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Thomas Delaney war gegen Hoffenheim Kapitän, will auch zukünftig noch mehr vorangehen.

Nach 0:1 gegen Hoffenheim

Delaney, Augustinsson und die „neue Mentalität“

Bremen - Nein, sagt Thomas Delaney, die Niederlage gegen Hoffenheim habe ihn nicht schlecht schlafen lassen, zumindest nicht schlechter als sonst.

„Ich schlafe grundsätzlich nach den Spielen nicht so gut“, sagt der Däne. Vielleicht noch einen Tag werde ihn das Spiel beschäftigen. Dann heißt es: Niederlage abschütteln, Spiel analysieren, nach vorne gucken. Dennoch machte der 25-Jährige bereits gestern Vormittag nach dem 0:1 zum Bundesliga-Auftakt einen fitten und aufgeräumten Eindruck - und nahm sich selbst in die Pflicht.

„Wir haben gut verteidigt“, sagt Delaney. „Wir haben immer gesagt, dass das ein Bereich ist, in dem wir uns verbessern wollten, und das haben wir in diesem Spiel gezeigt. In der zweiten Halbzeit hat uns Hoffenheim zwar stark unter Druck gesetzt, aber ich hatte das Gefühl, dass wir die schwierigen Situationen unter Kontrolle hatten.“ Kontrolle in der Defensive alleine, das reiche aber nicht. „90 Minuten werden sehr lang gegen Teams wie Hoffenheim oder nächste Woche Bayern, wenn man den Ball nicht hat.“

Delaney, der die Mannschaft in Abwesenheit von Zlatko Junuzovic und Niklas Moisander erstmals in der Bundesliga als Kapitän aufs Feld führte, will noch mehr Verantwortung übernehmen, will selber das Spiel gestalten, als „Achter“ Impulse nach vorne setzen. Gegen Hoffenheim gelang ihm das kaum. „Wir haben als ganzes Mittelfeld die Räume nicht gefunden, um das Spiel zu kontrollieren“, erklärt Delaney.

Delaney: Augustinsson braucht noch Zeit

Ein Spiel ohne Ballbesitz, das ist nicht nur für ihn selbst schwierig, sondern auch für seinen ehemaligen und Jetzt-wieder-Mitspieler Ludwig Augustinsson. „Er hat es gut gemacht, aber es war nicht das leichteste Spiel für ihn“, sagt Delaney über den Linkverteidiger. Beim Ex-Club FC Kopenhagen sei er nicht nur mehr Ballbesitz gewohnt, sondern hatte auch noch einen zweiten Mann auf der linken Seite vor, neben oder hinter sich. „Jetzt ist er dort ganz allein. Wir sollten viel von ihm erwarten, aber wir sollten ihm auch Zeit geben, sich einzugewöhnen.“

Augustinsson müsse aber nicht nur an neue Spielsysteme und Taktiken gewöhnen, sondern auch an eine „neue Mentalität“ bei einem Club, der eben nicht wie der FC Kopenhagen Meister ist und Champions League spielt. „Er wird lernen müssen, dass wir nicht jede Woche drei Punkte holen.“ Hoffenheim war die erste Lehrstunde.

