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Doppel-Torschütze Nils Petersen bejubelt den späten Punktgewinn seines SC Freiburg gegen Ex-Club Werder Bremen.

Doppelpack gegen Werder Bremen

Tore, Trost und nette Worte: Petersens starker Auftritt in Bremen

Bremen - Neun Minuten waren zwischen Werder Bremen und dem SC Freiburg gespielt, als sich Nils Petersen möglicherweise für seine eigenen Worte verfluchte. In seiner Kolumne für die DeichStube hatte der Stürmer des SC Freiburg am Tag vor dem Spiel freimütig über seine Begeisterung für Milot Rashica geschrieben.

„Ich wäre gerne ein bisschen mehr wie Milot Rashica“ ist da zu lesen – und dann erzielt dieser Rashica auch noch auf seine typische Art das 1:0 für Werder. Eigentlich hätte Nils Petersen, dem „solche pfeilschnellen Außenbahnspieler, die mit Tempo ins Eins-gegen-Eins gehen, als Spielertypen Spaß machen“, in dem Moment applaudieren müssen. Ging aber natürlich nicht.

Nach der frühen Führung sah vieles danach aus, als dass das Spiel zur Bühne für Rashica werden würde. Am Ende aber hatte Petersen ihm doch die Show und Werder Bremen mit zwei Toren zwei Punkte gestohlen. Weshalb sich nach dem Schlusspfiff schon die Frage stellte, wer nun gerne ein bisschen mehr wäre wie der andere?

Nils Petersen rettet seinem SC Freiburg den 18. Punkt der Saison gegen Werder Bremen

Nils Petersen ist aber ein viel zu höflicher Mensch, als dass er seinen kleinen Sieg über Rashica und seinen Doppelpack gegen den Ex-Verein zu einem großen Thema gemacht hätte. Er weiß, was sich gehört, in welchen Situationen es welche Töne anzuschlagen gilt - deswegen wollte er die Rolle als Mann des Tages, die er sich während des 2:2 seines SC Freiburg redlich verdient hatte, gar nicht erst annehmen.

Mit den zwei Toren, eines davon erst Sekunden vor Schluss, hatte er seinem Team den 18. Punkt der laufenden Saison gerettet. Und den Bremern, mit denen er sich noch immer sehr verbunden fühlt, gründlich das Wochenende ruiniert. „Ich freue mich heute für mich“, sagte der 30-Jährige nach dem Spiel – und fügte an: „Für Werder tut es mir aber leid.“

Fünftes Tor im achten Spiel gegen Werder Bremen: Florian Kohfeldt lobt „cleveren“ Nils Petersen

Beim ersten Treffer, als er Werder-KeeperJiri Pavlenka den Ball abjagte, zeigte Petersen, wie groß seine Erfahrung inzwischen ist, wie clever er agiert. Am Ende der Partie lieferte er ein weiteres Beispiel dafür ab, als er Ömer Toprak nach einem Freistoß entwischte und per Kopf zum 2:2 traf. „Nils macht das clever“, musste Werder-Trainer Florian Kohfeldt anerkennen, „er geht ins Abseits und wieder raus, Ömer verliert ihn aus den Augen, und dann ist er weg.“

Für Nils Petersen war es zum einen dasfünfte Saisontor und zum anderen das fünfte Tor im achten Duell mit Werder. Aber es war auch eines, von dem sich Werder schon wieder erholen wird, da ist sich der Angreifer sicher. „Für Bremen ist es kein Beinbruch. Sie können sich aus ihrer Situation befreien“, sagte der Mann, der zwischen 2012 und 2015 in 69 Bundesligaspielen 18 Tore für Werder geschossen hatte - und immer wieder gerne nach Bremen kommt. „Wenn ich hier mit dem Flieger lande, denke ich jedes Mal, dass das hier mal meine Heimat war, von der ich dachte, dass sie es länger bleiben wird.“ Es kam anders. Inzwischen ist Petersen nur noch Gast im Weserstadion. Ein gefährlicher Gast zwar, aber auch einer, der sich zu benehmen weiß. 

TV-Hinweis: Mehr zu Nils Petersens spezieller Rückkehr nach Bremen gibt es im Übrigen am späten Sonntagabend im SWR zu sehen. Ab 22.05 Uhr einschalten! (dco/csa)

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Am Sonntagabend ist das DFB-Pokal-Achtelfinale ausgelost worden. Hammer-Partie für Werder Bremen: Es geht wieder gegen Borussia Dortmund. Nach Jiri Pavlenkas Patzern gegen den SC Freiburg meldet sich Tim Wiese, der ehemalige Keeper des SV Werder Bremen, zu Wort und kritisiert den Keeper und Florian Kohfeldt.

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