Trainer Florian Kohfeldt rauft sich die Haare: Werder Bremen verliert auch gegen Mainz 05, stellt einen Negativrekord auf und steckt mitten im Abstiegskampf.
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Trainer Florian Kohfeldt rauft sich die Haare: Werder Bremen verliert auch gegen Mainz 05, stellt einen Negativrekord auf und steckt mitten im Abstiegskampf.

Werder Bremen tief im Abstiegskampf

Kommentar zur Krise des SV Werder Bremen: Coach Florian Kohfeldt hat seine Chance nicht genutzt

Ein Kommentar von Daniel Cottäus. Nach sechs Niederlagen in Serie, die einen historischen Negativrekord für den Verein bedeuten, steht Werder Bremen auch in der Saison 2020/2021 plötzlich wieder da, wo die Mannschaft doch auf gar keinen Fall mehr hinwollte: mitten im Abstiegskampf!

Aus vermeintlich sicherer Position – Mitte März hatte der Vorsprung auf den Relegationsplatz noch elf Punkte betragen – sind die Bremer nach der jüngsten 0:1-Niederlage gegen Mainz 05 endgültig böse abgestürzt. Und was fast noch schlimmer ist: Die jüngsten Auftritte des Teams machen nicht gerade Hoffnung, dass es auch in diesem Jahr schon irgendwie gutgehen wird.

Einsatz, Kampfbereitschaft, die viel zitierte Mentalität – all das lässt sich den Spielern nicht absprechen, nur fehlt es in Defensive und Offensive schlichtweg an der nötigen fußballerischen Qualität, um das ausgegebene Saisonziel zu erreichen, sprich: stabil, also ohne große Sorgen, in der Liga bleiben zu können. Oder anders ausgedrückt: Es fehlt am richtigen Plan. Sportchef Frank Baumann und Trainer Florian Kohfeldt ist es im Jahr nach dem Fast-Abstieg nicht gelungen, mit Werder Bremen einen nachhaltigen Schritt nach vorne zu machen. Ein „Weiter so“ hatte es nach der großen Saisonanalyse auf keinen Fall geben sollen, doch wie sonst sollte man es nennen, wenn eine Mannschaft aus dem Abstiegskampf kommt und dort prompt wieder landet?

Werder Bremen: Kann es mit dieser sportlichen Führung in die Zukunft gehen?

Natürlich gab es während der Saison positive Ausreißer nach oben – nehmen wir zum Beispiel den 2:1-Heimsieg gegen Frankfurt –, und dass die Abwehr sicherer geworden ist, sollte auch nicht unterschlagen werden. Doch waren die alten Muster nie ganz weg, ehe sie plötzlich wieder unübersehbar sind: Hinten zu oft hanebüchen, im Angriff zu inkonsequent. Das ist nach nunmehr zwei Jahren im Tabellenkeller zu Werders neuer sportlicher „corporate identity“ geworden. Weshalb sich die im Fußball wohl heikelste Frage auch vom massiven Osterdeich nicht mehr aufhalten lässt: Kann es mit dieser sportlichen Führung in die Zukunft gehen? Vieles spricht vier Spieltage vor dem Saisonende nicht mehr dafür.

Nach dem Fast-Abstieg weiter auf Florian Kohfeldt zu setzen, war und ist nachvollziehbar, weil die vergangene Saison von zahlreichen Unwägbarkeiten geprägt war (Verletzungsmisere, Ausbruch der Pandemie), und der Trainer eine neue Chance verdient hatte. Doch bei allem Verständnis für die finanziellen Zwänge und den Abgang von Leistungsträgern – genutzt hat er sie bisher nicht. Was natürlich auch Baumann in den Fokus rückt. Schließlich ist Kohfeldt auch „sein“ Trainer. Zusammen haben beide den Kader entworfen. Ob der es am Ende wieder irgendwie zum Klassenerhalt schafft oder nicht, bleibt abzuwarten. Der Frage nach dem „Weiter so?“ muss sich Werder Bremen allerspätestens im Sommer aber definitiv wieder stellen. Auch wenn die Antwort richtig wehtun könnte. (dco)

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