Thomas Delaney spielte von Januar 2017 bis Sommer 2018 beim SV Werder Bremen.
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Thomas Delaney spielte von Januar 2017 bis Sommer 2018 beim SV Werder Bremen.

Ex-Werder-Profi jetzt in Sevilla

Thomas Delaney denkt noch an Bremen: „Es tut weh, zu sehen, wo Werder steht“

Sevilla - Wer ihn kennt, weiß, dass dieses Bekenntnis nicht aus hohlen Worten besteht. Thomas Delaney, der Musterprofi, der einst von Januar 2017 bis Sommer 2018 in Bremen unter Vertrag stand, bemüht nie die handelsüblichen Phrasen, derer sich andere im bezahlten Fußballs häufiger bedienen. „Es tut weh, zu sehen, wo Werder Bremen augenblicklich steht“, drückt der Däne, der am Mittwoch mit dem FC Sevilla seine einstige Wahlheimat Deutschland für die Partie in der Champions League in Wolfsburg besucht, seine Gefühle für den ehemaligen Arbeitgeber aus.

„Nur gute Erinnerungen“ habe er an die Zeit im Norden, erklärt der 30-Jährige im Gespräch mit der Deichstube. „Gute Erinnerungen an die Stadt, an den Club und an die Mannschaft.“ Diese Zeit, die ihm den Einstieg in das internationale Geschäft erleichtert habe, möchte er nicht missen. Der Niedergang von Werder Bremen mit dem schleichenden Prozess und dem negativen Schlusspunkt des Abstiegs hat er als Angestellter bei Borussia Dortmund intensiv verfolgen können. Kommentar von Thomas Delaney: „Es ist zu einer Abwärtsspirale gekommen, zu einem Strudel, aus dem sich die Mannschaft nicht mehr befreien konnte.“

Schade findet er auch das Schicksal, das der Trainer erlitten hat. Florian Kohfeldts Abberufung einen Spieltag vor dem Saisonende ist ihm an die Nieren gegangen. Aus diesen Beweggründen: „Er ist eine gute Person, er hat es lange Zeit gut gemacht. Ein Coach, der intensiv gearbeitet hat, sich um alle Details gekümmert hat und Entwicklungen anstoßen wollte.“ Mit Kohfeldt, lobt Thomas Delaney, sei er persönlich „immer gut zurechtgekommen“. Es sei schon tragisch, wie es zu diesem Absturz habe kommen können. 2018 zum Trainer des Jahres gekürt, ging es mit dem Fußballlehrer gleichermaßen rapide bergab wie mit dem Club. „Ich wünsche Florian Kohfeldt alles Gute und hoffe, dass er bald wieder einen Job findet.“

Thomas Delaney: „Werder Bremen gehört in die 1. Liga“

Werder Bremen in der 2. Liga, in einer Spielklasse, so die dezidierte Meinung des dänischen Nationalspielers, in die Werder nicht hineingehöre. Obwohl er nach gut drei Jahren schon etwas Abstand zu den Grün-Weißen gewonnen habe, fiebert Delaney noch mit seinem Ex-Club. „Ich drücke die Daumen, dass Werder möglichst rasch den Wiederaufstieg schafft.“ Und der Mittelfeldspieler betont, was bei den meisten Experten und Fans als gängige Sprachregelung gilt: „Werder gehört in die 1. Liga.“

Dass es gerade in dieser Spielzeit enorm schwer ist, dort wieder hinzukommen, ist Thomas Delaney bewusst. Die vielen Transfers im Sommer und der Umbruch im Kader erschwerten die Aufgabe, sagt er. „Zudem ist die Konkurrenz gerade in diesem Spieljahr besonders hart – nicht nur durch den Mitabsteiger Schalke und den Nordrivalen Hamburger SV.“

2018 wechselte Thomas Delaney von Werder Bremen zu Borussia Dortmund

Thomas Delaney selbst spielt in der Königsklasse des Fußballs. Sein Transfer aus Dortmund zum sechsmaligen Europacupsieger nach Spanien für eine Sockelablöse von sechs Millionen Euro nimmt sich aus wie ein weiterer Meilenstein in einer perfekten Karriereplanung des ehemaligen Spielers von Werder Bremen. Delaney fühlt sich wohl in Andalusien und hat in dem hochklassig besetzten Kader beim spanischen Tabellendritten schon reichlich Spielpraxis erhalten. Zweimal in der Startelf, dreimal eingewechselt – er ist auf gutem Weg, sich einen Stammplatz zu sichern. „Das ist mein Ziel“, sagt der Legionär, „eine Garantie dafür gibt es nirgendwo. Und diese will ich auch gar nicht haben.“

Drei Plätze im Mittelfeld sind im System von Julen Lopetegui, dem Coach, der 2018 bei der WM die spanische Nationalelf betreut hat, vorgesehen. Die Konkurrenz ist namhaft: Ivan Rakitic, Vize-Weltmeister aus Kroatien, der Brasilianer Fernando, der Spanier Juan Jordan sowie der Argentinier Alejandro Gomez. Am Wochenende beim 2:0-Erfolog gegen Espanyol Barcelona stand Delaney in der ersten Elf, leistete sich aber „eine dumme Aktion, einen Fehler, der mir nicht passieren darf.“ Der untadelige Sportsmann musste den ersten Feldverweis seiner Laufbahn hinnehmen. Zur Erläuterung der Szene: „Ich habe zweimal gestikuliert und protestiert nach Entscheidungen des Schiedsrichters.“ Die Sperre gilt natürlich nicht für den internationalen Wettbewerb, so dass Sünder Thomas Delaney in Wolfsburg im Kader steht. (hgk) Auch interessant: „Tut mir leid“ - Ex-Bremer Ludwig Augustinsson entschuldigt sich bei Werder-Fans, aber verteidigt seinen Sevilla-Wechsel.

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