Wegen des Kontakts zu Personen aus dem rechten Milieu geht der SV Werder Bremen geht auf Distanz zu Tim Wiese - der Ex-Torwart stand dafür am Montagabend im Hansezelt auf dem Bremer Freimarkt auf der Bühne.
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Wegen des Kontakts zu Personen aus dem rechten Milieu geht der SV Werder Bremen geht auf Distanz zu Tim Wiese - der Ex-Torwart stand dafür am Montagabend im Hansezelt auf dem Bremer Freimarkt auf der Bühne.

Wirbel um Ex-Werder-Torhüter Wiese

Kontakt in rechte Szene: Der SV Werder Bremen distanziert sich von Tim Wiese - und der lässt sich auf dem Freimarkt feiern

Bremen – Es war am Montagnachmittag exakt 17.15 Uhr, als sich der SV Werder Bremen mit einer Mitteilung an die Öffentlichkeit wandte, die das Ergebnis einer zuvor abgehaltenen Krisensitzung verkündete. Tim Wiese, so geht es aus dem knappen Text hervor, ist ab sofort und bis auf Weiteres nicht mehr erwünscht beim Bundesligisten, weil er gegenüber dem Verein nicht glaubhaft hatte versichern können, keine Kontakte in die rechte Szene zu pflegen. Der Ex-Profi reagierte auf seine ganz eigene Weise auf dieses Vorgehen, er machte am Abend Party auf dem Bremer Freimarkt und ließ sich auf der Bühne im Hansezelt feiern.

„Uns bleiben trotz seiner Aussagen Zweifel, dass Tim sich diesen Kreisen nicht zugehörig fühlt. Bei unserer Haltung, die wir bei Werder Bremen vertreten, darf es aber keine Zweifel geben“, lässt sich Geschäftsführer und Präsident Hubertus Hess-Grunewald zitieren, ehe er erklärt, dass Ex-Profi Wiese künftig nicht mehr zu Veranstaltungen eingeladen und auch nicht mehr für die Werder-Traditionself auflaufen wird. „Werder distanziert sich von Tim Wiese“, steht über all dem als Überschrift geschrieben. Es ist ein Schritt, mit dem der Verein auf die lang anhaltenden Irritationen rund um seinen ehemaligen Spieler reagiert.

Erneut Fotos mit Personen aus der rechten Szene aufgetaucht: Werder Bremen distanziert sich von Tim Wiese

Am vergangenen Wochenende waren zum wiederholten Male brisante Fotos von Tim Wiese aufgetaucht. Diese zeigen den 40-Jährigen in Gesellschaft von Personen, die der rechten Szene zugeordnet werden. Das bewog Werder nun zum Handeln, nachdem es bereits zu Jahresbeginn ein ernstes Gespräch mit dem ehemaligen Keeper gegeben hatte. Damals habe der Club Wiese „unmissverständlich deutlich gemacht, dass dieser Umgang nicht mit den Werten des SV Werder Bremen zusammenpassen würde“, berichtet Hubertus Hess-Grunewald. Innerhalb der Fanszene entwickelte sich ein stets größer werdender Protest gegen Wiese, der am 1. Oktober während des Heimspiels gegen Borussia Mönchengladbach öffentlich und unübersehbar zum Ausdruck kam. „Wer mit Nazis abhängt, hat im Weserstadion nichts zu suchen – keine Bühne für Tim Wiese!“, stand auf einem Banner geschrieben, das in der Ostkurve auftauchte.

Gegenüber der DeichStube wies Tim Wiese die Vorwürfe tags darauf entschieden zurück. „Das ist absoluter Schwachsinn. Ich habe nichts mit der rechten Szene zu tun und positioniere mich auch ganz klar gegen Rechts“, betonte er. Ganz ähnliche Aussagen bekam damals auch Werder Bremens Leiter Profifußball Clemens Fritz zu hören, der mit Wiese einst in 205 Spielen gemeinsam für die Bremer auf dem Platz gestanden hatte. Der Kontakt zwischen den beiden Männern ist seitdem nicht abgerissen. „Ich habe vor zwei Wochen mit ihm telefoniert, nachdem beim Gladbach-Spiel das Banner hochgehalten worden war“, berichtete Fritz am Montagmittag – und erklärte: „Das, was er damals medial herausgegeben hat, hat er auch mir versichert, nämlich, dass er sich komplett von der rechten Szene distanziert. Das habe ich so hingenommen.“

Werder Bremens Präsident Hess-Grunewald über Tim Wiese: „Wird nicht mehr für die Traditionsmannschaft auflaufen“

Hubertus Hess-Grunewald nannte Wieses Positionierung gegen Rechts Anfang Oktober einen „guten und richtigen“ Schritt, kündigte aber auch an: „Wir werden ihn an diesen Aussagen messen und genau hinschauen.“ Zwei Wochen später tauchten dann die neuen Fotos auf, die Tim Wiese und eine Gruppe von Personen, von denen sich einige im rechten Spektrum bewegen sollen, ganz offensichtlich beim Besuch des Bremer Freimarkts zeigen.

