Entscheidungen im Transfer-Endspurt: Marco Friedl bleibt bei Werder Bremen, Kevin Möhwald wechselt zu Union Berlin.
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Entscheidungen im Transfer-Endspurt: Marco Friedl bleibt bei Werder Bremen, Kevin Möhwald wechselt zu Union Berlin.

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Transfer-Endspurt: Friedl bleibt, Möhwald geht - was passiert jetzt noch bei Werder?

Bremen – Tote Hose am Deadline Day? Bei Werder Bremen sind am Montag zwei Personalentscheidungen gefallen, die möglicherweise schon die letzten innerhalb der am Dienstag um 18.00 Uhr endenden Transferphase waren.

Kevin Möhwald wird den Bundesliga-Absteiger verlassen, der 28-Jährige wechselt für eine Ablösesumme von einer Million Euro wie erwartet zu Union Berlin. Dagegen hat sich ein Transfer von Marco Friedl zu Union definitiv zerschlagen. Trotz seines Streiks am Sonntag, als der Österreicher seinen Einsatz gegen Hansa Rostock (3:0) verweigert hatte, wird er bei Werder Bremen bleiben. Die beiden Vereine konnten sich nicht auf eine Ablösesumme einigen. Bei Werder muss Friedl nach seinem Foul an Mannschaft und Trainer nun wohl erstmal zu Kreuze kriechen.

Während aufgebrachte Werder-Fans im Internet noch über angemessene Strafen für den 23-Jährigen sinnierten, ging Werder am Montagabend mit einer Mitteilung an die Öffentlichkeit, die die Wogen glätten soll. Marco Friedl glänzt darin zwar nicht mit einer Entschuldigung, liefert aber immerhin eine Erklärung, wie es zum Streik am Sonntag gekommen ist. Sein Statement: „Ich traf den Entschluss aufgrund eines konkreten Angebotes, welches am Samstagnachmittag bei Werder Bremen eintraf. Gerade zum Ende einer Transferperiode spitzen sich die Dinge zu und es bleibt wenig Zeit für Entscheidungen. Dieses Thema hat mich natürlich intensiv beschäftigt. Ich denke, das kann jeder verstehen. Mit dem Angebot am Samstag war für mich klar, dass ich mich in einem Dilemma befinde und die volle Konzentration auf das Spiel für mich nicht möglich ist. Das habe ich dem Trainer am frühen Samstagabend mitgeteilt. Es war aber niemals meine Absicht, der Mannschaft und dem Verein zu schaden oder die Fans zu enttäuschen.“

Werder Bremen-Transfers: Marco Friedl wechselt nicht - und muss nach Streik zu Kreuze kriechen

Ob Absicht oder nicht: Marco Friedl ist mit beiden Füßen ins Fettnäpfchen getreten. So kurz vor dem Spiel den Einsatz zu verweigern, sollte grundsätzlich niemand machen – und wenn, dann nur, wenn am Ende auch ein Wechsel dabei herauskommt. Doch Union Berlin war es dann doch nicht so ernst mit der Verpflichtung des Bremers. Sechs Millionen Euro hatte Werder dem Vernehmen nach als Ablöse gefordert, die Berliner winkten letztlich ab. Und verpflichteten am Montag den vertragslosen Bastian Oczipka (zuletzt Schalke 04) als neuen Linksverteidiger. Zudem wird Innenverteidiger Marvin Friedrich nicht zu Hertha BSC wechseln. Dieser Transfer galt als Auslöser für das Interesse an Friedl. Werder-Sportchef Frank Baumann über die Verhandlungen: „Es gab am Samstagnachmittag ein verbessertes Angebot eines Bundesligisten für Marco. Das Angebot hat aber unseren Rahmenbedingungen nicht entsprochen, so dass Marco auch über das Ende des Transferfensters hinaus bei uns bleiben wird.“

Friedl akzeptiert das und versucht, das zerschlagene Porzellan aufzukehren. „Ich habe mich bei Werder immer wohl gefühlt, daran hat sich nichts geändert. Ich möchte weiterhin mithelfen, hier wieder etwas aufzubauen“, wird er von seinem Arbeitgeber zitiert. Baumann sagt, dass von der Sache „nichts zurückbleiben“ wird. Friedl müsse eine Strafe zahlen, die einem sozialen Projekt von Werder Bremen zugute kommen wird. Damit ist der Fall für Baumann erledigt – weil: Es sei doch „verständlich gewesen, „dass sich Marco mit einem konkreten Angebot eines international spielenden Bundesliga-Clubs auseinandersetzt. Dennoch war sein Verhalten gegenüber Mannschaft, Fans und Verein einen Tag vor einem Pflichtspiel nicht in Ordnung.“

Werder Bremen-Transfers: Kein Neuzugang mehr als Ersatz für Kevin Möhwald?

Im totalen Gegensatz zum Getöse um den Innenverteidiger ist der Deal um Kevin Möhwald ziemlich geräuschlos abgelaufen. Am Montag ist der Mittelfeldspieler nach Berlin gefahren, hat den Medizincheck absolviert. Um 20.15 Uhr vermeldete der 1. FC Union den Transfer dann als perfekt. Werder erhält noch eine Million Euro für den Mittelfeldspieler, der vor drei Jahren ablösefrei vom 1. FC Nürnberg gekommen war und noch einen bis 2022 gültigen Vertrag besaß.

Ob Werder Bremen jetzt noch Ersatz für Möhwald verpflichten wird, ließ Baumann auf Nachfrage der DeichStube offen. Klar ist nur: Christian Fassnacht von Young Boys Bern wird es nicht. Die Schweizer verhielten sich so wie Werder im Fall Friedl und ließen den Spieler nicht gehen. Baumann: „Da war kurz eine Tür offen für uns. Aber es hat nicht geklappt. Das müssen wir akzeptieren.“ Bern hatte fünf Millionen Euro gefordert für den Schweizer Nationalspieler – zu viel für die Bremer. Aktuell gibt es laut Baumann „noch weitere Optionen“ für die Möhwald-Nachfolge, es sieht aber nicht danach aus, dass eine dabei ist, die für Werder tatsächlich umsetzbar ist. Fassnacht oder Fredrik Aursnes (zu Feyenoord Rotterdam) waren Top-Kandidaten für die Positionen gewesen. Das Thema Fassnacht könnte im Winter wieder aktuell werden. (csa/kni) Auch interessant: Werder Bremen will Mitchell Weiser von Bayer Leverkusen verpflichten!

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