach vorne machen, haben wir gerade das, was man langläufig "ein zähes Spiel" nennt.

64. Minute: Stimmung in Lohne übrigens eher eine Art Grundrauschen. Fan-Gesänge gibt es keine. Muss aber auch nicht sein. Durch die Masken ohnehin schwierig.

Werder Bremen gegen den FC Groningen und den FC St. Pauli - Testspiel-Doppelpack im Live-Ticker: Pfosten!

60. Minute: Pfosten! Werder gerät gerade ziemlich unter Druck. Schreck trifft Aluminium. Ein echter Schreck-Moment für die Bremer, die so langsam wieder aktiver werden müssen, wenn es hier nicht gleich 1:4 stehen soll.

60. Minute: Gedanke an einem schwülen Nachmittag: Wie verwirrend muss es eigentlich für Leonardo Bittencourt sein, dass alle Spieler ständig "Leo, Leo" rufen, wenn ein Kollege den Ball durchlassen soll?

57. Minute: Postema plötzlich vor Pavlenka, nach schönem Pass von Lundqvist, aber Werders Keeper macht die Tür zu. Erste gefährliche Szene der Niederländer.

55. Minute: Der Nachmittag wird immer bitterer für Groningen. Jetzt muss in Hrustic der nächste Spieler verletzt raus. Trainer Danny Buijs reagiert sofort und bringt den einzigen Mann, dessen Name diesen Tag für Groningen perfekt auf den Punkt bringt: Sam Schreck.

53. Minute: Mbom heute übrigens als Rechtsverteidiger im Einsatz, auf einer für ihn ungewohnten Position, auf der ihn Kohfeldt aber künftig sieht. Macht er gut, ist defensiv jedoch nur wenig bis gar nicht gefordert.

50. Minute: Von wegen ruhig! Chong wuselt sich durch, flankt auf Sargent, der sich im Kopfballduell aber nicht durchsetzen kann. 

49. Minute: Werder lässt es zu Beginn des zweiten Durchgangs erstmal ruhig angehen. Das ist nur fair. Groningen hatte den Ball bisher ja kaum.

46. Minute: Weiter geht's! Kohfeldt hat nicht gewechselt.

16.05 Uhr: Bode meldet sich vom Kommentatorenplatz. Der Ex-Profi und Chef des Aufsichtsrat sagt mit Blick auf die bisherige Vorbereitung: "Ich habe den Eindruck, dass viele Dinge sehr positiv sind." Kann man heute bisher so stehen lassen. 

16.01 Uhr: Gibt's ja nicht! Auch Ailton hat den Weg nach Lohne gefunden, lässt sich etwas feiern, winkt - Legenden-Dinge eben. Hätte der heute in seiner Form von 2004 auf dem Platz gestanden, Groningen wäre wahrscheinlich schon auf dem Heimweg. 

15.55 Uhr: Resümee von Hälfte eins: Werder im Duell mit Groningen dem Zwischenstand entsprechend überlegen. Die Bremer haben ihrem Gegner kaum Luft zum Atmen gegeben, haben ihm kaum Platz gelassen - und sie haben ihre Chancen eiskalt genutzt. Das macht Lust auf mehr. Die gute Nachricht: Es gibt noch reichlich Nachschlag. Noch 45 Minuten gegen Groningen, dann noch 90 gegen St. Pauli. Geil, was für ein Marathon! Fühlen uns fast wie diese Herr-der-Ringe-Fans, die sich alle Teile des Film-Epos am Stück reinziehen.

Werder Bremen gegen den FC Groningen und den FC St. Pauli - Testspiel-Doppelpack im Live-Ticker: Halbzeit!

45.+4 Minute: Pause!

45.+3 Minute: Noch ein Satz zu Chong. Der junge Niederländer für seine Gegenspieler heute so wie ein Stapel zusammengefalteter Umzugskartons: schwer zu greifen.

45. Minute: Vier Minuten Nachspielzeit hier. In einem Testspiel, auf das später noch ein weiteres folgt. Gut. Wir reizen die Sache heute offenbar völlig aus.

44. Minute: Toll! Dortsportplaz-Sounds aus Lohne, direkt über den Stream übertragen: Kurz vor dem Pausenpfiff klirren im Heinz-Dettmer-Stadion die Bierkästen! Mhhmmm! Hier derweil: Tastaturgeklapper, Seufzer, Kaffeegeschlürfe.

