+
Thomas Böhm und Frank Baumann im Trainingslager

Jetzt bewegt sich was

Junuzovic-Berater zu Gesprächen im Zillertal

Zell am Ziller - Folgt der Absage an Trabzonspor nun die Zusage an Werder? Nein! Oder besser: nicht unmittelbar. Denn der Weg bis zu einer Einigung zwischen Zlatko Junuzovic und Werder Bremen über eine Verlängerung des bis 2018 laufenden Vertrages scheint noch weit zu sein. Immerhin gingen die Parteien am Montag gemeinsam einen Schritt nach vorn.

Junuzovic-Berater Thomas Böhm besuchte seinen Klienten im Teamhotel in Zell am Ziller. Zuvor hatte sich Böhm das Training angeschaut – mit Frank Baumann als Sitznachbarn.

„Es war nur ein normaler Besuch“, sagte Baumann hinterher, grinste aber dabei. „Natürlich haben wir über Zlatko gesprochen.“ Aber nur kurz, Böhm musste angeblich schnell weiter. Klar ist mittlerweile: Junuzovic will verlängern. Berater Böhm sagte: „Wir haben eine gute Basis. Wir sind in Gesprächen und werden diese auch weiterführen.“

An den Fakten in dem Poker hat sich durch den Besuch wohl nichts geändert. Junuzovic, der das finanziell interessante Angebot von Trabzonspor abgelehnt hatte, wartet auf die Reaktion des Clubs. Ein erster Vorstoß des SV Werder löste bei dem neuen Werder-Käpt’n wenig Begeisterung aus. 

Der Versuch, den 29-Jährigen langfristig zu binden, sah so aus: Junuzovic soll 30 Prozent weniger verdienen. Es ist ein ungewöhnliches Vorgehen bei einem Spieler, der erst vor wenigen Wochen von Trainer Alexander Nouri zum Teamleader befördert worden war.

Baumann überrascht von Junuzovic-Aussage

Doch zwischen Sportchef Frank Baumann und Zlatko Junuzovic ist das Verhältnis etwas angespannt. „Die Aussage von ihm, dass es noch kein Vertragsangebot gegeben hat, hat mich überrascht“, sagte Baumann im Trainingslager in Zell am Ziller – es war die Folge einer noch fehlenden Sprachregelung zwischen den beiden. 

Denn dass Junuzovic in der Medienrunde am Sonntag die Existenz des Werder-Angebots unter der Decke hielt, kann auch den Grund haben, dass er nicht drüber reden wollte. Ansonsten hätte er wohl erklären müssen, wie gut er die Offerte findet – oder in diesem Fall eher wie schlecht. Es wäre demnach eine Heimlichtuerei aus Höflichkeit gewesen, die für die Irritation bei Baumann sorgt.

Dabei wollen da eigentlich Zwei das Gleiche: Einen neuen Vertrag. Junuzovic würde dem Vernehmen nach am liebsten sofort bei Werder verlängern. Trotzdem ist alles auch eine Preisfrage. Genauso für Werder. Offenbar sind dem Club die Dienste des Mittelfeldspielers nicht mehr so viel wert wie zuletzt. Oder besser gesagt: Zlatko Junuzovic gilt vereinsintern nach seiner letzten Vertragsverlängerung im Februar 2015 mit über zwei Millionen Euro Jahresgehalt als ein wenig überbezahlt.

Zlatko Junuzovic: Seine Karriere in Bildern

Zlatko Junuzovic
Zlatko Junuzovics Karriere begann in seiner Heimat Österreich. Nach seiner Jugendzeit in Graz wechselte „Zladdi“ im Sommer 2007 zu Austria Kärnten. Dort verweilte er zwei Jahre.  © imago
Zlatko Junuzovic
Dann schloss er sich dem 24-fachen Meister Austria Wien an, wo er für drei Jahre spielte. © imago
Zlatko Junuzovic
Im Januar 2012 holten Ex-Trainer Thomas Schaf und Ex-Manager Klaus Allofs den Mittelfeldallrouner Junuzovic an die Weser. Bei Werder unterschrieb er zunächst bis Sommer 2015. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Der Österreicher war bei Werder direkt gefordert... © nordphoto
Zlatko Junuzovic
...und stand in der Rückrunde 15 Mal auf dem Platz - meistens über die volle Spielzeit. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
In der Saison 2013/14 schoss der Österreicher den 1:0-Siegtreffer im Nordderby gegen den Hamburger SV. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Im Februar 2015 verlängerte Junuzovic seinen Vertrag vorzeitig bis 2018. Werder-Anhänger machten sich zuvor mit Sprechchören und Plakaten für den Verbleib von Junuzovic stark. Unter dem Hashtag #JunobleibtBremer fanden viele Fans zusammen. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Seine bisher beste Saison bei den Grün-Weißen hatte der Mittelfeldspieler 2014/15. Am Ende dieser Spielzeit standen sechs Treffer und 16 Torvorlagen auf Junuzovics Konto. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Der österreichische Nationalspieler biss immer auf die Zähne und zählt mittlerweile zu den Führungsspielern in Bremen. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Nach dem Karriereende von Clemens Fritz wurde Junuzovic von Cheftrainer Alexander Nouri sogar zum Kapitän ernannt. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Ab der Saison 2017/18 trägt er nun die Binde als neuer Spielführer. Ganz neu ist das für den Profi aber nicht. Zuvor war er schon Vizekapitän gewesen. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Am 13. Oktober 2017 gab Junuzovic überraschend sein Karriere-Ende in der österreichischen Nationalmannschaft bekannt. © imago

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Auch interessant

Was denkst Du über den Artikel?

Nichts mehr verpassen

Kommentare