Bleibt er bei Werder Bremen? Mitchell Weiser hat sich noch nicht entschieden, wo er in der kommenden Saison spielen wird.
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Bleibt er bei Werder Bremen? Mitchell Weiser hat sich noch nicht entschieden, wo er in der kommenden Saison spielen wird.

Bayer Leverkusen sieht Werder in der Pflicht

Ping-Pong im Poker um Weiser und Konkurrenz für den SV Werder Bremen

Bremen – Zwischenzeitlich sah es schon so aus, als würde die Personalie Mitchell Weiser schnell entschieden: Doch der SV Werder Bremen, Bayer Leverkusen und der Spieler konnten sich bislang nicht auf einen Transfer einigen, obwohl alle drei Parteien genau diese Lösung anstreben. Finanziell passt es aber noch nicht, um aus dem Leih- ein Kauf-Geschäft zu machen. Inzwischen schieben sich die Beteiligten die Verantwortung hin und her, während sich offenbar weitere Interessenten in Stellung bringen.

Update (30. Juni 2022): Wechsel von Mitchell Weiser wohl geplatzt! Werder Bremen sieht sich nach Alternativen um!

„Es liegt an Werder und an Mitch, eine Lösung zu finden“, sagte Bayer Leverkusens Sportdirektor Simon Rolfes zu Wochenbeginn der „Rheinischen Post“. Die Worte des ehemaligen Werder-Profis können durchaus als Antwort auf die Aussage von Frank Baumann verstanden werden. „Wir haben unser Interesse bei Mitchell und bei Leverkusen hinterlegt. Es liegt derzeit nicht in unserer Hand“, hatte der Sportchef des SV Werder Bremen vor elf Tagen via „Bild“-Zeitung verkündet.

Werder Bremen-Transfers: Keine Ablöse an Bayer Leverkusen, aber auch keine Abfindung für Mitchell Weiser

Aber wer muss denn nun entscheiden? Die Antwort darauf ist nicht ganz einfach. Es geht wie so oft im Fußball ums Geld. Denn eigentlich hat sich Mitchell Weiser längst festgelegt, dass er der einjährigen Ausleihe gerne weitere Zeit bei Werder Bremen folgen lassen möchte. Der 28-Jährige hat nach einer schwierigen Phase in Leverkusen am Osterdeich sportlich wieder Fuß gefasst und fühlt sich auch ansonsten wohl bei Werder. Nur können ihm die Bremer nicht das Gehalt zahlen, was ihm Leverkusen vor vier Jahren bei seinem Wechsel von Hertha BSC zum Werksclub vertraglich zugesichert hat. Von 3,6 Millionen Euro pro Jahr ist die Rede.

In der vergangenen Saison hat Bayer Leverkusen davon fast 90 Prozent übernommen, um den Rechtsverteidiger zumindest auf Zeit loszuwerden. Der Vertrag läuft aber noch ein Jahr. Ab dem 1. Juli wäre Mitchell Weiser wieder ein Bayer-Profi. Doch dort ist auch weiterhin kein Platz für ihn. Leverkusen würde ihn zwar umsonst gehen lassen, was bei einer an Hertha BSC bezahlten Ablösesumme von zwölf Millionen Euro schon bemerkenswert ist, doch eine Abfindung für Weiser soll es nicht mehr geben. Das macht Rolfes mit seiner Aussage schon sehr deutlich.

Werder Bremen-Transfers: Poker um Mitchell Weiser - aber Werder hält nach Alternativen Ausschau

Weisers Gehalt in Bayer-Dimension würde bei Werder Bremen den Rahmen sprengen, denn kein Spieler im Kader bekäme mehr Geld. Und ein Rechtsverteidiger als Topverdiener wäre auch etwas untypisch für die Branche. Also ist auch Mitchell Weiser in den Verhandlungen gefordert. „Natürlich würde ich auf Geld verzichten. Geld spielt eigentlich nicht so eine große Rolle“, hatte der ehemalige Bayern-Spieler im Saison-Endspurt mal betont. Nun könnte er zeigen, wie ernst es ihm damit war. Andererseits soll der ehemalige U21-Nationalspieler auch Anfragen von anderen Clubs vorliegen haben. Ob die finanziell interessanter sind, ist nicht bekannt.

Natürlich würde Werder Bremen den Fall Mitchell Weiser gerne so schnell wie möglich lösen, um den Spieler möglichst zum Start in die Vorbereitung in einer Woche dabei zu haben. Aber ein Ultimatum soll es nicht geben. Dennoch hält der Aufsteiger nach Alternativen Ausschau. Sollte es mit Weiser wider Erwarten doch nicht klappen, soll definitiv ein anderer Rechtsverteidiger verpflichtet werden. Möglichst einer, der schon eine gewisse Erfahrung mitbringt und die Bundesliga bereits kennt. Ein zweiter Weiser ist dabei schwer zu finden. Obwohl er als Ungeimpfter im Saisonverlauf wegen der Quarantäne-Regeln auch für die eine oder andere Schwierigkeit gesorgt hat, ist sein sportlicher Wert unbestritten – vor allem was seine Offensivqualitäten betrifft. Als Rechtsverteidiger vor einer Dreierkette könnte der 28-Jährige auch in der Bundesliga ein wichtiger Faktor sein. Doch dazu müssen sich erst mal alle Beteiligten einigen. Immerhin kennt man sich bestens. Leverkusens Rolfes spielte einst in Bremen, Werders Leiter Profi-Fußball Clemens Fritz kam als Spieler vom Rhein an die Weser. (kni)

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