Durch die Niederlage gegen Union Berlin wird die Situation für Werder Bremen und Trainer Florian Kohfeldt immer ärger. Muss der Coach jetzt gehen?
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Durch die Niederlage gegen Union Berlin wird die Situation für Werder Bremen und Trainer Florian Kohfeldt immer ärger. Muss der Coach jetzt gehen?

Nach Werder-Pleite gegen Union Berlin

Florian Kohfeldt stellt bei Werder Bremen die Vertrauensfrage, Baumann schweigt

Berlin - Frank Baumann schaute noch kurz hoch, zuckte mit den Schultern und verschwand dann wortlos in einen der beiden Mannschaftsbusse des SV Werder Bremen. Nach der 1:3-Pleite beim 1. FC Union Berlin wollte der Sportchef nicht mit Journalisten sprechen, hatte auch sämtliche Interview-Anfragen der TV-Sender abgesagt. Und so blieb die Vertrauensfrage, gestellt von Trainer Floran Kohfeldt höchstpersönlich auf der Pressekonferenz nach dem Spiel, unbeantwortet. Baumann wolle das Spiel erst sacken lassen, hieß es aus der Werder-Medienabteilung. Am Sonntagmittag will er sich dann äußern.

Update: Entscheidung gefallen! Florian Kohfeldt bleibt Trainer beim SV Werder Bremen!

Was bis dahin passiert, ist offen. Erstmal saß Baumann im Bus nach Bremen – gemeinsam mit Florian Kohfeldt. Der hatte zuvor im sich immer mehr zuspitzenden Abstiegskampf einen Rücktritt ausgeschlossen und die Club-Führung indirekt aufgefordert, ihm entweder noch einmal klar das Vertrauen auszusprechen oder aber den Laufpass zu geben: „Ich bin in diesem Sommer seit 20 Jahren bei Werder Bremen, ich habe eine große Verbundenheit zu diesem Verein. Ich werde kämpfen und alles tun, um den Klassenerhalt zu schaffen. Ich werde garantiert nicht weglaufen, das kann ich für mich ausschließen. Allerdings sage ich auch, dass, wenn jemand das Gefühl hat, dass es mit einer anderen Person besser geht und es einen neuen Impuls braucht, man mir das sagen und mit mir besprechen soll. Denn es geht am Ende nur um Werder Bremen, um nichts anderes.“

(Auch interessant: Was macht Werder Bremen mit Trainer Kohfeldt und Sportchef Baumann - der Tag der Entscheidung im Live-Ticker!)

Werder Bremen: Erstmals ein Spalt zwischen Trainer Florian Kohfeldt und Sportchef Frank Baumann

Um dieses Werder Bremen ist es nach dem 31. Spieltag der Fußball-Bundesliga und einer für Werder grauenhaft verlaufenen Englischen Woche extrem schlecht bestellt. Mit einer Leistung, die den Tiefpunkt der vergangenen Monate darstellte und laut Kohfeldt „der Situation nicht angemessen war“, taumelte die Mannschaft weiter Richtung Liga zwei.

Bisher galt Kohfeldt club-intern als unantastbar. Trotz der vergangenen Saison, die beinahe schon zum Abstieg geführt hätte. Trotz der aktuellen Niederlagenserie, die vor dem Spiel gegen Union Berlin schon sechs Spiele andauerte und nun um ein weiteres verlängert worden ist. Dass Frank Baumann danach einen weiten Bogen um Journalisten machte, zeigt, dass er nicht gewillt war, dass noch drei Tage zuvor abgegebene Jobversprechen für Kohfeldt zu wiederholen. Es ist das erste Mal überhaupt in der Zusammenarbeit zwischen Baumann und Kohfeldt, dass so etwas wie ein Spalt zwischen Beiden entsteht. Wie breit dieser Spalt schon ist, werden Baumanns Aussagen am Sonntag zeigen.

Werder Bremen: Trainerwechsel? Für Florian Kohfeldt wird es jetzt eng

Florian Kohfeldt weiß, dass es jetzt eng wird für ihn. Für die Leistung in Berlin machte er sich zwar gerade („Ich nehme mich da in die Verantwortung. Ich bin ein Teil davon, dass wir so schlecht gespielt haben“), aber einen innerlichen Schlussstrich zog er nicht unter seine 20 Jahre beim SV Werder Bremen. Das „Wir“, das er in seinen Aussagen nutzt, ist immer noch die Gemeinschaft Werder/Kohfeldt. „Wir stecken in einer sehr schlechten Situation, die wir mit aller Macht bekämpfen müssen. Es muss schleunigst und schnellstens etwas in der Leistung verändert werden, damit wir wieder Punkte holen. Sonst sind wir chancenlos.“

Vielleicht kommt aber Baumann zu der Erkenntnis, dass sich schleunigst und schnellstens etwas auf dem Trainerstuhl verändern muss, damit überhaupt noch etwas geht für Werder Bremen – wenn es nicht schon zu spät ist. (csa)

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