Frühe Treffer für Werder Bremen. Die Fotos entstanden beim Tor-Jubel nachdem sie genetzt haben (v.l.n.r.): Melvyn Lorenzen, Tom Trybull, Josh Sargent, Aaron Hunt, Eren Dinkci, Ousman Manneh.
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Frühe Treffer für Werder Bremen. Die Fotos entstanden beim Tor-Jubel nachdem sie genetzt haben (v.l.n.r.): Melvyn Lorenzen, Tom Trybull, Josh Sargent, Aaron Hunt, Eren Dinkci, Ousman Manneh.

Bremer Jung-Torschützen im Fokus

Früher Tor-Ruhm - und dann? Was aus Eren Dinkcis Vorgängern beim SV Werder Bremen wurde

Bremen – Dass Josh Sargent der Erste war, der mit Eren Dinkci jubelte, war ja irgendwie logisch. Sargent ist schließlich auch einer von der schnellen Sorte – und in einer ganz speziellen Hinsicht auch schneller als Eren Dinkci. Während der 19-Jährige bei seinem Profi-Debüt am Samstag gegen Mainz 05 262 Sekunden brauchte, bis er sein erstes Tor erzielt hatte, war Sargent einst noch um einiges fixer gewesen. 87 Sekunden benötigte der US-Amerikaner am 7. Dezember 2018, um im ersten Bundesliga-Spiel auch das erste Mal zu treffen. Es war damals das Tor zum 3:1-Endstand des SV Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf.

Am Samstag in Mainz hatte Eren Dinkci seinen großen Moment, köpfte den Bremer 1:0-Siegtreffer und wurde dafür als erstes von Sargent geknuddelt. Der US-Nationalspieler hat es nach seinem Debüttor zum Stammspieler bei Werder Bremen gebracht, andere aus der U23 aufgestiegene Talente konnten aus dem frühen Tor-Ruhm nichts machen. Positive und negative Beispiele:

Melvyn Lorenzen beim SV Werder Bremen

Es war der 13. Dezember 2014, als er seinen großen Moment hatte. Beim 3:3 gegen Hannover 96 erzielte Lorenzen bei seinem ersten Auftritt in der Startelf – vorausgegangen waren zwei Kurzeinsätze – das 2:1. Ein Wackler an der linken Strafraumkante, ein Schuss mit rechts ins lange Eck – traumhaft. Das erste Tor nach 58 Bundesliga-Minuten. Aber: Wie sich herausstellen sollte, war es für den damals 20 Jahre alten Stürmer nicht der Startschuss in eine große Karriere. Lorenzen, ständig von Knieproblemen geplagt, absolvierte noch weitere elf Bundesliga-Spiele für Werder Bremen (ohne Tor), ehe er 2017 zu ADO Den Haag wechselte. Von dort ging es weiter zu Karpaty Lwiw in die Ukraine. Seit einem Jahr ist Melvyn Lorenzen (26) nun schon ohne Verein.

Tom Trybull: Thomas Schaaf holte ihn bei Werder Bremen zu den Profis

Zu Jahresbeginn 2012 startete er plötzlich durch bei Werder Bremen. Trainer Thomas Schaaf zog den Mittelfeldspieler aus der U23 hoch, stellte ihn regelmäßig in die Startelf. Tom Trybull gelang im vierten Einsatz sein erstes Tor – mit 18 Jahren, elf Monaten und neun Tagen setzte er sich auf Platz drei der jüngsten Bremer Bundesliga-Torschützen. Nach einer Fußverletzung und dem Trainerwechsel von Schaaf zu Robin Dutt ging bei Werder nicht mehr viel für Trybull. Über die Stationen FC St. Pauli, Greuther Fürth und ADO Den Haag landete er in England, schrieb dort als Stammspieler bei Norwich City ein Aufstiegsmärchen. Mittlerweile ist Trybull 27 Jahre alt und spielt auf Leihbasis für die Blackburn Rovers in der Championship, kommt dort verlässlich zum Einsatz.

Aaron Hunt - der jüngste Bundesliga-Torschütze des SV Werder Bremen

Den ersten Bundesliga-Einsatz hatte er schon im September 2004, richtig los ging es für ihn aber erst 2005. Zweiter Einsatz am 12. Februar, erstes Tor – seither ist Aron Hunt mit 18 Jahren, fünf Monaten und 8 Tagen der jüngste Torschütze der Bremer Bundesliga-Historie. Ehe er 2014 zum VfL Wolfsburg wechselte, bestritt Hunt 286 Pflichtspiele für den SV Werder Bremen, in denen er 51 Treffer erzielte. Seit fünfeinhalb Jahren kickt der dreimalige Nationalspieler für den Hamburger SV, war dort Kapitän. Der Vertrag des 34-Jährigen endet im Sommer.

Alex Nouri setzte bei Werder Bremen auf Ousman Manneh

Ein Flüchtling in der Bundesliga – auf Ousman Manneh fokussierte sich im Frühherbst 2016 das Interesse ganz Fußball-Deutschlands. Der Stürmer aus Gambia, aufgenommen im Flüchtlingsheim Lesum, startete bei Werder Bremen durch. Der damalige Coach Alexander Nouri setzte auf Manneh – zunächst in der U23, dann auch im Profi-Team. Und Manneh enttäuschte zunächst nicht. Im vierten Bundesliga-Auftritt gelang ihm der 2:1-Siegtreffer über Bayer Leverkusen. Manneh war damals 19 Jahre alt. Fakt ist: Die Bundesliga-Karriere des Angreifers mit den großen Träumen („Ich möchte der beste Stürmer der Welt werden“) dauerte nur sechs Partien, und bei dem einen Tor blieb es auch. Wegen eines Knochenödems fiel Manneh lange aus, sein Vertrag bei Werder wurde im vergangenen Sommer nicht verlängert. Und es ist unbekannt, wohin ihn sein Weg seither geführt hat.

Josh Sargent: Mittlerweile Stammkraft bei Werder Bremen

Was für Zahlen-Zufälle! Am 7.12.18 tauchte Josh Sargent nach 7 Toren in 12 Regionalliga-Spielen und im Alter von 18 Jahren erstmals in der Bundesliga auf. Nach 87 Sekunden nickte er dann gegen Düsseldorf ein und bewies, dass er der perfekte Debütant ist. Auch bei der U23 und dem US-Nationalteam hatte er jeweils im ersten Spiel getroffen. Mittlerweile ist Sargent Stammkraft im Bundesliga-Team, trotz dürftiger Torquote (sieben Treffer in 50 Bundesliga-Spielen) ist sein Marktwert auf neun Millionen Euro gestiegen. (csa)

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