43. Minute: Fritz derweil mit dem Fuß dauerhaft auf der Euphoriebremse, sagt über Chong zum wiederholten Male: "Man sollte nie vergessen, dass er noch ein junger Spieler ist und die Erwartungen nicht zu hoch hängen." Wir sagen: Quatsch! Der Kerl ist der neue Messias! Chong! Chong! Chong!

40. Minute: Gottogoot, Chong hier fast mit dem 5:0. Nimmt seinem Gegenspieler auf 15 Metern 20 ab - Junge, ist der schnell! Scheitert am Ende aber an Padt. Schade. Klassische Padt-Situation.

39. Minute: Erster Wechsel bei Werder schon angekündigt: Fritz wird das Mic in der Halbzeit an Marco Bode übergeben. "Die Messlatte liegt hoch", scherzt er, während Bode probeweise schnell nochmal seine Punchlines spittet.  

37. Minute: Und irgendwo in Groningen steigt gerade Arjen Robben aufs Rad. Will in Hälfte zwei für die Wende sorgen.

Werder Bremen gegen den FC Groningen und den FC St. Pauli - Testspiel-Doppelpack im Live-Ticker: Tahith Chong trifft!

34. Minute: Und weiter geht's, jeder darf hier mal - und jetzt ist Chong dran! Erstes Tor für den neuen Flügelflitzer im Werder-Trikot! Nach schöner Einzelleistung, schönem Solo dreht er den Ball mit links ins lange Eck. Toll! Chongche genutzt.  

32. Minute: Kurzes Zwischenfazit: Clemens Fritz (von Thurn und Taxis) als Kommentator durchaus brauchbar. Brrrrrima!

30. Minute: Jetzt betritt Jojo Eggestein die Welt des Schmerzes, Dankerlui sei Dank. Oha. Groningen jetzt offenbar bemüht, sich ins Spiel zu treten. Kann man so machen. Sollte man nur nicht. 

29. Minute: Matusiwa senst Bittencourt im Mittelfeld um, sieht dafür die Gelbe Karte. 

27. Minute: Werders Kommentator sagt gerade: "Nur weil wir hier in einem Testspiel früh mit 3:0 führen, heißt das nicht, dass wir im nächsten Jahr die Meisterschaft holen." Ach nein!? Schade. Wir bringen die Sektgläser schnell wieder ins Regal (Billy).

24. Minute: Da hammwas doch! 3:0! Leo Bittencourt. Erst ein Abschluss von Jojo Eggestein, den Padt nur prallen lässt, und dann ist er da, der Leo, der Abstauber. Mann, Mann, Mann. Wo soll das hier hinführen?

24. Minute: Erste Halbzeit mehr als halb vorbei, da ist es Zeit für etwas, auf das ihr doch alle gewartet habt: den großen "Neuzugang-Check der Deichstube". Erras: Traumpass vor dem 2:0 (wir sprachen drüber), ansonsten turmartig-sicher. Chong: wirbelig, bemüht, auffällig (was nichts mit seiner Frisur zu tun hat).    

20. Minute: Ja, durchaus, das macht schon Spaß hier. Groningen jetzt tatsächlich auch etwas mutiger, scheint sich vom Schreck nach der Gudmundsson-Verletzung erholt zu haben.

17. Minute: Werder hier voll auf Betriebstemperatur, den Spielern ist anzumerken, dass sie sich zeigen, dass sie ihre Chance nutzen wollen. Groningen hingegen eher wie ein Fahrschüler in der ersten Stunde: Kommt schlecht in die Gänge. 

15. Minute: Und da klingelt es schon wieder! Traumpass von Erras auf Jojo Eggestein, der allein vor Groningens Keeper Padt auftaucht und eiskalt bleibt - 2:0.

14. Minute: Sargent also mit dem frühen Treffer zur Führung, die keinesfalls unverdient ist. Werder hier die entschlossenere Mannschaft. Und Sargent? Der hat seinen Trainer direkt bestätigt. Erst am Freitag hatte Kohfeldt gesagt, dass der US-Amerikaner kein Herausforderer mehr ist und mit mehr als nur einem Bein in der Startelf steht. 

12. Minute: Kleiner Nachtrag: Für Gudmundsson geht es nicht weiter, der Groninger ist ausgewechselt worden.

10. Minute: Das Spiel läuft wieder, und was soll man sagen? Vielleicht: Toooor für Werder! Augustinsson mit der flachen Hereingabe auf Sargent, der den Ball annimmt, sich um den Gegner dreht und überlegt abschließt - 1:0. Stark!