Werder Bremen distanziert sich von Tim Wiese - und der Ex-Torwart lässt sich auf dem Bremer Freimarkt feiern

In einem Telefonat wurde der Ex-Profi, der während seiner Laufbahn in 266 Pflichtspielen für Werder Bremen im Tor stand, am Montagnachmittag von der Geschäftsführung des Vereins darüber informiert, dass er fortan unerwünscht ist. Ein offizielles Stadionverbot plant Werder nach Informationen der DeichStube aber weiterhin nicht. Tim Wiese selbst wollte sich auf Nachfrage am Montag nicht äußern, kündigte aber für die nächsten Tage eine Stellungnahme an. 

Versteckt hat sich der 40-Jährige aber ganz und gar nicht. Am Montagabend besuchte Tim Wiese den Bremer Freimarkt und stand im Hansezelt sogar auf der Bühne. Der DJ hatte ihn nach oben gebeten und dort sang der Ex-Profi dann mit Almklausi dessen Hit „Mama Laudaaa“. Die Stimmung der weit über 1.000 Feierwütigen war bestens, Wieses Verbannung von Werder Bremen spielte keine Rolle. (dco/kni)

Weiter mit der letzten Meldung:

Werder Bremen mit Krisensitzung wegen Tim Wiese - Clemens Fritz: „Die Situation hat uns überrascht“

Bremen - Seit das Foto am Wochenende in den Sozialen Netzwerken aufgetaucht ist, läuft eine intensive Debatte innerhalb des SV Werder Bremen, in deren Kern die Frage steht: Wie umgehen mit Ex-Torhüter Tim Wiese? Die Aufnahme zeigt den 40-Jährigen offenbar beim Besuch des Bremer Freimarkts - und das in Gesellschaft von Personen, die zum Teil der rechten Szene angehören sollen. Bereits in der Vergangenheit hatte es ähnliche Fotos von Wiese gegeben, die den ehemaligen Werder-Profi in zweifelhaftem Licht erscheinen ließen. „Für uns ist es jetzt wichtig, so viele Informationen wie möglich zu bekommen, um dann unsererseits eine Meldung herausgeben zu können“, erklärte Clemens Fritz, Werders Leiter Profifußball, am Montagmittag.

Während ihrer aktiven Laufbahn hatten Fritz und Tim Wiese in insgesamt 205 Spielen gemeinsam für Werder Bremen auf dem Platz gestanden. Der Kontakt zwischen den beiden Männern ist seitdem nicht abgerissen. Als es kürzlich während des Heimspiels gegen Borussia Mönchengladbach Fan-Proteste gegen Wiese gab, suchte Fritz im Nachgang den Austausch mit seinem ehemaligen Teamkollegen, den er grundsätzlich als „sehr angenehmen, witzigen“ Menschen beschreibt.  

Verwunderung bei Werder Bremen wegen Tim Wiese: „Die Situation hat uns überrascht“

„Ich habe vor zwei Wochen mit ihm telefoniert, nachdem beim Gladbach-Spiel das Banner hochgehalten worden war“, berichtete Fritz – und erklärte: „Das, was er damals medial herausgegeben hat, hat er auch mir versichert, nämlich, dass er sich komplett von der rechten Szene distanziert. Das habe ich so hingenommen.“ Das Auftauchen des neuerlichen Fotos am Wochenende haben Fritz und Werder Bremen mit entsprechend großer Verwunderung registriert. „Sicherlich ist das jetzt eine Situation, die uns auch ein Stück weit überrascht hat“, sagte Fritz, wollte dem Verein bei dessen angekündigtem Statement aber nicht zuvorkommen: „Ich weiß nicht, wer Derjenige auf dem Foto ist und ob sie sich vielleicht zufällig getroffen haben. Ich kenne da also keine Einzelheiten. Es wird dazu bei uns eine interne Runde geben. Dort wird sich dann ausgetauscht, wie wir damit umgehen.“

Diese Runde, an der die Geschäftsführung des Vereins teilnimmt, findet nach Informationen der DeichStube am Montagnachmittag statt. Wann Werder Bremen sich danach öffentlich zu dem Fall äußern wird, ist nicht bekannt. Tim Wiese war für die DeichStube bislang nicht zu erreichen. (dco)

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Kommentare

WildtypAntwort
(1)(0)

Ich bin immer noch sehr gespannt auf die Stellungnahme. Jetzt dauert es bestimmt wirklich nicht mehr lange.

WildtypAntwort
(0)(0)

Ich setze mir hiermit mal selbst eine Erinnerung. Kommt aber bestimmt demnächst.

KiwiRuferAntwort
(0)(0)

Werder sollte GAR KEINEN aus dem Stadion verbannen, bloß weil die Nase nicht passt. Wir sind hier in einem freien Land und jede/jeder sollte ein Fußballstadion besuchen dürfen, wenn er/sie sich an die Stadionordnung hält. Alles andere ist Blödsinn.