Michael Zetterer hat große Lust auf den Torhüter-Konkurrenzkampf beim SV Werder Bremen.
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Michael Zetterer hat große Lust auf den Torhüter-Konkurrenzkampf beim SV Werder Bremen.

Werder-Keeper will Nummer 1 bleiben

Kampf ums Werder-Tor: Glücklicher Michael Zetterer fürchtet Pavlenka nicht und dankt der Oma

Bremen – Leuchtende Augen, breites Grinsen – Michael Zetterer sieht so aus, als wäre er gerade eben erst von seinem Pflichtspiel-Debüt für den SV Werder Bremen in den Medienraum des Wohninvest Weserstadions gekommen. Dabei liegt diese Premiere schon einige Tage zurück. „Das Kribbeln hat noch nicht nachgelassen“, sagt der Keeper und strahlt: „Das ist schon alles etwas sehr Besonderes für mich.“ Denn hinter ihm liegt eine sehr schwierige Zeit, über die er genauso offen spricht, wie über die Zukunft. Der 26-Jährige will die Nummer eins bei Werder bleiben – wohl wissend, dass bald Stammkeeper Jiri Pavlenka nach überstandenen Rückenproblemen zurückkehren und wohl auch noch länger bei Werder bleiben wird.

„Ich fürchte den Konkurrenzkampf nicht“, antwortet Michael Zetterer auf die Frage, ob er Angst hat, seinen Platz im Tor des SV Werder Bremen wieder an Jiri Pavlenka zu verlieren. Schließlich war er in der ersten Jahreshälfte nach seiner vorzeitigen Rückkehr von der Leihe an PEC Zwolle die klare Nummer zwei hinter dem Tschechen. Und der macht auch keine Anstalten, Werder Bremen zu verlassen, sondern verhandelt mit dem Club längst über eine vorzeitige Verlängerung seines Ende Juni 2022 auslaufenden Vertrags.

Konkurrenzkampf im Tor von Werder Bremen: Michael Zetterer hat keine Angst

Michael Zetterer stört das alles nicht, er sieht trotzdem eine neue Situation. „Ich bin schon sehr lange hier, aber jetzt habe ich endlich einen richtigen Zweikampf und darf etwas einfordern.“ Schluss mit dem Status, nur als das große Torwart-Talent zu gelten, das mit genauso großen Problemen an der Hand zu kämpfen hat. Mehrfach ist Zetterer seit 2016 operiert worden. Doch das Thema ist endlich abgehakt. Vor zwei Jahren hätte er darüber noch nicht so gerne gesprochen, weil alles noch zu unsicher erschien. Aber jetzt sagt er sogar mit einem Lächeln auf dem Gesicht: „Der Hand geht es gut, ich bin beschwerdefrei.“ Die Ausleihen nach Klagenfurt und zuletzt nach Zwolle hätten ihm gut getan, ihn gestärkt – genauso wie das letzte halbe Jahr bei Werder Bremen. Trotz des Abstiegs, der natürlich geschmerzt habe. Doch der Wille, jetzt bei seinem Herzensverein, zu dem er vor sechseinhalb Jahren gewechselt ist, endlich durchzustarten, übertüncht alles.

„Es war ein so langer Weg bis hierhin, viel länger als gedacht“, sagt Michael Zetterer und gesteht: „Gerade nach der letzten Operation schwirrten schon so Gedanken in meinem Kopf herum: „Wird das noch mal?“ Das war damals schwer abzusehen.“ Doch er habe sich reingebissen. Auch mit Hilfe seiner Familie in München. In der bayerischen Landeshauptstadt hat er Teile seiner Reha verbracht. „Ich glaube, dass dieser besondere Wille schon ein bisschen in unserer Familie liegt. Meine Oma war auch eine ziemliche Kämpferin, die viel durchgemacht hat. Irgendetwas wird da transportiert worden sein“, glaubt Zetterer. Das Trikot von der Premiere am Samstag geht passenderweise an den Vater und wird einen Ehrenplatz im Haus der Familie bekommen. „Das war unsere Abmachung“, verrät der Torwart des SV Werder Bremen und lächelt wieder zufrieden.

Der 26-Jährige ist einfach glücklich, genießt diesen Moment. So viel hat er dafür getan, nicht nur sportlich. Seit knapp drei Jahren ernährt sich der Torhüter von Werder Bremen anders. „Ich versuche, vegan zu leben“, sagt er und fügt noch grinsend an: „Meistens ist es doch nur vegetarisch.“ Was bitteschön kein Vorwurf an die Freundin sein soll, die im Hause Zetterer viel kocht. Im Gegenteil: Auch ihr ist er sehr dankbar, dass es so gut läuft. Oftmals ist das auch auf Instagram zu sehen. Die „Zetterers“ lassen die Öffentlichkeit ein bisschen an ihrem Leben teilhaben.

Werder Bremen: Torwart Michael Zetterer profitiert von seinen fußballerischen Faähigkeiten

Der Keeper ist auch keiner, der sich versteckt oder sich jede Antwort drei Mal überlegt. Er fühlt sich dank seines gesunden Selbstbewusstseins im Medienraum genauso sicher wie auf dem Platz. Dort riskiert er es auch schon mal, einen heranstürmenden Gegner mit einer Finte aussteigen zu lassen. „Ich war eben sehr lange Feldspieler“, erinnert Michael Zetterer an seine Jugendzeit, gesteht dann aber erneut mit einem Lächeln im Gesicht: „Eigentlich hat mich mein erster schlechter Kontakt in diese Situation getrieben. Ich hätte den Ball auf die Tribüne schießen können, habe dann aber gesehen, dass der Gegenspieler ziemlich schnell ankam – und dann liegt mir das einfach.“ In Holland habe er das häufiger gemacht. „Wenn solche Situationen kommen, kann ich mich jetzt darauf verlassen.“

Vielleicht nicht unbedingt diese Szene, aber Zetterers fußballerische Qualitäten dürften ihm bei der Entscheidung des Trainers im Zweikampf mit Stefanos Kapino durchaus geholfen haben. Und es könnte auch sein Trumpf im Zweikampf mit Pavlenka werden. Die Zeit jetzt will Michael Zetterer unbedingt nutzen, „um viele Argumente zu sammeln“. Mit der Möglichkeit, dass er wieder auf die Bank muss, mag er sich nicht beschäftigen. „Was in zwei oder in fünf Wochen ist, das ist mir ziemlich egal und damit habe ich mich auch noch nicht beschäftigt.“ Zetterer genießt es einfach, sich nach sechseinhalb Jahren seinen Traum bei Werder Bremen erfüllt zu haben. (kni) Auch interessant: Vertragsverlängerung mit Jiri Pavlenka hakt - Werder-Torwart fordert Ausstiegsklausel.

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