6. Minute: Oh, das sah gar nicht gut aus. Groningens Gabriel Gudmundsson bleibt nach einem Zweikampf mit Chong im Rasen hängen, hält sich das Knie. Spiel ist unterbrochen.

5. Minute: Groningen jetzt mit der ersten Annäherung ans Bremer Tor, aber, ruhig bleiben: Abseits.

3. Minute: Werder hier aber sehr engagiert vom Anpfiff weg. Greift früh an, oder wie Fritz erklärt: "Wir pressen hoch." Auch okay.

2. Minute: Wahnsinn! Erstes Highlight gleich zu Beginn - aber nicht auf dem Platz, sondern am Mikrofon. Dort sitzt für Werder-TV heute kein geringerer als Ehrenspielführer und Sportlicher Leier Clemens Fritz. 

1. Minute: Das Spiel gegen Groningen läuft! 

Werder Bremen gegen den FC Groningen und den FC St. Pauli - Testspiel-Doppelpack im Live-Ticker: Anpfiff!

14.58 Uhr: Werder heute ganz in weiß, Groningen in schwarz.

14.55 Uhr: Nochmal Baumann, nochmal zu Rashica, ein schöner Satz: "Ich habe meine Glaskugel heute morgen zu Hause vergessen und kann nicht sagen, was kommt." Wir aber: die Mannschaften. Geht gleich los hier!

14.53 Uhr: Thema Rashica jetzt, das Dauerthema dieses Sommers, der Transfer, der sich hinzieht wie Kaugummi (Hubba Bubba!). Baumann: "Es gibt auch Verhandlungen, bei denen es zu keiner Einigung kommt. Wir sind da relativ entspannt." Komisch, das gleiche sagt RB Leipzig von sich.  

14.52 Uhr: Sportchef Frank Baumann jetzt bei Sky. "Wir sind Fitnessmäßig auf einem sehr guten Level. Heute sollen alle Spieler 90 Minuten spielen, wovon wir uns weitere Erkenntnisse versprechen." 

14.50 Uhr: In Lohne heute übrigens auch Zuschauer mit dabei. Insgesamt 500 dürfen rein, müssen sich aber an strenge Auflagen halten. Das heißt: Maskenpflicht und Abstand halten! Auf der Haupttribüne finden 300 Menschen Platz, auf der Gegengerade etwa 150, die auf Holzstühlen mit Mindestabstand sitzen. Hat was von Freilichtbühne.

14.44 Uhr: Der FC Groningen übrigens, und damit dann auch genug der Trivia, ist so etwas wie das Werder Hollands. Auch im Norden des Landes zu Hause (Slogan: "Stolz des Nordens"), auch in grün-weiß unterwegs, und auch meistens eher so im Tabellenmittelfeld zu finden. Ein Spiel wie ein Blick in den Spiegel. Verwirrend.

14.40 Uhr: Der Kollege kommt gerade vom Getränkeautomaten wieder, in jeder Hosentasche eine 0,5-Liter-Dose Energiedrink. Was muss das muss! Zwei Spiele an einem Tag, das heißt auch für uns: An Grenzen gehen! Denn während Werder nach dem ersten Test komplett durchwechseln wird, ziehen wir hier durch. Bis zum bitteren Ende. 

14.34 Uhr: Kurzreferat jetzt: Die Stadt Groningen hat gut 230.000 Einwohner, liegt etwa 200 Kilometer von Bremen entfernt und ist bereits seit 1614 Universitätsstadt. Krass. Historische Jahreszahlen machen einen immer so demütig. 1614! Muss man sich mal vorstellen.  Damals war selbst Claudio Pizarro gerade erst drei Jahre alt.  

14.31 Uhr: Eben nochmal kurz den Spielbericht von damals rausgesucht. Geht doch nichts über die altehrwürdige Deichstuben-Bibliothek, in der alles, aber auch wirklich alles über den SVW archiviert wird. Beim Lesen erfahren: In Groningen hat sich Drobny damals an der Wade verletzt, und die Werder-Fans sangen „Europapokal, Europapokal“. Könnt ihr gerne selbst interpretieren.   

14.27 Uhr: Erstmal kurz zum Sportlichen. Das letzte Duell zwischen Werder und dem FC Groningen datiert vom 29. Juli 2018. Damals gab es im Oosterpark zu Groningen ein krachendes 0:0. Vor zwei Jahren auch schon in der Bremer Startelf: Manuel Mbom. Genau wie heute! Das kann kein Zufall sein. Unsere Meinung. 

