Thomas Delaney
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Thomas Delaney hatte viel Spaß bei dem etwas anderen Interview mit dieser Zeitung.

Das-erste-Mal-Interview

Werder-Neuzugang Thomas Delaney: „Ich will nach oben - schnell“

Bremen - Von Carsten Sander. Das Debüt naht. Am Samstag läuft Winter-Einkauf Thomas Delaney das erste Mal mit Werder Bremen auf. Das erste Mal im Weserstadion, das erste Mal vor den neuen Fans, das erste Mal Bundesliga.

Alles ist neu für den 25 Jahre alten Dänen, der im ersten Interview mit der Kreiszeitung verrät, wie er über die ersten Herausforderungen denkt und wie andere erste Male gelaufen sind – vom ersten Kuss bis zum ersten Fehler in der Werder-Kabine.

Das erste Mal Bundesliga

„Ich habe keine Angst, aber ich bin wirklich aufgeregt. In Dänemark hatten wir pro Saison vielleicht sechs Spiele auf dem Niveau, das mich jetzt in jedem Spiel erwartet. Ich bin aufgeregt, eine neue Atmos-phäre in einer größeren Liga zu spüren. Bundesliga – das ist für mich wie jede Woche Champions oder Europa League.

Der erste Ballkontakt

„Für mich ist das nicht so wichtig. Ich mache mein Spiel nicht davon abhängig, ob die erste Aktion gelingt. Was soll ich machen, wenn der erste Zweikampf ein Kopfballduell gegen einen riesigen Verteidiger ist? Ich mag es, mein Spiel aufzubauen. Aber ja, im ersten Spiel in einer neuen Liga und in einer neuen Rolle sind die ersten fünf Minuten schon wichtig.

Das erste Mal Weserstadion

„Eine große Sache für mich. Ich bin es nicht gewohnt, jedes Heimspiel in einem ausverkauften Stadion zu spielen. Das ist übrigens auch einer der Gründe, weshalb ich nach Bremen gekommen bin. Ich freue mich auf die Atmosphäre – ein volles Stadion ist eine der Hauptsachen für einen Fußball-Profi. Und was ich gehört habe, sind die Bremer Fans in einem positiven Sinne verrückt. Sie unterstützen das Team auch in schweren Zeiten. Deshalb ist das Weserstadion für mich einer der schönsten Plätze, um Fußball zu spielen.“

Der erste Vereinswechsel

„Ich habe 22 Jahre für den FC Kopenhagen gespielt, man kann sagen, ich habe nie eine andere Teamkabine gesehen. Aber es war lange in meinen Gedanken, einmal zu wechseln. Als Werder kam, war es dann leicht. Die größte Umstellung sind natürlich die Menschen um mich herum. Aber alle hier sind nett, wir verständigen uns auf Englisch, solange mein Deutsch noch nicht gut genug ist.“

Erster Fehler in der Kabine

„Ich habe tatsächlich die Kleidung, die wir an Spieltagen brauchen, mit nach Hause genommen, um sie zu waschen. Das kenne ich so aus Kopenhagen. Peter, einer unserer Zeugwarte, kam zu mir und fragte: ,Wo zum Teufel sind deine Sachen?’ Das war mein erster, aber nicht mein einziger Fehler.“

Erstes deutsches Wort im Sprachkurs

„Ich muss überlegen. (Pause). Moin, ja es war Moin. Der Lehrer, zu dem ich in Kopenhagen gegangen bin, wusste, dass ich nach Bremen wechseln werde. Und er sagte: In Bremen heißt es Moin. In manchen Regionen Dänemarks übrigens auch, aber nicht in Kopenhagen und der Region Sjaelland, wo ich herkomme. Mein Lehrer meinte also, ich müsste mir das Moin jetzt merken, es würde mich in Bremen – anders als in Kopenhagen – auch niemand komisch angucken, wenn ich es sage.“

Das erste Idol

„Andrea Pirlo – ich war als Kind Fan des AC Mailand. Warum? Es ist einfach passiert. Aus irgendeinem Grund hatte ich ein Trikot von ihm, also war ich Fan. Vor ein paar Jahren habe ich dann mit dem FC Kopenhagen gegen ihn und Juventus gespielt – seither weiß ich, was für ein cooler Typ er ist. Und natürlich ein hervorragender Fußballer. Ich mag seinen Stil.“ (Pirlo ist mittlerweile 37 Jahre alt und spielt bei New York City FC, Anm. d. Red.)

