Jiri Pavlenka ist die klare Nummer eins bei Werder Bremen, Michael Zetterer die zwei. Würde der Club in der Bundesliga auch schon Louis Lord (oben) oder Mio Backhaus vertrauen?
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Jiri Pavlenka ist die klare Nummer eins bei Werder Bremen, Michael Zetterer die zwei. Würde der Club in der Bundesliga auch schon Louis Lord (oben) oder Mio Backhaus vertrauen?

Ab- und Zugänge bei SVW-Keepern?

Der Werder-Plan mit den Torhütern: Nur bei Jiri Pavlenka ist alles klar – was wird aus Michael Zetterer und Co.?

Bremen – Die schwere Verletzung von Manuel Neuer (Schienbeinbruch) hat das Torhüter-Karussell in ganz Europa in Bewegung gebracht, weil der FC Bayern München dringend Ersatz benötigt. Der SV Werder Bremen wird davon zwar eher nicht betroffen sein, aber dennoch könnte dort im Winter im Bereich der Keeper etwas passieren – nicht bei der Nummer eins Jiri Pavlenka, sondern dahinter.

„Wir fühlen uns gut aufgestellt“, betont Clemens Fritz als Werders Leiter Profifußball zur aktuellen Konstellation im Bremer Tor. Jiri Pavlenka ist die klare Nummer eins. Der 30-Jährige stand in dieser Saison in allen 15 Bundesligaspielen in der Startelf, musste nur am sechsten Spieltag gegen den FC Augsburg wegen Oberschenkelproblemen nach einer halben Stunde ausgewechselt werden. Für ihn übernahm Michael Zetterer, der 27-Jährige ist der unumstrittene Ersatzkeeper bei Werder Bremen. Als weitere Torhüter werden Mio Backhaus (18), Louis Lord (19) und Eduardo Dos Santos Haesler (23) im Profi-Kader aufgeführt. Wer von dem Trio im Ernstfall aufrücken würde, ist offen.

Werder Bremen-Transfers: Kommt ein neuer Torwart, wenn Eduardo Dos Santos Haesler im Winter wechselt?

Bei Dos Santos Haesler könnte sich dieses Thema bald erledigt haben. Der Deutsch-Brasilianer dürfte Werder Bremen verlassen, wenn er einen anderen Club findet. Zuletzt wurde dem VfL Osnabrück Interesse nachgesagt, doch der Drittligist dementierte umgehend. Schon vergangene Saison war „Dudu“, wie er sich selbst inzwischen nennt, an den dänischen Erstligisten Nordsjaelland ausgeliehen, kam da aber kaum zum Einsatz. „Das hatten wir uns natürlich anders vorgestellt“, sagt Fritz: „Er ist menschlich sehr weit für sein Alter, aber gerade vom Torwartspiel her wäre es gut gewesen, in der ersten Liga zu spielen und ein Gefühl dafür zu bekommen.“ Im vergangenen Sommer fand sich kein passender Abnehmer, nun wird erneut gesucht. Der Vertrag von Eduardo Dos Santos Haesler läuft allerdings noch bis 2024. Der Spieler ist also durchaus abgesichert, muss nicht jedes Angebot annehmen. Das könnte eine Hängepartie werden.

Sollte es im Januar doch mit einem Transfer klappen, wird es interessant. „Dann ist natürlich die Frage, ob wir Bedarf für den Fall sehen, dass ,Pavlas‘ oder ,Zetti‘ mal ausfallen. Das wäre ein Thema, das wir mit Ole Werner und Christian Vander besprechen müssten“, verweist Fritz auf den Chefcoach und dessen Torwarttrainer. Schließlich sind Mio Backhaus und Louis Lord mit 18 beziehungsweise 19 Jahren noch sehr jung. Dafür haben sie in dieser Saison im Gegensatz zu Dos Santos Haesler Spielpraxis vorzuweisen – und das nicht zu knapp. Lord stand in 18 Partien der U23 in der Regionalliga Nord im Tor, Backhaus ist Stammkeeper der U19, musste sich allerdings aufgrund eines speziellen Spielplans der Bundesliga Nord/Nordost mit neun Einsätzen begnügen. „Wir sind mit ihrer Entwicklung sehr zufrieden“, betont Fritz. Beide besäßen ein enormes Potenzial. Doch die Bundesliga ist da natürlich noch einmal ein ganz anderes Pflaster. Es wäre also durchaus möglich, dass sich Werder Bremen nach einem Wechsel von Dos Santos Haesler noch um einen erfahrenen Keeper als Notnagel kümmert.

Werder Bremen-Transfers: Wechsel oder Vertragsverlängerung von Torwart Michael Zetterer?

Vorbereitet wird Fritz mit seinem Scouting-Team auf jeden Fall sein, denn da gibt es ja noch ein anderes Szenario: den vorzeitigen Abschied von Michael Zetterer. Dessen Vertrag läuft im Sommer aus. Der 27-Jährige muss sich entscheiden, ob er sich bei Werder Bremen mit seiner Rolle als Nummer zwei dauerhaft abfindet oder woanders sein Glück sucht. „,Zetti‘ ist inzwischen wieder sehr stabil nach seinem kleinen Hänger in der Zweitliga-Saison“, blickt Fritz noch mal kurz zurück. Zetterer war nach Pavlenkas Verletzungsproblemen in der Sommerpause als Nummer eins des Absteigers in die Saison gestartet. Doch dann verlor er seinen Stammplatz, obwohl er sich keine großen Fehler geleistet hatte. Der damalige Coach Markus Anfang erhoffte sich, dass Pavlenka dem Team noch mehr Sicherheit gibt und auch mal sogenannte unhaltbare Bälle entschärft. Der Plan ging auf. Nur Zetterer gefiel das freilich nicht.

„Das zieht dich schon runter – verständlicherweise. ,Zetti‘ ist da durch ein kleines Tal gegangen“, erinnert sich Fritz. Doch inzwischen sei das kein Thema mehr, Michael Zetterer würde einen guten Job erledigen und deshalb gelte nun: „Wir können uns schon ganz gut vorstellen, so weiterzumachen. Wir hatten auch mit ,Zetti‘ schon das erste Gespräch dazu.“ Das riecht nach einer Vertragsverlängerung. Aber bis nichts unterschrieben ist, kann natürlich noch ein anderer Club um die Ecke kommen. Gerade in den Niederlanden, wo Zetterer während seiner Leihe bei PEC Zwolle stark gespielt hat, genießt der 27-Jährige einen guten Ruf. Das Torhüter-Karussell kann sich also auch bei Werder Bremen noch in Bewegung setzen. (kni)

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