14.23 Uhr: Gute halbe Stunde noch bis zum Anpfiff. Das ist traditionell der Moment, an dem die Erdnussflips ins Schälchen müssen, das Sofakissen mit der flachen Hand gerichtet und die Fernbedienung zurechtgelegt wird - herrlich! Und für uns ist noch genug Zeit, etwas Angeberwissen über Groningen zu droppen.   

14.19 Uhr: Auch der FC Groningen, der Verein aus der niederländischen Eredivisie, hat soeben rübergekabelt, wen er so ins Rennen schickt. In der "Opstellung" des Teams elf Namen, die Fußballexperten sicherlich geläufig sind. Uns also nicht. Sorry dafür. Dass Robben nicht dabei ist, fällt aber sofort auf. Schade, aber verständlich: Werder war schließlich schon immer sein Angstgegner. Hat in acht Einsätzen gegen Werder ja nur acht Tore erzielt und zwei vorbereitet.

14.14 Uhr: Trainer Florian Kohfeldt hat im Vorfeld angekündigt, dass er heute während der Spiele möglichst wenig wechseln möchte, damit sich möglichst viele Spieler über 90 Minuten zeigen können.

Werder Bremen gegen FC Groningen - Testspiel im Live-Ticker: Aufstellung ist da!

14.12 Uhr: Hier ist sie, die Werder-Startaufstellung gegen Groningen, nochmal händisch fürs bessere Feeling: Pavlenka - Mbom, Rieckmann, Friedl, Augustinsson - Erras, Woltemade, Bittencourt - J. Eggestein, Sargent, Chong

14.09 Uhr: Kurz zum Ablauf, zum Fahrplan durch diesen Wahnsinnstag, der uns allen im Heinz-Dettmer-Stadion zu Lohne bevorsteht. Oder eben in den muffigen Redaktionsräumen in Syke. Ist auch okay, jeder das, was er verdient. Werder jedenfalls spielt heute erst gegen Groningen (15.00 Uhr) und dann gegen St. Pauli (17.15 Uhr). Und für das erste Duell kommt hier soeben der gute alte Aufstellungsbogen aus dem Faxgerät gesurrt! Moment...   

14.00 Uhr: Schlag zwei, die Deichstube meldet sich zum Dienst! Und damit willkommen zum großen Live-Ticker-Tag, dem wohl größten aller Zeiten. Zwei Spiele! In Ziffern: 2! Erst gegen Groningen, dann gegen St. Pauli. Jede Menge Eindrücke, hoffentlich viele Tore - und ganz sicher: wunde Finger. Wir freuen uns drauf! Ein Termin beim Zahnarzt wäre jedenfalls schlimmer. 

Werder Bremen im Live-Ticker: Die Testspiele in Lohne gegen den FC Groningen (15 Uhr) und den FC St. Pauli (17.15 Uhr) live. Alle Tore, News und Infos live. Der Live-Ticker der DeichStube startet gegen 14 Uhr mit der Werder-Aufstellung zum ersten Test. 

Der Vorbericht:

Werder Bremen: Testspiel-Doppelpack gegen Groningen und St. Pauli - Florian Kohfeldt packt das wuchtige Duo aus!

Die Gelegenheit ist günstig, doch Florian Kohfeldt wird sie verstreichen lassen. Der Testspieltag am Samstag in Lohne mit Partien gegen den FC Groningen (15.00 Uhr) und FC St. Pauli (17.15 Uhr) ist eigentlich wie gemacht dafür, dass der Trainer des SV Werder Bremen das erste Mal in der laufenden Saisonvorbereitung die Flügelzange auspackt.

Bremen – Sprich: dass Florian Kohfeldt Neuzugang Tahith Chong (rechts) und Milot Rashica (links) gemeinsam spielen und stürmen lässt. Aber der Trainer des SV Werder Bremen hat in den Testspielen gegen den FC Groningen und den FC St. Pauli (Die DeichStube berichtet im Live-Ticker) andere Pläne. Am Samstag will er sich lieber anschauen, wie Davie Selke und Niclas Füllkrug als Doppelspitze agieren. Die beiden Mittelstürmer werden gegen St. Pauli gemeinsam auflaufen.

