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Milos Veljkovic (v.l.), Ludwig Augustinsson und Thomas Delaney - drei Werder-Profis träumen von der großen WM.

Werders potenzielle WM-Fahrer über Ziele und Träume

Veljkovic, Augustinsson und Delaney: Ein Trio für Russland

Bremen - Ludwig Augustinsson weiß, wie es ist, er hat es schließlich schon hautnah erlebt – wenn auch nur aus der Beobachterrolle.

2016 war es, da gehörte der Linksverteidiger bei der EM in Frankreich zum Aufgebot der schwedischen Nationalmannschaft. Zum Einsatz kam er nicht .„Es war trotzdem eine gute Erfahrung, die mir jetzt hilft“, sagt Augustinsson, der als einer von drei Werder-Profis aller Voraussicht nach an der WM in Russland teilnehmen wird. Neben dem Schweden dürften am 14. Mai auch der Däne Thomas Delaney und der Serbe Milos Veljkovic von ihren Nationaltrainern vorläufig für das Turnier nominiert werden, ehe am 4. Juni die endgültigen Kader feststehen. Am Dienstag hat Werders Trio für Russland schon einmal über Ziele, Träume und Erwartungen rund um die WM gesprochen.

Thomas Delaney

Dänemark, 25 A-Länderspiele

Der 26-Jährige redet im voll besetzten Medienraum des Weserstadions gar nicht erst lange drum herum, sondern kommt gleich zum Punkt: „Meine Erwartungen an die WM sind sehr hoch. Es ist das feinste Turnier, das es im Fußball gibt.“ Und eines, das Delaney gerne nutzen möchte, um seinen ohnehin schon bekannten Namen noch etwas bekannter zu machen. „Klar wünsche ich mir eine tolle WM, bei der alle meine Fähigkeiten sehen können“, sagt er. „Druck spüre ich deshalb aber nicht.“ Das Turnier soll für Delaney ein Sprungbrett in Richtung England sein, so viel steht schon vor dem ersten Anstoß in Russland fest. Ein Weiterkommen Dänemarks in Gruppe C würde da sicher helfen. „Frankreich ist in unserer Gruppe das beste Team. Wichtig werden die Spiele gegen Australien und Peru. Da geht es ums Weiterkommen“, sagt er.

Das dänische Team von Coach Age Hareide bezeichnet Delaney als „pragmatisch. Wir können aggressiv , aber auch technisch spielen.“ Die besten Individualisten seien Christian Eriksen („Er ist unser Star“) und der in Uganda geborene Pione Sisto („Er spielt sehr undänisch“). Delaney weiß, dass auch die aktuelle Mannschaft mit den dänischen Europameistern von 1992 verglichen werden wird. „Ich will nicht sagen, dass es wie ein Schatten über uns liegt, aber es ist immer noch Thema“, sagt der Mittelfeldspieler, für den Deutschland und Spanien die besten Chancen auf den Titel haben.

Milos Veljkovic

Serbien, 2 A-Länderspiele

Im Sommer 2013 U 19-Europameister, 2015 dann U 20-Weltmeister – kein anderer aktueller Werder-Profi hat in seiner Laufbahn mehr internationale Titel geholt als der Innenverteidiger, der nun vor seinem ersten Senioren-Turnier steht. „Das ist jetzt etwas ganz anderes. Es waren damals schöne Erfahrungen, aber ich muss mich wieder ganz neu beweisen“, sagt Veljkovic, der im November unter Serbiens Neu-Nationaltrainer und Ex-Werder-Profi Mladen Krstajic in der A-Nationalelf debütierte. Zwar ist er mit 22 Jahren einer der Jüngsten in der Mannschaft, Veljkovic weiß aber trotzdem, was er kann – und vor allem will: „Ich will spielen. Der neue Trainer hat schon einige jüngere Spieler integriert, und ich bin sehr stolz, dass ich für Serbien auflaufen kann.“

Geboren wurde Veljkovic in der Schweiz, er bestritt sogar ein U 16-Länderspiel für die Eidgenossen, ehe er sich für Serbien entschied. „Für Serbien zu spielen, war immer mein Traum“, betont er, das Schweizer Nationalteam sei nie ein großes Thema gewesen. Die Schweiz ansonsten schon, denn Veljkovic wuchs in Basel auf, noch heute lebt seine Familie in der Stadt. Da ist es für den Abwehrspieler natürlich „sehr speziell“, dass es in Russland in der Gruppenphase neben Costa Rica und Brasilien gegen die Schweiz geht. „Ich hoffe, dass meine Schweizer Freunde trotzdem zu mir halten“, schmunzelt er.

Ludwig Augustinsson

Schweden, 14 A-Länderspiele

„Ein großes Schaufenster, um sich selbst zu zeigen“ ist die WM in Russland für den 24-Jährigen, der mit Schweden in der Vorrunde auf Weltmeister Deutschland, Mexiko und Südkorea trifft. Bereitet da etwa neben Thomas Delaney der nächste Werder-Profi seinen Abgang nach dem Turnier vor? Vielleicht, aber bei Augustinsson dürfen sich die Fans größere Hoffnungen auf einen Verbleib machen. „Ich weiß, dass es Interesse an mir gibt, aber ich habe keine Pläne, Werder nach nur einem Jahr wieder zu verlassen“, betont er: „Ich habe noch viel Luft nach oben, mich hier zu entwickeln.“

Ob der Linksverteidiger das nach einem für ihn positiven Turnierverlauf immer noch so sieht, bleibt freilich abzuwarten. So oder so: Augustinsson freut sich unbändig auf Russland: „Das wird eine tolle Erfahrung. Wir wollen die Gruppenphase überstehen. Dafür ist gleich das erste Spiel gegen Südkorea ein Schlüsselspiel.“ Augustinsson weiß, wie wichtig ein Auftaktsieg für sein Heimatland wäre, denn danach geht es gegen Deutschland, das „Ludde“ neben Brasilien als Topfavoriten auf den Turniersieg nennt. „Sie sind Maschinen“, sagt er über die deutschen Nationalspieler.

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