Weil Ole Werner einst das Bafög gestrichen wurde, konnte der heutige Trainer von Werder Bremen während seines Studiums die Miete nicht mehr bezahlen.
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Weil Ole Werner einst das Bafög gestrichen wurde, konnte der heutige Trainer von Werder Bremen während seines Studiums die Miete nicht mehr bezahlen.

Werder-Trainer über schwere Zeiten

„Kartenhaus ist zusammengefallen“: Wieso Werder-Coach Ole Werner einst die Miete nicht mehr bezahlen konnte

Bremen – Fußballtrainer in den großen Ligen verdienen sehr viel Geld, in einer erfolgreichen Karriere können da schnell einige Millionen zusammenkommen. Ole Werner kennt allerdings auch andere Zeiten – und das hat den 34-jährigen Coach des SV Werder Bremen nachhaltig geprägt, wie er jetzt in einem Interview mit dem Magazin „11Freunde“ verriet.

Ole Werner stammt laut eigener Aussage aus einer klassischen Mittelstandsfamilie. „Allerdings änderte sich die Situation, als ich 16 war. Nachdem mein Vater schwer krank wurde, war wirklich nicht viel Geld da“, erklärte der Trainer von Werder Bremen. Für den gebürtigen Preetzer sollten in finanzieller Hinsicht jedoch noch schwierigere Zeiten kommen.

Die Ausgangslage war so: Mit Mitte 20 arbeitete Ole Werner im Rahmen eines „Work-and-Travel-Programms“ ein Jahr lang als Gärtner in Australien. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland begann der heutige Trainer ein Studium der Wirtschaftswissenschaften, um eines Tages Berufschullehrer werden zu können. Um sich in dieser Phase über Wasser zu halten, arbeitete der heutige Trainer von Werder Bremen während des Studiums gleich in zwei Jobs. „Einerseits habe ich Bafög bekommen, dazu noch einen Gartenservice betrieben und als Jugendtrainer gearbeitet, um das Studium zu finanzieren. Das hat dazu geführt, dass ich zu wenig studiert habe, sodass das Bafög gestrichen wurde und das ganze Kartenhaus zusammengefallen ist.“

Werder Bremen: Ole Werner finanzierte Studium mit zwei Jobs - als Betreiber eines Gartenservice und Jugendtrainer

Die Situation wurde sogar so ernst, dass Ole Werner seine Miete nicht mehr bezahlen konnte. Eine glückliche Fügung half ihm schließlich, seine ärgste Not zu überwinden: „Ich hatte das große Glück, dass bei einem Freund ein Bett frei war, weil einer aus der WG eine Weltreise gemacht hat.“ Aus der Patsche half ihm zudem ein Jobangebot seines langjährigen Clubs Holstein Kiel, in dem er seit seinem zwölften Lebensjahr 20 Jahre lang fast durchgehend tätig gewesen war: „Ich hatte dann nochmal Glück, bei Holstein eine Stelle zu bekommen, wo ich zumindest 1.000 Euro verdient habe.“ Heute sagt der Übungsleiter von Werder Bremen: „Geld ist nicht meine Motivation, aber sich darum keine Gedanken mehr machen zu müssen, ist schön, weil es einen absichert.“ (mwi)

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