Werder Bremen: Testspiel-Doppelpack gegen Groningen und St. Pauli - Florian Kohfeldt hat einen Plan

Florian Kohfeldt, das hat der Coach des SV Werder Bremen zuletzt zufrieden angemerkt, stehen offensiv einige personelle Varianten zur Verfügung. Und er wird in Lohne neue Kombinationen ausprobieren – auch wenn die mit Neuzugang Chong und Wahrscheinlich-Abgang Rashica nicht dazu gehört. Gegen den FC Groningen aus der niederländischen Eredivisie wird Kohfeldt die Offensive mit Zentrumsstürmer Josh Sargent sowie den Außen Chong und Johannes Eggestein bestücken – also ähnlich wie die Variante aus dem Trainingslager, als der Dreiersturm auf den Außen identisch besetzt war, in der Mitte aber Selke agierte. Die Hertha-Leihgabe wird sich im zweiten Spiel – beide Partien gehen über 90 Minuten – an der Seite von Niclas Füllkrug beweisen dürfen. „Spannend“ wird das, glaubt der Coach, weil dieses Duo mit seiner „Präsenz und Wucht etwas auf den Gegner ausüben“ kann. Körperlich sind Selke und Füllkrug nach Einschätzung der DeichStube* das stärkste Tandem, das Werder Bremen im Sturm zu bieten hat.

Florian Kohfeldt verrät aber auch, dass diese Kombination eher noch als Experiment zu sehen ist. Mit Blick auf den Pflichtspielstart des SV Werder Bremen in zwei Wochen im DFB-Pokal bei Regionalligist CZ Jena hat der 37-Jährige andere Gedanken. Und in denen spielt nicht Füllkrug, nicht Selke, nicht Chong oder Rashica, sondern Josh Sargent die Hauptrolle. „Er ist für mich in der Pole Position für den Saisonstart. Ich kann mir momentan keine Startaufstellung am ersten Spieltag ohne Josh vorstellen“, sagt Kohfeldt.

Eine Überraschung? Nicht wirklich. Denn Sargent war auch schon in der Endphase der vergangenen Saison eine feste Größe bei Werder Bremen. Und so, wie die Vorbereitung bislang gelaufen ist, hat der 20 Jahre alte US-Amerikaner beim Trainer keine Beliebtheitspunkte eingebüßt. Florian Kohfeldt erklärt, wieso er Sargent so mag: „Er vereint sehr viel. Er kann den Flügelstürmer spielen, er kann den zentralen Angreifer in einem 4-3-3 spielen und er kann im 4-4-2 den zweiten Stürmer spielen. Er hat sich zum Ende der vergangenen Saison mit seiner Leistung einiges erarbeitet.“ Nur mit dem Toreschießen hat es nicht wirklich gut funktioniert. Nur zwei Treffer gelangen Sargent in 17 Rückrunden-Einsätzen.

Werder Bremen testet gegen Groningen und St. Pauli in Lohne: Josh Sargent unter besonderer Beobachtung

Dennoch schwört Florian Kohfeldt auf das Talent aus O’Fallon, Missouri – wenngleich er sein Lob für den US-Nationalspieler „nicht als Garantie“ verstanden wissen will. Dafür ist der erste Ernstfall dann doch noch zu weit weg und die Möglichkeiten bei Werder Bremen zu vielfältig. Aber eine Veränderung der Kräfteverhältnisse im Sturm attestiert Kohfeldt gerne: „Josh ist nicht mehr der Herausforderer, das ist es, was ich zum Ausdruck bringen möchte. Die Kombination aus spielerischer Stärke, Physis, Arbeit gegen den Ball, der Fortschritt im taktischen Verständnis und die Flexibilität auf den Positionen – das alles spricht extrem für ihn.“

In Lohne kann sich Josh Sargent gegen den FC Groningen beweisen und danach zuschauen, wie es Füllkrug und Selke gegen den FC St. Pauli machen. Das Duo wird übrigens aus dem offensiven Mittelfeld von Yuya Osako und Rashica unterstützt. Für Rashica wird es der erste richtige Test sein – und der letzte. Denn nach dem Spiel gehen er und vier andere Bremer auf Länderspielreisen, das abschließende Vorbereitungsspiel gegen Hannover 96 kann deshalb nicht in Bestbesetzung stattfinden. So gesehen könnte eines der beiden Testspiele gegen Groningen und St. Pauli in Lohne schon zur Generalprobe für den Pflichtspielauftakt des SV Werder Bremen werden. Doch auch das verhindert Kohfeldt: „Wir spielen noch komplett gemischt.“ (csa) 

Verfolgt die Testspiele des SV Werder Bremen gegen Hannover 96 und BSV Rehden im Liveticker der Deichstube.

*DeichStube.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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