Im Testspiel von Werder Bremen gegen den FC Oberneuland netze Leonardo Bittencourt gleich drei Mal.
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Im Testspiel von Werder Bremen gegen den FC Oberneuland netze Leonardo Bittencourt gleich drei Mal.

Bleiben oder wechseln?

Leonardo Bittencourt über seine Zukunft beim SV Werder: „Dann bin ich immer noch bei einem geilen Club“

Bremen – Er ist neben EM-Fahrer Ludwig Augustinsson erst der zweite echte Verkaufskandidat des SV Werder Bremen, der nach dem Abstieg öffentlich über seine Zukunft spricht: Leonardo Bittencourt. Der 27-jährige Offensivspieler, an dessen Diensten unter anderem der portugiesische Spitzenclub Benfica Lissabon Interesse zeigt, lässt einen Verbleib beim künftigen Zweitligisten offen, schließt ihn aber auch nicht kategorisch aus.

„Ich habe hier noch Vertrag, fühle mich sehr wohl, aber die Situation ist natürlich besonders. Der Verein ist auf Verkäufe angewiesen. Deswegen kann ich zu meiner Zukunft gar nicht viel sagen“, erklärt Leonardo Bittencourt in einer Medienrunde. Nur so viel: „Ich bin jeden Tag mit den Gedanken bei Werder Bremen. So habe ich es immer gemacht – egal, wo ich war. So lange ich hier bin, gebe ich 150 Prozent für den Verein. Ich kann aber nicht versprechen, dass ich definitiv bleibe, weil ich nicht weiß, was morgen, übermorgen oder in einer Woche passiert.“

Anders als seine Teamkollegen Romano Schmid und Kevin Möhwald, die beide klar von einem Verbleib bei Werder Bremen ausgehen, aber auch keine wirklichen Verkaufskandidaten sind, sagt Bittencourt mit Blick auf seine 206 Bundesliga-Spiele: „Wenn man all die Jahre in der 1. Liga gespielt hat, ist es klar, dass man das Niveau auch weiterhin gerne halten möchte.“ Einen Wechsel forcieren wolle er deshalb aber nicht um jeden Preis. „Ich werde jetzt nicht auf Teufel komm raus alles machen, um in der 1. Liga zu bleiben.“ Die Entscheidung über einen möglichen Abgang sei ohnehin eine, die er gemeinsam mit seiner Familie treffe. „Da werden wir uns zusammensetzen und überlegen, ob es etwas für uns sinnvoll ist oder nicht. Ob es mich weiterbringt oder nicht. Wenn das nicht der Fall ist, werde ich alles dafür geben, um mit Werder Bremen wieder hochzukommen.“

Leonardo Bittencourt: „Wenn ich mit Werder Bremen in die neue Saison starte, geht’s mir gut“

Der Deutsch-Brasilianer strahlt bei seinen Erzählungen eine demonstrative Gelassenheit aus, was auch daran liegen dürfte, dass in Bremen nach zwei sportlich schlimmen Spielzeiten so langsam die gute Laune zurückkehrt: „Ich kann nur betonen, dass es mir hier aktuell sehr viel Spaß macht in der Vorbereitung mit dem neuen Trainer.“ Auch die Atmosphäre in der Mannschaft sei „trotz der schwierigen Kadersituation wirklich richtig gut“. Und in der kurzen gemeinsamen Zeit mit Markus Anfang habe er schon „einiges gelernt. Er bringt uns sehr viele neue Elemente bei. Sein Fußball kommt mir sehr entgegen“, erklärt Leonardo Bittencourt. Generell ist er vom neuen Werder-Coach absolut angetan: „Er macht einen richtig guten Eindruck. Hat einen klaren Plan, weiß ganz genau, was er will und kann es auch vermitteln. Bis jetzt bin ich sehr überzeugt von ihm.“

Wohl auch deshalb konstatiert Bittencourt grinsend: „Wenn jetzt kein Angebot kommt, wo der Verein und ich sagen: ‚Okay, das können wir uns vorstellen‘, dann bin ich immer noch bei einem geilen Club – unabhängig von der Liga. Wenn ich mit Werder Bremen in die neue Saison starte, geht’s mir gut.“

Leonardo Bittencourt weiß, dass bei Werder Bremen bis zum Transferschluss noch viel passieren kann

Auf den Saisonstart am Samstag, 24. Juli, gegen Hannover 96 freut er sich ganz besonders. Denn dann wird das Weserstadion erstmals seit fast einem Jahr wieder mit Fans gefüllt sein – immerhin 14 000. „Das wird überragend. Wir haben ja teilweise Jungs hier, die haben in der Bundesliga nur ohne Fans gespielt. Die wissen gar nicht, wie geil es ist, hier im Weserstadion vor Zuschauern aufzulaufen. Es fehlt einfach. Und deswegen ist es richtig toll, dass man wieder gemeinsam jubeln kann. Ohne Fans ist es einfach sehr trostlos.“ Mit einer Zielsetzung für die neue Zweitliga-Saison tut Leonardo Bittencourt sich noch schwer: „Dafür ist es einfach zu früh. Wir müssen erst einmal abwarten, wer uns noch verlässt und mit welcher Mannschaft wir letztlich spielen. Bis zum 31. August kann noch zu viel passieren.“

Eines aber wahrscheinlich nicht: dass Leonardo Bittencourt Kapitän wird. Klar, wenn er gewählt würde, dann werde er das Amt wahrscheinlich nicht ablehnen, sagt der Offensivmann. Und wie aus Teamkreisen zu hören war, hat Bittencourt gar nicht so schlechte Karten, er ist bei vielen Spielern sehr beliebt, seine Meinung wird geschätzt. Der 27-Jährige strebt die Binde aber nicht wirklich an: „Ich würde mich da jetzt nicht vordrängeln, weil ich generell jemand bin, der sowieso den Mund aufmacht! Kapitän zu sein, ist jetzt also nichts, wovon ich nachts träume.“ Zumal es dann emotional wahrscheinlich noch schwieriger sein würde, Werder Bremen doch zu verlassen. (mwi) Update (18. Juli 2021): Wechsel vom Tisch? Leonardo Bittencourt fällt länger verletzt aus!

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