Werder Bremen-Serie: Der letzte Trainingsanzug von Thomas Schaaf liegt bis heute im Archiv des SVW.
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Werder Bremen-Serie: Der letzte Trainingsanzug von Thomas Schaaf liegt bis heute im Archiv des SVW.

Werder-Serie

Thomas Schaafs letztes Hemd: Perlen aus dem Werder-Archiv – Teil 1: Der Trainingsanzug als Symbol für das Ende einer Ära

Wimpel, Trikots, Magazine, Fotobände und noch vieles mehr – im offiziellen Archiv des SV Werder Bremen wird das Gedächtnis des Vereins verwahrt und gepflegt. Die DeichStube stellt in einer sechsteiligen Serie besondere Erinnerungsstücke aus der Sammlung vor.

Bremen – Schwarzer Hoodie, schwarze Hose – besonders auffällig sehen sie auf den ersten Blick nicht aus, die beiden Kleidungsstücke, denen im offiziellen Vereinsarchiv des SV Werder Bremen eine enorm große Bedeutung beigemessen wird. Warum? Nun ja, weil sie das Ende einer großen Ära markieren.

Von 1999 bis 2013 war Thomas Schaaf als Trainer für Werders Profis verantwortlich, gewann mit ihnen das Double 2004 und dazu noch zwei weitere Male den DFB-Pokal (1999 und 2009), ehe er gehen musste. Seinen letzten Trainingsanzug – wie gesagt, schwarzer Hoodie, schwarze Hose, auf denen jeweils die Initialen „TS“ zu lesen sind –, soll er tags darauf ordnungsgemäß in einer Tüte in der Geschäftsstelle abgegeben haben. So zumindest die Anekdote, die man sich bei Werder Bremen erzählt. Wie genau des Trainers letztes Hemd tatsächlich im Archiv gelandet ist, es lässt sich heute nicht mehr mit Sicherheit sagen. Dafür aber Folgendes: Wie die Stunden kurz vor Schaafs Entlassung im Frühjahr 2013 ausgesehen haben.

Ex-Werder-Bremen-Präsident Fischer zur Entlassung von Thomas Schaaf: „Eine meiner schmerzhaftesten Entscheidungen“

In den Tagen vor dem letzten Spieltag beim 1. FC Nürnberg kommt es im Mai zu einer Krisensitzung bei Werder Bremen, deren Inhalt so brisant ist, dass sie sicherheitshalber nicht im Weserstadion stattfindet, sondern im legendären „Turm 5“. Während das Stadion auf der Nordseite vier Glastürme zählt, in denen unter anderem das Ticketcenter, das „Wuseum“ sowie die Büros der Geschäftsführer untergebracht sind, liegt „Turm 5“ einige Schritte weiter den Osterdeich rauf: Es ist die Penthouse-Wohnung von Werders Präsident und Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer. Schon mehrfach waren die Bosse des Vereins hier zusammengekommen, um von den Journalisten unbemerkt wichtige Entscheidungen treffen zu können. Dieses Mal geht es um Thomas Schaafs Zukunft, stundenlang. Am Tisch sitzen: Der Trainer sowie die Geschäftsführer Fischer, Klaus Filbry und Thomas Eichin. Am Ende steht die Trennung fest, die Klaus-Dieter Fischer noch heute „eine meiner schmerzhaftesten Entscheidungen bei Werder“ nennt.

Thomas Schaaf verzichtet darauf, die Mannschaft noch ein aller letztes Mal während des Nürnberg-Spiels zu betreuen – und geht sofort. Natürlich nicht ahnend, dass er acht Jahre später für eine Partie als Feuerwehrmann noch einmal auf die Bank von Werder Bremen zurückkehren sollte. Was aber eine ganz andere Geschichte ist, die hier nicht erzählt werden soll. Nur so viel: Sein Outfit beim verlorenen Abstiegsfinale gegen Gladbach sah dem von 2013 zwar sehr ähnlich, hat es aber nicht ins Archiv geschafft. (dco)

 Im nächsten Teil: Der Gips von Andreas Herzog.

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