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Werder-Coach Alexander Nouri startet am Sonntag mit seinem Team ins Mannschaftstraining für die neue Saison.

Sonntag um 14 Uhr gehts los

Sechs Fragen zum Trainingsstart

Bremen - Glockenschlag zwei Uhr geht es am Sonntagnachmittag los: Werder Bremen startet mit der ersten Trainingseinheit des Sommers in die Vorbereitung auf die neue Saison.

Cheftrainer Alexander Nouri hat bis zum Wochenende 11. bis 13. August Zeit, sein Team fitzumachen. Dann beginnt mit dem DFB-Pokalspiel bei Zweitliga-Absteiger Würzburger Kickers (noch nicht genau terminiert) wieder der Ernst des Lebens. Auf die Bremer wartet eine Spielzeit, deren Verlauf unmöglich prognostiziert werden kann. 

Zeigt Werder konstant das Gesicht der vergangenen Rückrunde, ist ein Platz im oberen Tabellendrittel locker drin. Fällt Werder auf das Niveau der Hinrunde der vergangenen Saison zurück, wird es ein knallharter Abstiegskampf. Es ist beinahe die volle Bandbreite der Möglichkeiten, vor der die Grün-Weißen ab jetzt stehen. Vor dem Start in die Vorbereitung stellen sich aber auch noch andere Fragen.

Wer fehlt?

Eine Frage, zwei Antworten. Nummer eins: Es fehlen noch jene Spieler, die nach Ende der Bundesliga-Saison für ihre Nationalteams eine Nachspielzeit absolvieren mussten – namentlich: Zlatko Junuzovic, Thomas Delaney, Florian Kainz, Theodor Gebre Selassie, Niklas Moisander, Ulisses Garcia, Milos Veljkovic sowie die Neuzugänge Ludwig Augustinsson und Jiri Pavlenka.

Nummer zwei: Es fehlen auch die Neuzugänge, die erst noch verpflichtet werden müssen. Ein zentraler Stürmer und ein Innenverteidiger stehen nach wie vor auf der Einkaufsliste von Sportchef Frank Baumann.

Werder-Fans über Spielplan, Saison-Wünsche und neue Anstoßzeiten

Gibt es neue Gesichter?

Als einziger Neuling wird sich der von Darmstadt 98 gekommene Jerome Gondorf den Fans zeigen. Die Zugänge Augustinsson und Pavlenka haben ja noch frei. Für die zuletzt lange verletzten Izet Hajrovic (Kreuzbandriss) und Johannes Eggestein (Syndesmosebandanriss) sowie für Luca Caldirola, den Super-Pechvogel der vergangenen Saison, markiert das erste Training der Saison aber ebenfalls einen Neuanfang.

Wie geht es ist mit den zurückgekehrten Leihspielern weiter?

Thanos Petsos (FC Fulham), Lennart Thy (FC St. Pauli) und Levent Aycicek (1860 München) waren zuletzt verliehen, kehren jetzt aber nach Bremen zurück. Dabei hat vermutlich keiner von ihnen mehr eine echte Chance bei Werder. Bis zum Start des Trainingslagers im Zillertal soll das Trio nun mit dem Bundesliga-Kader trainieren, spätestens dann wird entschieden, wer welcher Gruppe – Profis oder U23 – zugeordnet wird. 

The Boys Are Back In Town

Spannend auch, welche Lösung Werder für Sambou Yatabare findet. Er soll sich ebenfalls einen neuen Verein suchen, hat aber noch keinen gefunden. Möglich, dass er gar nicht mehr in Bremen aufschlägt, sondern sich aktiv nach einem neuen Arbeitgeber umsuchen darf. Diese Variante könnte jederzeit und bei konkretem Interesse eines Vereins auch für die drei Ex-Leihspieler gelten.

Wer ist nicht mehr dabei?

Es sind nicht gerade die unprominentesten Namen, die jetzt nicht mehr bei Werder auftauchen. Kapitän Clemens Fritz hat seine Karriere beendet, Serge Gnabry haben die Bremer für acht Millionen Euro an Bayern München verkauft. Felix Wiedwald suchte ebenfalls das Weite und wechselte für eine halbe Million Euro zu Leeds United. Florian Grillitsch und Santiago Garcia gingen ablösefrei, spielen fortan für 1899 Hoffenheim beziehungsweise für FC Toluca/Mexiko. 

Und Claudio Pizarro ist nicht mehr dabei, weil Werder sich (noch?) nicht dazu durchringen kann, dem Routinier einen letzten Einjahresvertrag anzubieten. Zudem fehlt Co-Trainer Florian Bruns. Er war bei Chefcoach Alexander Nouri nicht mehr gewollt. Fortan sitzt Bruns an der Seite von Christian Streich auf der Bank des SC Freiburg.

Wer steht im Fokus?

Normalerweise immer zunächst die Neuzugänge. Vieles wird sich in der Vorbereitung aber auch auf Trainer Alexander Nouri fokussieren. Denn mit dem Verzicht auf Pizarro, mit der harten Linie in der Torwartfrage, die den Abgang von Felix Wiedwald zur Konsequenz hatte, sowie dem Umgang mit seinem Assistenten Florian Bruns hat er zwar bewiesen, dass er keine Angst vor unbequemen, unpopulären Entscheidungen hat. Aber Nouri steht nun auch noch mehr unter Druck. Speziell im Tor darf mit Neuzugang Jiri Pavlenka nichts schiefgehen. Wenn doch, fällt das zwangsläufig auf Nouri zurück. Erstmals führt der 37-Jährige ein Bundesliga-Team in eine Saisonvorbereitung.

Wie geht es nach dem Trainingsauftakt weiter?

Der Aufgalopp am Sonntag wird noch relativ moderat sein. Doch schon am Montag wird es deutlich intensiver. Auf jeden Fall wird das Team um 10 Uhr und 15 Uhr trainieren, möglicherweise wird diesem Doppelpack sogar noch eine Laufeinheit um 7.30 Uhr vorgeschaltet. 

Am Donnerstag fliegt das Team dann um 13.05 Uhr für neun Tage ins Trainingslager ins Zillertal nach Österreich. Ein weiteres Trainingscamp folgt vom 24. bis zum 29. Juli in Schneverdingen. Bis es gegen die Würzburger Kickers um den Einzug in die zweite Pokalrunde gehen wird, hat Werder acht Testspiele bestritten. Höhepunkt der Vorbereitung: der Tag der Fans am 5. August mit dem Match gegen den FC Valencia im Weserstadion.

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