Ist Werder Bremen mit 30 Punkten schon (so gut wie) vor dem Abstieg gerettet? Sportchef Frank Baumann warnt vor derlei Gedankenspielen.
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Ist Werder Bremen mit 30 Punkten schon (so gut wie) vor dem Abstieg gerettet? Sportchef Frank Baumann warnt vor derlei Gedankenspielen.

Werder-Manager über mögliche Neuzugänge

Sportchef Frank Baumann erklärt: Das bedeutet der nahende Klassenerhalt für Werder Bremens Transfer-Planungen

Bremen – Natürlich hat sich auch Frank Baumann riesig über den 2:0-Sieg des SV Werder Bremen in Bielefeld gefreut. Und der Sportchef gibt auch zu, dass der auf elf Punkte angewachsene Vorsprung auf die Abstiegszone seine Arbeit erleichtert. Aber im Gespräch mit der DeichStube betont der 45-Jährige vor dem Heimspiel gegen den FC Bayern München zugleich: „Wir sind noch nicht gerettet! Wir können uns nicht zurücklehnen, weil jetzt die vermeintlich schwereren Spiele kommen, und darauf warten, irgendwann schon noch Punkte zu holen. Wir müssen weiter punkten.“

30 Zähler hat Werder Bremen in 24 Spielen gesammelt. Zur Erinnerung: Am Ende der vergangenen Saison waren es nach 34 Partien 31 gewesen. Dieser Vergleich sei schon „schön und angenehm“, sagt Frank Baumann. Und natürlich kann er verstehen, wenn jeder nun einmal kurz durchatmen und sich über die gute Ausgangslage freuen würde. Nach den vielen Sorgen in der Vergangenheit sei das nachvollziehbar – gerade bei den Fans.

Auf die Frage, ob Platz zwölf und die hohe Wahrscheinlichkeit auf den Klassenerhalt seine Arbeit positiv beeinflusse, antwortet Baumann: „Ein Stück weit schon.“ Der Sportchef ist vorsichtig, will am liebsten noch gar nicht über die neue Saison reden, um den eingeforderten Fokus auf die Aktualität nicht selbst zu verlieren. Der Ex-Profi gestattet dann aber doch einen zumindest kleinen Einblick, was das Punktepolster bewirkt.

Werder Bremen-Sportchef Frank Baumann: Punkte-Polster „hilft in Gesprächen mit möglichen Neuzugängen“

„Es hilft in den Gesprächen mit den aktuellen Spielern, die in den nächsten Wochen und Monaten anstehen. Es hilft auch in den Gesprächen mit potenziellen Neuzugängen. Denn man kann jetzt etwas mehr über die 1. Liga sprechen.“ Die Frage der sportlichen Perspektive sei allerdings nicht die einzige in solchen Diskussionen. „So oder so bleiben finanziell viele Fragezeichen aufgrund der Coronakrise“, betont Frank Baumann und richtet sich auf weitere schwierige Wochen ein.

Die Vorarbeit sei dabei aber bereits geleistet. „Wir fokussieren uns seit Mitte/Ende Oktober auf gewisse Positionen, auf denen wir Bedarf haben werden“, so Baumann: „Es geht um vier, fünf Positionen.“ Dazu zählt auch der Posten des rechten Verteidigers, weil Theodor Gebre Selassie in seine tschechische Heimat zurückkehren möchte. Auch für Milot Rashica soll ein Ersatz geholt werden. Denn in diesem Sommer soll es mit den von beiden Seiten gewünschten Wechsel des Außenstürmers endlich klappen. Tahith Chong hat sich als möglicher Nachfolger bereits verabschiedet. Gut möglich, dass Werder Bremen in einer ähnlichen Kategorie sucht. Bei Kapitän Niklas Moisander sieht es ebenfalls nach einem Wechsel aus. Der 35-Jährige hat seinen Stammplatz in der Abwehr verloren, der Vertrag läuft aus – eigentlich ein guter Zeitpunkt für eine Trennung. Moisander soll mit einem Wechsel nach Schweden, der Heimat seiner Frau, liebäugeln.

Werder Bremen-Sportchef Frank Baumann: „Wir schmeißen keine Spieler auf den Markt“

Es könnte freilich noch viel mehr Abgänge geben. Schließlich gilt bei Werder Bremen in der Coronakrise umso mehr das Motto „Niemand ist unverkäuflich“. Doch von einem Ausverkauf könne keine Rede sein. „Ich mag auch den Begriff Verkaufskandidaten nicht. Wie hört sich das denn für den betroffenen Spieler an?“, fragt Baumann und stellt klar: „Wir schmeißen keine Spieler auf den Markt. Das ist nicht unser Ziel. Wir müssen genau schauen, welcher Transfer Sinn ergibt.“ Dabei würden die Vertragslaufzeit und das Alter genauso eine Rolle spielen wie die Konkurrenzsituation im Kader und eben auch „das Momentum“, wie es Baumann nennt: also das richtige Angebot zum richtigen Zeitpunkt.

All das soll sich, wenn überhaupt, noch im Hintergrund abspielen und das sportliche Geschehen nicht beeinflussen. „Wir wollen das Bestmögliche aus dieser Saison herausholen“, fordert der Sportchef des SV Werder Bremen und ist dabei optimistisch, dass zumindest die Einstellung stimmen wird: „Es gibt keinen Grund nachzulassen. Und ich habe grundsätzlich auch keine Sorge, dass die Mannschaft nachlassen könnte.“ (kni) Auch interessant: Aufstellung mit Kapitän Niklas Moisander - Ist das Werder Bremens Startelf gegen den FC Bayern? Und: Verfolgt das Bundesliga-Spiel des SV Werder Bremen gegen den FC Bayern München im Live-Ticker der DeichStube!

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