Thomas Delaney ist schon voll auf Werder eingestellt und freut sich am Samstag auf ein volles Weserstadion.

Der erste Eindruck von Werder

„Sehr gut. Es ist leicht, mit jedem hier klarzukommen. Die Mannschaft hat viel Qualität, starke Individualisten wie Serge Gnabry, Max Kruse und Claudio Pizarro. Ich bin mehr Teamplayer. Ich lasse Serge dribbeln und Claudio die Tore machen – so sind die Rollen am besten verteilt.“

Erste Erwartungen an Sie

„Es ist schmeichelhaft und sehr schön, dass die Leute mir zutrauen, für Werder eine Verstärkung zu sein. Aber es wird ein Prozess. Vielleicht wird der Start großartig, vielleicht geht er voll daneben – wer weiß? Ich bin sicher, dass ich helfen kann. Aber es wird auch hoch und runter gehen. Ich muss noch viel über die Taktik bei Werder lernen, muss mich an die Bundesliga gewöhnen, muss meine Rolle finden. Das ist normal.“

Der erste Einkauf für die neue Wohnung

„Ich habe jetzt eine ziemlich große Wohnung mit zwei Gästezimmern, da musste ich also zwei neue Betten kaufen. Das war erstmal das Wichtigste, weil sich viele Leute angesagt hatten, meine Freundin Michelle und mich in Bremen zu besuchen. Diese Woche kommen Gäste, nächste Woche auch – ich glaube, es wird ein lebhaftes Haus.“

Erster Werder-Profi im Handy

„Aron Johannsson. Ich brauchte die Nummer unseres Autohauses, er hat sie mir gegeben.“

Erstes Ziel mit Werder

„Natürlich in der Tabelle nach oben klettern. Das wird vielleicht etwas dauern, weil wir in den ersten beiden Spielen (Werder erwartet nacheinander Dortmund und Bayern München im Weserstadion, Anm. d. Red.) nicht sicher sein können, dass wir punkten. Aber ich will nach oben – und ich möchte sehen, dass es schnell passiert.“

Die erste Tat des Tages

„Wenn ich die Zeit habe, ein Spaziergang mit meinem Hund Chester – und zwar noch vor einem Kaffee. Chester nervt nur rum, wenn er warten muss.“

Das erste getauschte Trikot

„Ich habe Pirlo, ich habe Pogba, aber ich mag es nicht, Trikots zu tauschen, wenn das Spiel verloren gegangen ist. Das erste Trikot muss aber eins vom FC Barcelona gewesen sein, wir hatten 1:1 gespielt in Kopenhagen. Ich war fünf Sekunden auf dem Feld und habe eines der Reservistentrikots bekommen. Ich konnte schließlich nicht Messi fragen. Ich habe also ein brandneues bekommen, vielleicht war es sogar noch eingepackt (lacht). Und ich glaube es war von Javier Mascherano.“

Verbleib des ersten Werder-Trikots

„Ich gebe es nicht weg. Das kommt zu meiner kleinen Sammlung. Ich habe nicht viele Trikots aufbewahrt, nur fünf, sechs, sieben Stück. Das Trikot aus dem ersten Bundesliga-Spiel kommt dann zu denen vom ersten Nationalmannschaftseinsatz und dem ersten Match für den FC Kopenhagen.“

Der erste Anruf nach der Werder-Premiere

„Mein Vater und meine Freundin werden am Samstag im Stadion sein, deshalb bekommt wahrscheinlich meine Mutter den ersten Anruf. Ich spreche nach jedem Spiel mit meinen Eltern.“

Der erste Berufswunsch

„Rennfahrer. Später natürlich Fußballer. Ich konnte mit den Karts dann doch nicht so gut umgehen.“

Das erste Auto

„Ein kleiner BMW aus der 1er-Serie, der kleinste, den man kriegen konnte. In Dänemark sind Autos enorm teuer.“

Der erste Crash

„Bisher noch keiner. Höchstens ein paar Schrammen im Parkhaus.“

Der erste Kuss

„Ich kann mich gar nicht erinnern. Ich bin mit meiner Freundin seit sieben Jahren zusammen, sie war also mein erster Kuss (lacht). Nein, wahrscheinlich auf dem Schulhof mit einem Mädchen, dem ich vorher richtig auf die Nerven gegangen bin.“

Der erste Wunsch für Samstag

„Dass ich nach dem Spiel gegen Dortmund über das ganze Gesicht grinse und von der Atmosphäre geflasht bin, nachdem wir drei Punkte geholt haben.“

Quelle: kreiszeitung.de

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