Clemens Fritz hat am späten Montagnachmittag erklärt, warum es bei Werder Bremen in diesem Winter keine Transfers gibt.
+
Clemens Fritz hat am späten Montagnachmittag erklärt, warum es bei Werder Bremen in diesem Winter keine Transfers gibt.

Keine Werder-Transfers am Deadline Day!

Clemens Fritz begründet Werder Bremens Transfer-Verzicht - und verspricht, dass kein Leistungsträger mehr geht

Bremen - Was hat es nicht schon alles für skurrile Transfer-Momente gegeben. Glühende Telefone, kaputte Faxgeräte, hetzende Profis und nicht minder ins Schwitzen geratene Berater oder Manager. Und alles nur, damit die Tinte unter dem Vertrag rechtzeitig trocken und alle Formalitäten pünktlich bis zum Ende des Tages erledigt sind. In England ist für das karussellartige Wechsel-Spektakel einst der schmissige Name „Deadline Day“ erfunden worden – doch in diesem Winter wirkte es eher so, als seien bei Werder die Leitungen tot. Denn es passierte: absolut nichts mehr.

Clemens Fritz beerdigte das Thema sogar schon, als das deutsche Transferfenster noch gar nicht richtig geschlossen war. Doch da Werder Bremens Leiter Scouting und Profifußball am Montag nicht mehr allzu viel zu tun hatte, trat er bereits am späten Nachmittag während einer Online-Medienrunde vor die Journalisten. „Es war im Vergleich zu den letzten Jahren ein sehr ruhiger Tag für uns“, schilderte Fritz. „Wir haben sicherlich noch die eine oder andere Personalie durchgesprochen, aber wir haben auch immer gesagt, dass es sportlich und wirtschaftlich passen muss. Wir haben für uns entschieden, dass wir keinen Spieler mehr verpflichten werden.“

Dabei sind die Bremer eigentlich ziemlich ausgebufft und erfahren, wenn es darum geht, auf den letzten Metern noch ein Ass aus dem Ärmel zu zaubern. Milot Rashica, Serge Gnabry, Nuri Sahin oder Leonardo Bittencourt landeten so etwa einst an der Weser. Doch dieses Mal blieb die große Überraschung aus. Und so nehmen die Bremer den möglichen Wiederaufstieg also mit einem unveränderten Kader in Angriff. Jener Kader, der in den vergangenen Wochen überhaupt erst dafür gesorgt hat, dass bei Werder Bremen wieder von der direkten Rückkehr ins Fußball-Oberhaus geträumt werden darf.

Keine Transfers am Deadline Day: Werder Bremen führt Mission Wiederaufstieg ohne Verstärkungen fort

„Im Sommer gab es einige Verpflichtungen, dazu die Trainerwechsel. In der Hinrunde war es bei uns die ganze Zeit sehr unruhig“, erläuterte Clemens Fritz und lieferte gleich den Grund für die jetzige Zurückhaltung auf dem Transfermarkt mit: „Wir haben jetzt das Gefühl, dass wir ein sehr stabiles Gebilde und eine Mannschaft haben, die zueinandergefunden hat“, betonte er. „Wir sind qualitativ von unserer Mannschaft absolut überzeugt und hätten nur etwas gemacht, wenn die wirtschaftliche und sportliche Überzeugung da gewesen wäre – und das war nicht der Fall.“

Nun lassen sich diese Worte nach einer Siegesserie von fünf gewonnenen Partien in Folge natürlich wesentlich einfacher aussprechen, als wenn tabellarisches Ungemach droht. Doch Clemens Fritz widerspricht sofort allen Kritikern, die womöglich den jüngsten Trend des SV Werder Bremen für den aktuellen Einkaufsstopp verantwortlich machen. „Wichtig ist für uns, dass wir uns von den letzten Wochen nicht blenden lassen“, betonte der 41-Jährige. „Es geht ja immer ganz schnell, dass man sagt, dass alles gut läuft und keine Notwendigkeit besteht. Wir wissen um die guten Spiele und Ergebnisse, aber wir wissen auch, dass noch einiges an Arbeit vor uns liegt.“

Alle Transfer-News rund um den SV Werder Bremen gibt es hier!

Werder Bremen-Transfers: „Von den Führungsspielern werden wir keinen mehr abgeben“

Alles immer verbunden mit der Hoffnung, dass nicht plötzlich doch noch wichtige Stammkräfte ausfallen. „Wir befinden uns mitten in einer Pandemie, also in einer Zeit, die mit vielen Fragezeichen verbunden ist. Wir hoffen natürlich, dass wir vom Verletzungspech verschont bleiben, aber es ist auch wichtig, diese Ruhe und Stabilität zu haben. Die haben wir jetzt gefunden – und das ist einiges wert“, sagte Fritz. „Wenn man dann eine Neuverpflichtung tätigt, dann muss die auch sitzen. Genau diese Überzeugung hatten wir eben nicht.“

Wo Spieler kommen können, können bekanntlich auch welche gehen – zumal in einigen anderen Ländern weiter Transfers möglich sind. Clemens Fritz schiebt namhaften Abgängen aber einen Riegel vor. „Von den Führungsspielern werden wir auf alle Fälle keinen mehr abgeben“, versprach er. „Wenn du jetzt noch jemanden abgibst, haben wir auch keinen Handlungsspielraum mehr. Wir hatten im Sommer eine andere Situation mit wirtschaftlichen Zwängen, die erfüllt werden mussten. Dieser Druck ist diesen Winter nicht so groß gewesen. Wenn etwas reinkommt, werden wir das seriös behandeln, aber wir sind nicht gewillt, unser Stammpersonal abzugeben.“ (mbü)

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare