Petr Cech (l.), Davor Suker (m.) und Luis Suárez (r.) standen allesamt kurz vor einem Transfer zu Werder Bremen.
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Petr Cech (l.), Davor Suker (m.) und Luis Suárez (r.) standen allesamt kurz vor einem Transfer zu Werder Bremen.

Davor Suker, Petr Cech und Co.

Beinahe-Transfers – Teil 1: Diese Stars wären fast bei Werder Bremen gelandet

Bremen – Wenn sich die Transferfenster in den europäischen Top-Ligen öffnen, dann klopft das Herz eines jeden Fußball-Fans vor Aufregung gleich etwas schneller. Die Hoffnung ist groß, dass der Lieblingsverein den nächsten großen Star verpflichtet und dem eigenen Club zu sportlichem Erfolg verhilft. Doch es passiert auch immer wieder, dass aus verschiedensten Gründen ein Transfer, der eigentlich schon als sicher galt, nicht zustande kommt. Das ist auch beim SV Werder Bremen passiert. Die DeichStube hat die größten Beinahe-Transfers rausgesucht - hier gibt es Teil 1 mit Shevchenko, Suárez und Co.

Andrij Shevchenko: Wir schreiben das Jahr 1997 und der SV Werder Bremen befindet sich in einem großen Umbruch. Der damalige Manager Willi Lemke wollte deshalb einen echten Star an die Weser holen. Das funktionierte auch, doch es war eben nicht der spätere Rekordtorschütze der Ukraine, Andrij Shevchenko, sondern Yurij Maximov. 750.000 Euro zahlte Werder damals für Maximov an Dynamo Kiew. Der ukrainische Hauptstadt-Club bot Willi Lemke auch Andrij Shevchenko an. „Sheva“ war damals 19 und noch ein unbeschriebenes Blatt. Doch die Verantwortlichen des SVW griffen für Maximov bereits so tief in die Tasche, dass der Shevchenko-Deal nicht zustande kam. Für Shevchenko war das alles andere als tragisch, denn durch seine Auftritte in der Champions League wurden die großen Clubs auf den Ukrainer aufmerksam. Der Stürmer wechselte 1999 für eine Ablösesumme von fast 24 Millionen Euro zum AC Mailand und wurde ein Weltstar.  

Beinahe-Transfers bei Werder Bremen: Petr Cech zu teuer, Thomas Schaaf verlässt sich auf Miroslav Klose

Petr Cech: Der tschechische Torhüter Petr Cech gehört zu den größten Torwart-Legenden der jüngeren Fußball-Geschichte. Doch auch der großgewachsene Keeper fing mal „klein“ an. 2001 hatte der damals 18-jährige Cech ein Probetraining bei Werder Bremen. Bereits damals erkannten die Verantwortlichen das Potenzial, doch Petr Cech sollte rund 500.000 Euro kosten. Für Werder ein zu hohes Risiko, deshalb entschied sich der Verein für den polnischen Schlussmann Jakub Wierzchowski anstelle von Cech. Der tschechische Keeper wechselte dann zu Sparta Prag und kam über Rennes im Jahr 2004 zum FC Chelsea. Bei den „Blues“ prägte er elf Jahre lang eine Torwart-Ära und gewann unter anderem die Champions League.

Luis Suárez: Zwischen 2003 und 2010 gehörte der SV Werder Bremen zu den größten Adressen im deutschen Fußball. Speziell für junge Spieler war die Hansestadt ein guter Ort, um sich weiterzuentwickeln. In der Hinrunde der Spielzeit 2006/07 machte ein torhungriger Uruguayer in den Niederlanden auf sich aufmerksam. Der 19-jährige Luis Suárez schoss beim FC Groningen fast alles kurz und klein. In der Winterpause plauderte der damalige Groningen-Trainer Ron Jans aus, dass „Suárez so gut wie sicher an Werder verkauft“ werde. Klaus Allofs dementierte das umgehend mit den Worten: „Es ist kein Transfer in Vorbereitung, geschweige denn abgeschlossen“, da die Bremer davon ausgingen, dass Miroslav Klose auch über den Sommer hinaus in Bremen bleiben würde.

„Die Wahrscheinlichkeit, dass Miro Werder zum Saisonende verlässt, ist sehr gering“, sagte Thomas Schaaf 2007 im „Doppelpass“. Klose wechselte zur neuen Saison dann aber doch für 15 Millionen Euro zu Bayern und Werder Bremen verpflichtete im Sommer 2007 Carlos Alberto und Boubacar Sanogo, um den ehemaligen Nationalspieler zu ersetzen. Luis Suárez wechselte im gleichen Transferfenster für 7,5 Millionen Euro zu Ajax Amsterdam, 2011 für 26 Millionen Euro zu Liverpool und drei Jahre später legte der FC Barcelona über 80 Millionen Euro für den heute 35-Jährigen auf den Tisch.

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Werder Bremens Beinahe-Transfers: Stefan Effenberg will zu viel Geld, Davor Suker macht woanders Karriere

Stefan Effenberg: 1994 wollte Otto Rehhagel unbedingt Stefan Effenberg aus Florenz nach Bremen lotsen. „Effe“ war zu dem Zeitpunkt 26 und fester Bestandteil der deutschen Nationalmannschaft. Werder Bremen und der Mittelfeldspieler waren sich bereits einig, auch die Fiorentina stimmte einem Wechsel zu. Doch auf einmal forderte Effenberg mehr Geld und das hätte Werders finanziellen Rahmen gesprengt. Im Interview mit „Transfermarkt.de“ sagte Willi Lemke einst: „Der Deal war im Grunde perfekt (…) ich bin mir ziemlich sicher, dass da vor allem Gattin Martina ihrem ‚Effe‘ was eingesungen hatte“. So musste der damalige Werder-Manager „Sorry“ zu Otto Rehhagel sagen und Stefan Effenberg ging wenig später zu Gladbach.

Davor Suker: Im Jahre 1995 wollte Werder Bremen die glorreiche Zeit unter Otto Rehhagel fortsetzen. Mit Aad de Mos wurde ein damals vielversprechender Nachfolger präsentiert. Der bei Werder erfolglose Niederländer wollte in seiner ersten Amtshandlung unbedingt Davor Suker vom FC Sevilla verpflichten. „Wir stehen Gewehr bei Fuß“, äußerte sich Klaus-Dieter Fischer damals zu den Bemühungen und unterstützte diesen Plan. Die geforderten 3,5 Millionen Euro waren aber zu hoch für Werder. Der Deal zerschlug sich deshalb im Sommer, doch fast ging die Tür dann im Winter sogar ein zweites Mal auf. Hätten die Bremer sich im UEFA-Cup gegen Eindhoven durchgesetzt, wäre das Geld für Suker da gewesen. Ex-Vize-Präsident Klaus-Dieter Fischer sagte damals vor dem Rückspiel: „Wenn Werder weiterkommt, dann wird auch Davor Suker wieder ein Thema“. Letztlich schied Werder aber aus, Aad de Mos wurde entlassen und der Kroate blieb in Spanien. Dort ging er nur ein Jahr später von FC Sevilla zu Real Madrid und wurde zum Weltstar. (fwa)

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