Ex-Werder-Kapitän gegen Jahn im Stadion

Ein Jahr nach dem Bundesliga-Abstieg: Gebre Selassie zurück beim SV Werder - als großer Fan

Von Björn Knips

Theodor Gebre Selassie (links) ist nach wie vor gut mit Jiri Pavlenka befreundet, will den Torwart des SV Werder Bremen vor dem Spiel gegen Jahn Regensburg aber in Ruhe lassen.

Bremen – Bei aller Anspannung, ob der SV Werder Bremen auf dem Rasen den Aufstieg perfekt machen kann, es lohnt sich am Sonntag auch ein Blick auf die Tribüne des Wohninvest Weserstadions: Denn dort sitzt Theodor Gebre Selassie. Der in Bremen sehr beliebte Tscheche stattet seinem Ex-Club einen Besuch ab. Eigentlich eine gute Gelegenheit für Werder, ihn noch nachträglich zu verabschieden. Vor einem Jahr war darauf wegen des drohenden Abstiegs und der Geisterkulisse in der Corona-Pandemie verzichtet worden. Doch der Club will vor der Partie nichts an den Abläufen ändern und keine Geschenke verteilen. „Das Spiel ist sehr wichtig, darauf liegt unser voller Fokus“, erklärte Clemens Fritz als Werders Leiter Profifußball.

Sehr wahrscheinlich hätte Theodor Gebre Selassie dieses Rampenlicht ohnehin nicht gewollt, der 35-Jährige ist da eher bescheiden. Umso mehr freut er sich auf die Rückkehr nach Bremen – und noch mehr auf das entscheidende Spiel um den Aufstieg. „Es ist toll für mich, dass ich das miterleben kann“, sagte der Ex-Profi von Werder Bremen im „Sportblitz“ von Radio Bremen: „Es werden sehr viele Emotionen dabei sein. Ich freue mich riesig, auch auf die Atmosphäre im Stadion.“

Werder Bremen-Ex-Profi Theodor Gebre Selassie vor Saisonfinale: „Ich freue mich riesig, auch auf die Atmosphäre im Stadi

Vor fast genau einem Jahr war das ganz anders gewesen, im fast leeren Stadion ging Gebre Selassie nach dem 2:4 gegen Borussia Mönchengladbach nicht nur als Verlierer vom Platz, sondern auch als Absteiger – und das quasi für immer. Der Kapitän von Werder Bremen wechselte nach neun Jahren an der Weser zurück in die tschechische Heimat zu Slovan Liberec. Dort ist die Saison bereits vorbei, Slovan belegte am Ende Rang acht. „Der Abstieg ist etwas, das man nie vergisst. Das war eine sportliche Tragödie für mich, ein sehr trauriger Tag für alle Werder-Fans“, blickte Theodor Gebre Selassie noch mal kurz zurück und fügte dann zufrieden an: „Dass sich die Jungs die Situation erkämpft haben, alles wieder gut zu machen – das ist super.“ Nur eine Prognose wollte er partout nicht abgeben: „Ich will nicht viel darüber reden, denn es ist noch nicht vorbei. Die Ausgangslage ist gut, aber eben noch nicht fertig. Wenn es vorbei ist, dann sage ich super, dass sich der Kreis schließt.“

Werder Bremen-Ex-Profi Theodor Gebre Selassie vor Regensburg-Spiel: „Ich werde Jiri Pavlenka in Ruhe lassen“

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Nach Bremen will Theodor Gebre Selassie mit seiner Frau und den beiden Söhnen kommen. „Seit einer Woche laufen sie komplett in Werder-Klamotten herum. Auch sie fiebern schon mit“, berichtete der Abwehrspieler. Für die Zeit in der Hansestadt sind auch Treffen mit Freunden und Nachbarn sowie mit seinem ehemaligen Teamkollegen Philipp Bargfrede und dessen Familie geplant. Seinen Landsmann Jiri Pavlenka, der am Sonntag das Tor von Werder Bremen sauber halten soll, kontaktiert Gebre Selassie ganz bewusst nicht: „Ich werde Pavlas in Ruhe lassen. Alle wissen, worum es geht. Es gibt nichts zu sagen. Ich wünsche viel Glück, mehr ist nicht nötig.“ (kni)

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