Einzelkritik: Kruse und Bartels noch nicht auf Betriebstemperatur 

Jiri Pavlenka: Der Torhüter wirkte bei seinem Bundesliga-Debüt präsent, wurde allerdings auch nicht großartig gefordert. Leistete sich eine kleine Unsicherheit gegen Szalai, die ohne Folgen blieb (28.). Beim Gegentor ohne Schuld. Verhinderte das 0:2 gegen Demirbay in der Nachspielzeit. Note: 3
Jiri Pavlenka: Der Torhüter wirkte bei seinem Bundesliga-Debüt präsent, wurde allerdings auch nicht großartig gefordert. Leistete sich eine kleine Unsicherheit gegen Szalai, die ohne Folgen blieb (28.). Beim Gegentor ohne Schuld. Verhinderte das 0:2 gegen Demirbay in der Nachspielzeit. Note: 3 © nordphoto
Robert Bauer: Spielte erwartungsgemäß als rechter Innenverteidiger in der Dreierkette und bewies, dass er diese Rolle beherrscht. Wie immer mit großem Kampfgeist. Fälschte den Kramaric-Schuss unglücklich ab (84.). Note: 3
Robert Bauer: Spielte erwartungsgemäß als rechter Innenverteidiger in der Dreierkette und bewies, dass er diese Rolle beherrscht. Wie immer mit großem Kampfgeist. Fälschte den Kramaric-Schuss unglücklich ab (84.). Note: 3 © nordphoto
Lamine Sane: Der zentrale Mann in Werders Abwehr wirkte in der Anfangsphase fahrig und war gleich in mehreren Situationen nicht auf der Höhe. In der Folge trug er seinen Teil dazu bei, dass Werders Abwehr lange Zeit dichthielt. Note: 3,5
Lamine Sane: Der zentrale Mann in Werders Abwehr wirkte in der Anfangsphase fahrig und war gleich in mehreren Situationen nicht auf der Höhe. In der Folge trug er seinen Teil dazu bei, dass Werders Abwehr lange Zeit dichthielt. Note: 3,5 © nordphoto
Milos Veljkovic: Spielte im Grunde wie immer: Unauffällig und solide. Als linker Part der Dreierkette zeigte er jedoch kaum die langen Diagonalbälle, die als seine große Stärke gelten. Note: 3
Milos Veljkovic: Spielte im Grunde wie immer: Unauffällig und solide. Als linker Part der Dreierkette zeigte er jedoch kaum die langen Diagonalbälle, die als seine große Stärke gelten. Note: 3 © nordphoto
Theodor Gebre Selassie: Vorstöße über die rechte Seite gab es vom Tschechen kaum, dafür musste er zu sehr in der Defensive mithelfen, was er über weite Strecken zuverlässig tat. Note: 3
Theodor Gebre Selassie: Vorstöße über die rechte Seite gab es vom Tschechen kaum, dafür musste er zu sehr in der Defensive mithelfen, was er über weite Strecken zuverlässig tat. Note: 3 © nordphoto
Ludwig Augustinsson: Der Neuzugang aus Kopenhagen hatte gleich in seinem ersten Bundesliga-Spiel eine dicke Torchance: Er scheiterte mit einem wuchtigen Linksschuss an TSG-Keeper Baumann (35.) Auch er musste gegen einen dominanten Gegner vor allem verteidigen, war auf der linken Außenbahn viel unterwegs. Seine gefürchteten Flanken blieben jedoch aus. Note: 3
Ludwig Augustinsson: Der Neuzugang aus Kopenhagen hatte gleich in seinem ersten Bundesliga-Spiel eine dicke Torchance: Er scheiterte mit einem wuchtigen Linksschuss an TSG-Keeper Baumann (35.) Auch er musste gegen einen dominanten Gegner vor allem verteidigen, war auf der linken Außenbahn viel unterwegs. Seine gefürchteten Flanken blieben jedoch aus. Note: 3 © nordphoto
Maximilian Eggestein (bis 87.): In der Anfangsphase hatte der 20-Jährige große Probleme, als Sechser Ordnung ins Bremer Spiel zu bringen. Steigerte sich im weiteren Verlauf und behauptete wichtige Bälle. Note: 3,5
Maximilian Eggestein (bis 87.): In der Anfangsphase hatte der 20-Jährige große Probleme, als Sechser Ordnung ins Bremer Spiel zu bringen. Steigerte sich im weiteren Verlauf und behauptete wichtige Bälle. Note: 3,5 © nordphoto
Florian Kainz (bis 67.): Obwohl es erst der erste Spieltag war – diese Szene dürfte es in jeden Saisonrückblick schaffen: Der Österreicher verfehlte aus fünf Metern das leere Tor (29.). Es wäre die Führung für Werder gewesen. Spielte neben Delaney als Achter. Rannte sich oft fest und trennte sich zu spät vom Ball. In der Rückwärtsbewegung mit einigen unnötigen Fouls. Note: 4,5
Florian Kainz (bis 67.): Obwohl es erst der erste Spieltag war – diese Szene dürfte es in jeden Saisonrückblick schaffen: Der Österreicher verfehlte aus fünf Metern das leere Tor (29.). Es wäre die Führung für Werder gewesen. Spielte neben Delaney als Achter. Rannte sich oft fest und trennte sich zu spät vom Ball. In der Rückwärtsbewegung mit einigen unnötigen Fouls. Note: 4,5 © nordphoto
Thomas Delaney: Der Däne führte Werder wieder als Kapitän aufs Feld. Ähnlich wie Eggestein benötigte er etwas Zeit, um sich auf die Hoffenheimer Kombinationswucht einzustellen. Danach körperlich sehr präsent. Impulse nach vorne kamen von ihm aber nicht. Note 3,5
Thomas Delaney: Der Däne führte Werder wieder als Kapitän aufs Feld. Ähnlich wie Eggestein benötigte er etwas Zeit, um sich auf die Hoffenheimer Kombinationswucht einzustellen. Danach körperlich sehr präsent. Impulse nach vorne kamen von ihm aber nicht. Note 3,5 © nordphoto
Fin Bartels (bis 75.): Er hatte Kainz vor dessen Mega-Chance schön in Szene gesetzt – mehr auffällige Aktionen zeigte der 30-Jährige jedoch nicht. Verlor viele Bälle und strahlte überhaupt keine Torgefahr aus. Note: 4,5
Fin Bartels (bis 75.): Er hatte Kainz vor dessen Mega-Chance schön in Szene gesetzt – mehr auffällige Aktionen zeigte der 30-Jährige jedoch nicht. Verlor viele Bälle und strahlte überhaupt keine Torgefahr aus. Note: 4,5 © nordphoto
Max Kruse: Bei seinen wenigen Abschlüssen agierte er unglücklich, schoss mal weit über das Tor oder wurde geblockt. Schaffte es nicht, die wenigen Bremer Konter mit seinen Ideen zu veredeln, weil das Spiel ziemlich an ihm vorbeilief. Note: 4
Max Kruse: Bei seinen wenigen Abschlüssen agierte er unglücklich, schoss mal weit über das Tor oder wurde geblockt. Schaffte es nicht, die wenigen Bremer Konter mit seinen Ideen zu veredeln, weil das Spiel ziemlich an ihm vorbeilief. Note: 4 © nordphoto
Philipp Bargfrede (ab 67.): Sollte Werders Defensivbollwerk weiter stärken. Note -
Philipp Bargfrede (ab 67.): Sollte Werders Defensivbollwerk weiter stärken. Note - © nordphoto (Archiv)
Jerome Gondorf (ab 75.): Spielte in der Schlussphase hinter den Spitzen, hatte dort aber auch keine zündenden Ideen mehr. Note -
Jerome Gondorf (ab 75.): Spielte in der Schlussphase hinter den Spitzen, hatte dort aber auch keine zündenden Ideen mehr. Note - © nordphoto
Aron Johannsson (ab 87.): Der eigentlich schon ausgemusterte Stürmer setzte als Joker keine Akzente mehr. Note -
Aron Johannsson (ab 87.): Der eigentlich schon ausgemusterte Stürmer setzte als Joker keine Akzente mehr. Note - © nordphoto
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