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Hinter ihm brennen im HSV-Block die Bengalos, aber Florian Kohfeldt grinst sich eins. Den Heimsieg im Nordderby ordnet der Werder-Coach als den wichtigsten Erfolg der Saison ein.

Werder-Coach verrät seine besonderen Momente der Saison

Kohfeldts Tops und Flops

Bremen - Es war seine erste Saison als Chefcoach einer Bundesliga-Mannschaft. 24 Mal stand Florian Kohfeldt seit Anfang November vergangenen Jahres an der Seitenlinie und trieb die Werder-Profis an, um die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen.

Bekanntlich mit Erfolg. Dabei gab es Höhen und Tiefen. Der DeichStube verrät der 35-Jährige seine persönlichen Highlights und die Momente, die ihm weniger schön in Erinnerung bleiben. Das sind Kohfeldts Tops und Flops:

Der wichtigste Sieg

„Das mag jetzt vielleicht etwas populistisch klingen, aber das war natürlich der Heimsieg gegen den Hamburger SV mit dem späten Siegtor. Das war schon sehr emotional. Aber ich denke dabei noch mehr an diese Kombination mit dem nächsten Heimspiel gegen Köln, das wir auch gewonnen haben. Da konnten wir uns endlich ein bisschen von unten absetzen.“

Die bitterste Niederlage

„Da schwanke ich zwischen dem Spiel in München und in Freiburg. Bei den Bayern (2:4, d. Red.) hatten wir tatsächlich die Chance, zu gewinnen. Und diese Gelegenheit bekommst du nicht oft, das machte es so bitter. In Freiburg (0:1, d. Red.) haben wir nicht so gut gespielt, müssen deshalb aber nicht verlieren. Da sind Sachen passiert, die wir nicht beeinflussen können, um es vorsichtig zu formulieren. Das hat mich sehr geärgert.“

Das schönste Tor

„Von der Kombination her das 2:2 gegen Mönchengladbach von Aron Johannsson. Vom Abschluss her hat mir aber das Tor von Maximilian Eggestein beim 2:1-Sieg in Dortmund am besten gefallen.“

Das ärgerlichste Gegentor

„Ganz klar: Das war das 2:2 im Heimspiel gegen Mainz 05 kurz vor Schluss – und das auch noch am letzten Bundesliga-Spieltag vor der Winterpause.“

Die beste Entscheidung

„Dass wir uns kurzfristig doch noch für ein Winter-Trainingslager in Algorfa entschieden haben. Das war insgesamt schon etwas riskant. Das Wetter hätte zu dieser Jahreszeit in diesem Teil von Spanien durchaus auch schlecht sein können. Wir haben zudem zwei Trainingstage für die Reise geopfert – und das in einer ohnehin nur sehr kurzen Vorbereitung. Doch das Trainingslager war letztlich optimal und eine ganz wichtige Phase in dieser Saison.“

Die schlechteste Entscheidung

„Sorry, da wird es bestimmt eine geben, aber die habe ich längst verdrängt...“

Die passendste Taktik

„Die Taktik ist die eine Sache, die Umsetzung durch die Jungs die andere. Beim 3:1-Sieg in Augsburg hat es sehr gut zusammengepasst.“

Die unpassendste Taktik

„Na gut, in der ersten Halbzeit in Mönchengladbach hat es bei uns nicht wirklich gut funktioniert. Aber wir haben es korrigiert und die Jungs aus dem 0:2 noch ein 2:2 gemacht.“

Das größte Kompliment

„Die Geschichte mit dem Anspruch. Plötzlich dachten viele in unserem Umfeld, wir könnten gegen alle Top-Mannschaften punkten. Das hat mich erst geärgert, aber dann habe ich gemerkt: Eigentlich ist das ja ein Lob für unsere Arbeit.“

Die härteste Kritik

„Die Mentalitätsfrage nach der 0:2-Niederlage in Stuttgart. Mangelnden Einsatz konnte man den Jungs nun wirklich nicht vorwerfen, daran hat es dort nicht gelegen. Da musste ich meine Spieler schützen.“

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Florian Kohfeldt: Seine Karriere in Bildern

Viktor Skripnik und Florian Kohfeldt
Florian Kohfeldt spielte von 2001 bis 2009 in Werders dritter Mannschaft, wechselte dann ins Trainerfach. Als Co-Trainer von Viktor Skripnik war er vier Jahre lang bei der U17 tätig, in der Saison 2013/14 dann auch bei Werders U23. © nordphoto
Viktor Skripnik, Florian Kohfeldt und Torsten Frings
Im Oktober 2014 wurde Skripnik nach der Entlassung Robin Dutts Cheftrainer bei den Profis. Seine Co-Trainer bei der U23, Kohfeldt und Torsten Frings, folgten ihm in die Bundesliga. © Gumz
Florian Kohfeldt und Viktor Skripnik
In 70 Pflichtspielen der Profis saß Kohfeldt auf der Werder-Bank. © nordphoto
Florian Kohfeldt
Nachdem Skripnik im September 2016 gehen musste und U23-Trainer Alexander Nouri seinen Posten übernahm, kehrte Kohfeldt zu Werders U23 zurück.  © nordphoto
Florian Kohfeldt
Seit Oktober 2016 ist er dort als Trainer tätig und schaffte in der Saison 2016/17 den Klassenerhalt. © Gumz
Alexander Nouri und Florian Kohfeldt
Nach der Entlassung von Alexander Nouri (l.) am 30. Oktober 2017 übernahm Fußballlehrer Kohfeldt die Bundesliga-Mannschaft interimsweise als Cheftrainer. © nordphoto
Florian Kohfeldt
Kohfeldt genießt bei Werder eine sehr hohe Wertschätzung. „Er kann Spieler weiterentwickeln. Er hat eine klare Ansprache. Er ist ein intelligenter, junger, innovativer Trainer“, lobte Sportchef Frank Baumann nach Kohfeldts Beförderung. © Gumz
Florian Kohfeldt
Zwar setzte Kohfeldt in seinem ersten Erstliga-Spiel als Cheftrainer mit Werder neue Impulse, das Spiel gegen Eintracht Frankfurt ging durch ein spätes Gegentor trotzdem mit 1:2 verloren. © Gumz
Florian Kohfeldt
Doch unter Kohfeldt ging es aufwärts. Am 10. November meldete Werder Vollzug: Kohfeldt bleibt Cheftrainer - zunächst bis zur Winterpause. © nordphoto
Florian Kohfeldt
Florian Kohfeldt hatte Erfolg, wurde fest als Cheftrainer installiert und führte Werder aus der Abstiegszone in der Bundesliga. © Gumz
Florian Kohfeldt
Anfang April 2018 unterschrieb Kohfeldt einen Vertrag bei Werder bis 2021. © Gumz
Florian Kohfeldt
Florian Kohfeldt blieb in der Saison 2017/2018 in allen zwölf Heimspielen als Cheftrainer ungeschlagen. © Gumz
Florian Kohfeldt
Florian Kohfeldt hat Werder eine neue Handschrift und Mentalität verpasst. Mit ihm soll es nun wieder dauerhaft aufwärts gehen. © Gumz
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