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Tim Wiese, Ex-Torwart des SV Werder Bremen, kritisierte unlängst Trainer Florian Kohfeldt und Keeper Jiri Pavlenka.

Ehemaliger Torwart von Werder Bremen

Tim Wiese übt nach Patzer Kritik an Florian Kohfeldt und Jiri Pavlenka

Bremen – Tim Wiese hat die erste Frage zu Jiri Pavlenka noch gar nicht ganz gehört, da schmettert er schon eine Antwort raus: „Das wäre mir nicht passiert!“ Was im ersten Moment etwas sehr selbstbewusst klingt, ist vom ehemaligen Torwart des SV Werder Bremen ganz anders gemeint.

Der 37-Jährige, der 2016 seine Karriere beendete, hat einen ganz speziellen Blick auf den Patzer von Werder-Keeper Jiri Pavlenka beim 2:2 gegen den SC Freiburg und wünscht sich zum Wohle der Torhüter ein Umdenken bei den Trainern. 

„Ich weiß ja, das ist der moderne Fußball. Torhüter sollen jetzt Spielmacher sein“, sagt Tim Wiese im Gespräch mit der DeichStube. Jiri Pavlenka hatte den Ball nach einer harmlosen Rückgabe angenommen und dann an Freiburgs Nils Petersen verloren, dem das zwischenzeitliche 1:1 gegen den SV Werder Bremen gelang. „Das kannst du vielleicht beim FC Barcelona machen, weil dort alle Spieler die Qualität dafür haben, so hinten herum zu spielen. Ansonsten ist das viel zu gefährlich. Das haben wir ja jetzt wieder gesehen. Ich als Torwart hätte den Ball viel eher einfach weggehauen.“

Werder Bremen: Tim Wiese kritisiert Torwart Jiri Pavlenka und Trainer Florian Kohfeldt

Dass Trainer Florian Kohfeldt den Treffer anschließend auf seine Kappe nahm, weil er vom Keeper das Mitspielen grundsätzlich fordert, findet Wiese unsinnig: „Das ärgert mich, denn am Ende bist du als Torwart trotzdem der Doofe. Ich würde das nicht mit mir machen lassen und dem Trainer klar sagen, wie ich spiele. Mit diesen langen Bällen haben wir es bei Werder Bremen bis in die Champions League geschafft.“ Wiese spielte von 2005 bis 2012 für die Grün-Weißen – und dabei 20 Mal in der Königsklasse.

Der Ex-Nationalspieler übt aber nicht nur an Kohfeldt Kritik, sondern auch an Jiri  Pavlenka. Das zweite Werder-Gegentor sei ebenfalls ganz klar ein Torwartfehler gewesen. Nach einer Freistoß-Hereingabe hatte Petersen fast von der Grundlinie aus geköpft und sich Pavlenka den Ball quasi selbst ins Tor geboxt. „Da traut er sich nicht raus“, findet Wiese. Natürlich hätte auch Verteidiger Ömer Toprak zum Ball gehen können, „aber als Torwart musst du da raus und notfalls alle umhauen, um die Situation zu bereinigen“.

Werder Bremen: Tim Wiese hat keinen Tipp auf Lager, wie man Patzer verarbeitet

Eine Torwart-Diskussion hält Wiese nach den Patzern trotzdem für absolut unnötig. „Der Pavlenka ist doch ein guter Torwart“, urteilt der Ex-Profi: „Leider fehlt ihm ein wenig die Aggressivität. Aber die ist heute sowieso nicht mehr so erwünscht.“ Einen Tipp, wie solche Patzer am schnellsten verarbeitet werden können, hat Wiese nicht: „Ich habe das immer sofort abgehakt, aber das ist eine Typfrage.“

Einen Vorteil habe Jiri Pavlenka allerdings: „Bei ihm ist das schneller vergessen als bei mir. Weil ich immer eine große Klappe hatte, haben einige Leute auf solche Fehler nur gewartet – und dann war zwei Wochen lang öffentlich richtig was los.“ (kni)

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Über seinen Umgang mit Fehlern spricht Jiri Pavlenka von Werder Bremen im Interview mit der DeichStube. Werder Bremen und das Toprak-Rätsel: Der Glücksfall wird zum Pechvogel, ist in einer Statistik aber ganz weit oben. Derweil weckt ein Torjäger Interesse in Italien: Milot Rashica von Werder Bremen wird beim AC Mailand gehandelt. Frank Baumann ist unterwegs: Der Sportchef von Werder Bremen schaut sich nach potentiellen Neuzugängen um. Vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach: Fohlen-Manager Max Eberl im Interview.

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