+
Nuri Sahin ist bei Werder angekommen. Der Mittelfeldspieler war im Sommer 2018 von Borussia Dortmund nach Bremen gewechselt.

Sommer-Transfer zieht Zwischenbilanz

Spiel, Spaß, Spannung: Für Sahin ist Werder wie ein Ü-Ei

Bremen – Der Mann hat viel gesehen von der Fußball-Welt. Real Madrid, FC Liverpool, Feyenoord Rotterdam, die türkische Nationalelf und immer wieder Borussia Dortmund – bei diesen Stationen sollte man nicht erwarten, dass Nuri Sahin bei Werder Bremen noch viel Neues erleben und erlernen kann.

Dennoch ist es möglich, ihn zu überraschen. Florian Kohfeldt ist es jedenfalls gelungen – nicht nur einmal, und mit Sahins Teilzeitrolle als Mitglied der Abwehrkette hat es auch nicht angefangen. Sondern schon mit dem ersten Telefonat.

Sahin: „Werder war genau die richtige Entscheidung“

Es war die Kontaktaufnahme im vergangenen Sommer. Kohfeldt meldete sich bei Sahin. „Und das Erste, was er mir gesagt hat, war, dass ich nicht der Schnellste bin“, erinnert sich Sahin. Damals mag er perplex gewesen sein, heute lacht er darüber. Denn zu Kohfeldt und dem SV Werder gewechselt zu sein, sei „genau die richtige Entscheidung“ gewesen, so Sahin.

Schon gelesen? Neuer Vertrag bei Werder: Max Kruse spielt auf Zeit

Seit fast einem Dreivierteljahr ist der Deutsche Meister von 2011 (mit Dortmund) und spanische Champion von 2012 (mit Real Madrid) nun ein Werder-Profi. In dieser Zeit hat er 14 von 26 möglichen Bundesliga-Spielen absolviert und damit die erwartete Quote in etwa erreicht. Die Leistungen waren nicht immer gut, doch jetzt „ist der Rhythmus da“, sagt Sahin, der auch am Samstag gegen den SC Freiburg den verletzten Philipp Bargfrede vertreten wird. Für eben diese Rolle war er geholt worden, als Ersatzmann wollte er aber nicht gesehen werden. „Ich habe mich nie als Backup gefühlt“, betont er. Das wäre ja auch komisch, denn die im direkten Vergleich deutlich beeindruckendere Vita hat Sahin vorzuweisen. Tatsächlich zieht er gegen Freiburg nach Einsätzen mit Bargfrede gleich. Beide kommen dann in der laufenden Saison auf 15 Bundesliga-Partien. Also: Nach Zahlen keine Rangordnung, sondern Konkurrenten auf Augenhöhe.

Schon gelesen? Josh Sargent - der Mann für den Endspurt

Sahin vs. Bargfrede

So ordnet es auch Coach Kohfeldt ein. Bargfrede der Kämpfer, Abräumer, Antreiber – einer, der mit Robustheit auf dem Platz überzeugt. Und Sahin der etwas feinere Fußballer, aber trotzdem auch körperlich durchsetzungsstark. Das Sahin begleitende Vorurteil, zweikampfschwach zu sein, sei unfair, meint der Trainer: „Wenn der Raum eng ist, dann ist Nuri für mich einer unserer besten Zweikämpfer“, sagt Kohfeldt. Und Sahin wundert sich seit jeher über die ihm nachgesagte Schwäche: „Ich dachte eigentlich, ich wäre ganz gut in diesen Eins-gegen-eins-Duellen.“ Nur in die Sprints darf er nicht gezwungen werden. „Einen Milot Rashica würde ich jedenfalls nicht einholen“, meint Sahin, „aber dass ich nicht der Schnellste bin, weiß ich schon, seit ich elf Jahre alt war. Und die Werder-Verantwortlichen wussten es auch.“ Siehe das Telefonat mit Kohfeldt.

Eine weitere Überraschung, die der Coach für den 30-Jährigen parat hatte, war die Rolle als zentraler Verteidiger in einer Dreier- oder Fünferkette. Mehrfach – und zuletzt in Mönchengladbach – musste Sahin diese Position übernehmen. „Ich wusste nicht, dass ich das spielen kann, aber Flo hat mir bescheinigt, dass es geht“, sagt Sahin mit einem Augenwzwinkern. Mittlerweile mache die Aufgabe sogar Spaß. Aber auch wenn sie es nicht täte, würde er es wohl nicht sagen. Denn für ihn gilt: „Hauptsache auf‘m Platz.“

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Was denkst Du über den Artikel?

Kommentare