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Werder Bremen und seine Trainer (v.l.n.r.): Robin Dutt, Viktor Skripnik, Alexander Nouri, Florian Kohfeldt.

Werders Bedrohungslage immer verschärfter 

Werder-Spiel mit dem Feuer: Vorgänger flogen raus, Florian Kohfeldt darf bleiben

Bremen – Keine Diskussionen um Florian Kohfeldt! Diese Haltung gönnt sich Werder Bremen trotz einer sich immer weiter verschärfenden Bedrohungslage.

Das ist fraglos ein Spiel mit dem Feuer, auf das sich Werder Bremen in der jüngeren Vergangenheit mit längst nicht jedem der Kohfeldt-Vorgänger eingelassen hat. Zweimal wurde gefeuert, um Brände zu löschen, einmal aber ging der Club erfolgreich mit seinem Coach durch die Flammen. Die Vergleiche Florian Kohfeldt, Robin Dutt, Viktor Skripnik und Alexander Nouri:

Werder Bremen: Florian Kohfeldt

Seit dem Wochenende ist seine Bundesliga-Bilanz als Werder-Trainer ausgeglichen. Das 0:2 gegen Union Berlin war Kohfeldts 28. Niederlage – der stehen 28 Siege und 23 Unentschieden gegenüber. Durchschnittlich holt Werder Bremen unter ihm 1,35 Punkte pro Spiel. Das ist eine Weder-Fisch-noch-Fleisch-Ausbeute, die aber niemals zur Panik anregen würde. Wenn nicht der aktuelle Trend so unglaublich negativ wäre. Nach acht Pleiten in den vergangenen neun Partien ist Werder Vorletzter – das reicht in anderen Clubs locker zur Entlassung. Kohfeldt aber bleibt.

Werder Bremen: Robin Dutt

In seiner Premierensaison, die schon deshalb als Erfolg galt, weil sie keine Ausschläge nach unten (aber auch keine nach oben) bot, landete Dutt mit Werder Bremen auf Rang zwölf der Abschlusstabelle. Doch dann! Neun Spiele ohne Sieg, nur vier Punkte, Platz 18 – für den eloquenten Fußballlehrer kam in der Saison 2014/15 schon wieder das Ende. Abgesetzt nach dem schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte. Das Vertrauen war nicht da, mit Dutt den Abstiegskampf durchstehen zu können.

Seine Bilanz nach 43 Spielen in der Bundesliga: 10 Siege, 13 Unentschieden, 20 Niederlagen. Punkteschnitt: 1,0.

Werder Bremen: Viktor Skripnik

Hui, was war man begeistert: Nach dem Fehlstart unter Dutt päppelte Skripnik das Team wieder auf und führte es in der Saison 2014/15 letztlich sogar noch knapp an die internationalen Ränge heran. Rang zehn war die finale Platzierung. Alles schön. Doch schon im Jahr darauf folgte der Einbruch. Werder Bremen steckte im Abstiegskampf, war nach 21 Spieltagen Vorletzter – wie auch aktuell. Thomas Eichin, der damalige Geschäftsführer Sport, hielt dennoch an Skripnik fest. Es kam zum „Abstiegsfinale“ gegen Eintracht Frankfurt, das Werder mit 1:0 gewann. Die Bremer waren gerettet, Skripnik auch. Jedoch nur vorerst.

Weil es zu Beginn der Spielzeit 16/17 unterirdisch weiterging und Skripnik bei der 1:4-Pleite in Gladbach völlig den Kopf verlor, wurde er trotz kurz zuvor erfolgter Vertragsverlängerung von Eichin-Nachfolger Frank Baumann entlassen. Erst treu sein, dann abservieren – Werder zeigte in der Personalie Skripnik zwei Gesichter.

Der Ukrainer coachte die Bremer in insgesamt 62 Bundesliga-Spielen, gewann 21 und verlor 27. Seine durchschnittliche Punkteausbeute lag bei 1,24.

Werder Bremen: Alexander Nouri

Er war Kohfeldts direkter Vorgänger und löste zunächst ebenfalls eine Erfolgswelle aus. Nach der Skripnik-Entlassung übernahm Nouri am 19. September 2016 das Team und feierte bemerkenswerte Erfolge. Platz acht mit 45 Punkten war damals das beste Ergebnis seit sieben Spielzeiten. Doch dem kleinen Höhenflug folgte der tiefe Sturz. Zehn Spiele, fünf Punkte – Ende Oktober 2017 war Schluss für Nouri, der das Team als Vorletzter an Kohfeldt übergab. Wenn der übrigens am Samstag in Leipzig verlieren sollte, hätte er in zehn Partien nur drei Punkte geholt, würde also die Entlassungs-Bilanz seines Vorgängers noch unterbieten.

Nouri betreute Werder Bremen in 41 Liga-Spielen und feierte dabei 13 Siege, kam auf elf Unentschieden und kassierte 17 Niederlagen. Sein Punkteschnitt lag bei 1,22. (csa)

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