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Für Werder-Trainer Alexander Nouri (l.) und seinen Assistenten Florian Bruns ist das Testspiel gegen den VfB Oldenburg ein Trip in die Vergangenheit.

Trainer gegen Ex-Club Oldenburg

Nouri und Bruns: Ein Trip in die Vergangenheit

Bremen - Das Testspiel gegen den VfB Oldenburg ist kein Testspiel wie jedes andere – jedenfalls nicht für Alexander Nouri und Florian Bruns.

Für den Chefcoach des SV Werder und seinen Assistenten ist die Partie gegen den Regionalligisten in Rastede (Mittwoch, 18.30 Uhr) ein Trip in die Vergangenheit. Beide haben eine Geschichte mit dem Gegner, Bruns sogar mit dem Spielort.

In der D-Jugend habe er einst für den FC Rastede gespielt, erzählt er. Später dann für den VfB in Oldenburg, seiner Geburtsstadt. Dort begann die Karriere, die ihn als Aktiver bis in die U21-Nationalelf und die Bundesliga führte. Nouri wiederum ließ seine aktive Laufbahn einst in Oldenburg ausklingen und machte anschließend beim VfB die ersten Gehversuche als Trainer

Alexander Nouri: Seine Karriere in Bildern

Bereits im Jugendbereich lief Alexander Nouri für Werder Bremen auf. Dort schaffte er es in die deutsche U16-Nationalmannschaft und nahm 1996 sogar an der EM in Österreich teil.
Bereits im Jugendbereich lief Alexander Nouri für Werder Bremen auf. Dort schaffte er es in die deutsche U16-Nationalmannschaft und nahm 1996 sogar an der EM in Österreich teil. © imago
Bis 2001 spielte der heutige Bremer Chefcoach für die Amateurmannschaft an der Weser und war zwischenzeitlich für wenige Monate an Seattle Sounders ausgeliehen.
Bis 2001 spielte der heutige Bremer Chefcoach für die Amateurmannschaft an der Weser und war zwischenzeitlich für wenige Monate an Seattle Sounders ausgeliehen. © nordphoto
Nouri verließ die Hanseaten für den KFC Uerdingen, wo er drei Jahre in der Regionalliga Nord kickte.
Nouri verließ die Hanseaten für den KFC Uerdingen, wo er drei Jahre in der Regionalliga Nord kickte. © imago
Anschließend wechselte er zum VfL Osnabrück. 2007 schaffte er mit dem Klub den Aufstieg in die Zweite Liga...
Anschließend wechselte er zum VfL Osnabrück. 2007 schaffte er mit dem Club den Aufstieg in die Zweite Liga... © nordphoto
...und erzielte in insgesamt 93 Pflichtspielen neun Treffer für den VfL.
...und erzielte in insgesamt 93 Pflichtspielen neun Treffer für den VfL. © nordphoto
Nach vier Jahren in Osnabrück zog es Nouri zu Holstein Kiel, wo er zwei weitere Spielzeiten verbrachte.
Nach vier Jahren in Osnabrück zog es Nouri zu Holstein Kiel, wo er zwei weitere Spielzeiten verbrachte. © imago
2010 wechselte der gebürtige Buxtehuder zum VfB Oldenburg, wo er 2012 seine Karriere als aktiver Spieler beendete und seine Laufbahn als Trainer startete.
2010 wechselte der gebürtige Buxtehuder zum VfB Oldenburg, wo er 2012 seine Karriere als aktiver Spieler beendete und seine Laufbahn als Trainer startete. © imago
Zur Saison 2014/15 kehrte Nouri nach Bremen zurück. Zunächst war er Co-Trainer der U23, dann wurde er befördert und übernahm als Cheftrainer die volle Verantwortung.
Zur Saison 2014/15 kehrte Nouri nach Bremen zurück. Zunächst war er Co-Trainer der U23, dann wurde er befördert und übernahm als Cheftrainer die volle Verantwortung. © nordphoto
Noch in der gleichen Spielzeit führte Nouri Werders Reservemannschaft in die Dritte Liga. Von seinen Spielern wurde er dafür gefeiert.
Noch in der gleichen Spielzeit führte Nouri Werders Reservemannschaft in die Dritte Liga. Von seinen Spielern wurde er dafür gefeiert. © nordphoto
Sein Aufstieg als Trainer ging weiter: Nach dem dritten Spieltag der Saison 2016/2017 wurde bei den Profis Viktor Skripnik als Coach. Nouri übernahm zunächst als Interimstrainer.
Sein Aufstieg als Trainer ging weiter: Nach dem dritten Spieltag der Saison 2016/2017 wurde bei den Profis Viktor Skripnik als Coach. Nouri übernahm zunächst als Interimstrainer. © nordphoto
Der emotionale Nouri baute nicht nur Strukturen um, sondern brachte auch neue Leidenschaft in die Mannschaft von der Weser.
Der emotionale Nouri baute nicht nur Strukturen um, sondern brachte auch neue Leidenschaft in die Mannschaft von der Weser. © nordphoto
Die Belohnung: Anfang Oktober wurde der 37-Jährige zum Cheftrainer befördert. Als Co-Trainer stehen ihm Florian Bruns und Markus Feldhoff zur Seite.
Die Belohnung: Anfang Oktober wurde der 37-Jährige zum Cheftrainer befördert. Als Co-Trainer stehen ihm Florian Bruns und Markus Feldhoff zur Seite. © nordphoto
Die Zeiten blieben aber schwierig. Werder verlor die ersten vier Spiele nach dem Jahreswechsel und stürzte erneut auf den Relegationsplatz. Nouris Job stand stand arg auf der Kippe.
Die Zeiten blieben aber schwierig. Werder verlor die ersten vier Spiele nach dem Jahreswechsel und stürzte erneut auf den Relegationsplatz. Nouris Job stand stand arg auf der Kippe. © nordphoto
Doch dann starteten die Bremer eine nicht für möglich gehaltene Erfolgsserie. Zwischen Mitte Februar und Anfang Mai 2017 blieb Werder in elf Spielen in Folge ungeschlagen, gewann neun davon - und ging voll auf Kurs Europa League. Nouri saß plötzlich ganz fest im Sattel.
Doch dann starteten die Bremer eine nicht für möglich gehaltene Erfolgsserie. Zwischen Mitte Februar und Anfang Mai 2017 blieb Werder in elf Spielen in Folge ungeschlagen, gewann neun davon - und ging voll auf Kurs Europa League. Nouri saß plötzlich ganz fest im Sattel. © nordphoto
Alexander Nouri
Der Werder-Trainer hatte auch mehrfach das Bedürfnis, sich in der Öffentlichkeit politisch zu positionieren. Nouri zeigte US-Präsident Donald Trump für ein verhängtes Einreiseverbot die "Rote Karte". Und sagte bei einer Pressekonferenz: "Ich habe nichts gegen das Wort Europa - ich bin ja nicht die AfD." © nordphoto
Alexander Nouri
Am Ende der Spielzeit 2016/17 verpasste Werder die Europa Laague aber ganz knapp als Tabellen-Achter. © nordphoto
In der Folgesaison konnte Werder in den ersten zehn Pflichtspielen keinen Sieg einfahren. Die Folge: Trainer Nouri wurde am 30. Oktober 2017 vom Verein freigestellt.  © 

