Werder-Neuzugang erklärt Transfer

Die Magie der Bilder: Wie Ole Werners Video-Trick Amos Pieper endgültig vom Wechsel zu Werder Bremen überzeugte

Bremen – Ob Ole Werner auch das Zeug zu einem richtig guten Regisseur gehabt hätte, lässt sich nicht zweifelsfrei beantworten. Aber zumindest über ein gewisses Talent im Umgang mit bewegten Bildern muss der Cheftrainer des SV Werder Bremen verfügen. Schließlich ist es ihm gelungen, mit einem kleinen Filmchen eine Verstärkung für die Abwehr an Land zu ziehen. So jedenfalls hat es Amos Pieper, neuer Innenverteidiger des Aufsteigers, während seiner offiziellen Vorstellung am Donnerstag verraten.

Ole Werner hatte ein kleines Video vorbereitet, in dem er Szenen aufgezeigt hat, wie er mich als Spieler und als Teil seines Systems in der Mannschaft sieht“, erzählte Amos Pieper. „Das war nur ein kurzes Video, aber es hat mich gleich überzeugt.“ Weil Werner und der Ex-Bielefelder fußballerisch offenbar auf einer Wellenlinie schwimmen, ihre Vorstellung vom Agieren auf dem Platz identisch ist. „Einen exklusiven Einblick in seine Idee von Fußball zu bekommen, hat mir sehr zugesagt“, meinte der 24-jährige Neuzugang des SV Werder Bremen. „Das Video hat noch einmal verdeutlicht, was ich vorher schon als Betrachter der zweiten Liga gesehen habe.“

Die Magie der Bilder: Wie Ole Werners Video-Trick Amos Pieper endgültig von Werder Bremen überzeugte

Amos Pieper will jetzt dabei helfen, dass dieser Werner-Fußball, der in den vergangenen Monaten bei Werder Bremen etabliert wurde, eine Liga höher die nächste Entwicklungsstufe erreicht. Dafür hat er am Osterdeich unterschrieben, unmittelbar nachdem der Aufstieg perfekt war und nahezu eine ganze Stadt im kollektiven Freudentaumel wankte. „Mit Werder war ich da seit einigen Wochen in Kontakt. Es war auch der erste Verein, der auf mich zugekommen ist und konkrete Vorstellungen hatte, mich unbedingt haben wollte und mir eine klare Perspektive aufgezeigt hat.“

Da spielte es auch keine Rolle, dass Piepers Name in den Medien immer wieder mit anderen Clubs in Verbindung gebracht wurde. Sogar der FC Chelsea aus der englischen Premier-League soll zu den Interessenten gehört haben. „Ich habe eine gute und professionelle Berateragentur, die mich von diesen ganzen verrückten Sachen ferngehalten hat“, berichtete der neue Innenverteidiger von Werder Bremen lachend. „Ich habe nur das mitbekommen, was wirklich spannend geworden wäre. Also daher: An Chelsea war nicht so viel dran – aber das kann man sich vielleicht auch denken.“ Kontakt zu anderen Vereinen habe es zwar trotzdem gegeben, „viel mehr aber auch nicht“, sagte Amos Pieper.

Werder-Bremen-Neuzugang Amos Pieper über Interesse anderer Clubs: „An Chelsea war nicht so viel dran - aber das kann man sich vielleicht auch denken“

Und so nimmt er in Bremen nun eine neue Herausforderung an. Eine, die schon mit dem Gerangel um einen Platz in der Startelf beginnt. Denn egal, ob Ole Werner sich letztlich für eine Dreier- oder Viererkette in der Abwehr entscheiden wird, mit Milos Veljkovic, Marco Friedl und Niklas Stark stehen Pieper aktuell drei Profis gegenüber, die vom Selbstverständnis her ebenfalls einen Stammplatz haben wollen. „Der ist aber nur bei ganz, ganz wenigen Spielern auf der Welt garantiert“, meinte Amos Pieper mit Blick auf seine eigene Person. „Den muss sich vielleicht jeder hier erarbeiten. Wenn man die Namen da hinten aber alle sieht, dann sagt mir das vor allem, dass wir eine enorme Qualität haben, die uns – egal in welcher Situation – weiterhelfen wird.“ Spielen will er natürlich trotzdem bei Werder Bremen, „aber diesen Anspruch hat jeder“, meinte der 1,92 Meter große Olympiateilnehmer von 2021 in Tokio.

Damit der Neuzugang von Werder Bremen trotzdem von Beginn an einen guten Eindruck in neuer Umgebung hinterlässt, hat Amos Pieper während der fußballfreien Zeit sogar mit einem Privattrainer geschuftet. „Wir haben das in der letzten Saison mal angefangen“, erzählte er. „Die aktuelle Sommerpause war mit knapp fünf Wochen relativ lang, doch ich habe mir gesagt, dass ich topfit in Bremen ankommen möchte. In solchen Trainings kann man gut an Baustellen arbeiten, für die während einer Saison wegen des hohen Spielrhythmus nicht so viel Zeit oder Kraft vorhanden war.“

Werder-Bremen-Neuzugang Amos Pieper trainierte mit einem Privatcoach: „Ich habe mir gesagt, dass ich topfit in Bremen ankommen möchte“

Was Amos Pieper zuletzt mit Arminia Bielefeld ebenfalls fehlte, waren Punkte. Als Vorletzter stiegen die Ostwestfalen ab, Werders Neuverpflichtung war stets mittendrin im Geschehen. Und der Verteidiger von Werder Bremen hat verständlicherweise wenig Lust auf eine Wiederholung der Ereignisse, so früh wie möglich will er den Klassenerhalt mit seinen Teamkollegen realisieren. „Man merkt den Jungs hier sofort eine gewisse Euphorie an und dass alle richtig Lust auf die Bundesliga haben. Es ist ganz wichtig, dass wir dieses Gefühl so lange wie möglich aufrechterhalten“, wünscht sich Pieper, der auch noch eine wertvolle Erfahrung mit im Gepäck hat. „Ich habe in der Bundesliga gemerkt, dass es gegen jeden Gegner, egal wie groß er auf dem Papier zu sein scheint, eine Möglichkeit gibt, Punkte zu holen“, erzählte er und forderte: „Man sollte daher niemals sagen, dass es nicht so schlimm ist, wenn man mal ein Spiel verliert. Jeder einzelne muss immer die maximale Punkteausbeute holen wollen.“

Wenn alles optimal läuft, gehen die Bremer anschließend tatsächlich in ein zweites Bundesligajahr nach dem jetzigen Wiederaufstieg. Doch all das ist Zukunftsmusik. Auch deshalb schaut Amos Pieper erst einmal nur auf das Hier und Jetzt. Das gilt ebenfalls im Hinblick auf seine eigene Karriere. „Ich war noch nie der Typ dafür, der sich im Leben langfristige Ziele gesteckt und gesagt hat, dass ich zu jenem Zeitpunkt da oder dort sein muss“, betonte er. „Es kommt manchmal, wie es kommt – oft ist es sehr schön gekommen.“ So wie jetzt, als er unerwartet ein Video seines neuen Trainers zu sehen bekam, das ihn von einem Wechsel zu Werder Bremen überzeugte. (mbü)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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