 „Ich hatte eine gute Zeit dort und bin dankbar, dass ich beim VfB den Einstieg in das Fußball-Geschäft gefunden habe“, sagt er. Von 2010 bis 2014 war er in Oldenburg, arbeitete als Jugendcoach, als Co-Trainer, als Athletikcoach und schließlich für etwas mehr als eine Saison als Cheftrainer des Regionalliga-Teams, ehe der Wechsel zu Werder erfolgte. Und obwohl das noch nicht einmal drei Jahre her ist, sind die Verbindungen nach Oldenburg nahezu alle gekappt. Nouri: „Ich kenne dort kaum noch eine der verantwortlichen Personen.“

Bei Florian Bruns, dem Ur-Oldenburger, ist das etwas anders. Die Drähte zum VfB sind zwar auch nicht mehr die heißesten, die Wiedersehensfreude wird sich auf einige Personen aus dem Umfeld des Clubs („Stadionsprecher, Platzwart - die alle kenne ich noch“) beschränken, aber es wird für den Nouri-Assistenten vor allem ein Spiel vor Freunden und der Familie, die nach wie vor in Oldenburg oder umzu leben. „Alle werden da sein. Ich freue mich deshalb sehr auf das Spiel“, sagt er.
csa

Florian Bruns: Seine Karriere in Bildern

Florian Bruns
Florian Bruns war bis Ende der Saison 2016/2017 Co-Trainer an der Seite von Werder-Chefcoach Alexander Nouri. Bruns' fußballerische Laufbahn im Herrenbereich begann beim VfB Oldenburg – in der Heimatstadt des 37-Jährigen. © nordphoto
Florian Bruns
Nach mehreren Jahren Aufenthalt in der Heimat, wagte Bruns 1999 den Sprung von der dritten in die erste Liga – zum SC Freiburg. Dort sammelte er unter Trainer Volker Finke erstmals Erfahrungen in der Bundesliga. © imago
Florian Bruns
Von 2003 bis 2004 legte Bruns einen kurzen Zwischenstopp bei Union Berlin hin. Bei den „Eisernen“ bestritt der Mittelfeldakteur 45 Zweitligaspiele. © imago
Florian Bruns
Es folgte der Wechsel zu Alemannia Aachen. Dort verbrachte der gebürtige Oldenburger zwei weitere Spielzeiten. © imago
Florian Bruns
Ab der Saison 2007/08 spielte Bruns im Dress vom FC St. Pauli, wo er sich zu einer festen Größe entwickelte. © nordphoto
Florian Bruns
Mit St. Pauli gelang Bruns der Aufstieg in die Bundesliga. Jedoch ging es nach nur einer Spielzeit direkt zurück in Liga zwei. © nordphoto
Florian Bruns
"You'll never walk alone": Nach sieben treuen Jahren bei den "Kiezkickern" nahmen die Pauli-Anhänger Abschied vom Mittelfeldallrounder. © imago
Florian Bruns
Seine Karriere als aktiver Fußballprofi beendete Bruns in Bremen, wo er zwei Jahre das Trikot der U23 trug. © nordphoto
Florian Bruns
Nach dem Karriereende 2015 wechselte er direkt in den Trainerstab der U23, wurde Assistent von Cheftrainer Alexander Nouri. Als der im September 2016 zu den Profis befördert wurde, ging Bruns mit. © nordphoto
Florian Bruns
Mit Ende der Saison 2016/2017 musste Bruns seinen Posten räumen. Nouri wollte den Trainerstab verkleinern, mehr Aufgaben selbst übernehmen. Für Bruns war kein Platz mehr. © nordphoto
Florian Bruns
Werder bot dem Ex-Profi einen anderen Posten im Verein an, doch der lehnte ab. Stattdessen kehrt Bruns zum SC Freiburg zurück und wird Co-Trainer von Christian Streich. © nordphoto

Quelle: kreiszeitung.de

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