Luc Ihorst (re.), Leihgabe des SV Werder Bremen, hat verletzungstechnisch ein wahres Seuchenjahr hinter sich. 2022 will der bullige Angreifer mit Eintracht Braunschweig in die 2. Bundesliga aufsteigen.
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Luc Ihorst (re.), Leihgabe des SV Werder Bremen, hat verletzungstechnisch ein wahres Seuchenjahr hinter sich. 2022 will der bullige Angreifer mit Eintracht Braunschweig in die 2. Bundesliga aufsteigen.

Werder-Leihspieler im DeichStube-Gespräch

Nach Seuchenjahr: Werder-Leihgabe Luc Ihorst will gesund bleiben und in Braunschweig durchstarten - und dann?

Braunschweig – Zum Jahreswechsel steht bei vielen Menschen eine Sache ganz oben auf den Listen der guten Wünsche. Auch bei Luc Ihorst, dem Jungprofi von Werder Bremen, der in dieser Hinsicht keine Ausnahme macht. „Gesundheit, vor allem Gesundheit“, erhofft sich der 21-Jährige, der momentan als Leihspieler bei Eintracht Braunschweig versucht, seine Laufbahn in die richtigen Bahnen zu lenken, für das neue Jahr. Bei ihm hat dieses Ansinnen nicht nur den Hintergrund, sicher und geschützt durch die pandemischen Zeiten zu kommen, sondern ist vielmehr ein naheliegender Wunsch angesichts seiner persönlichen Historie als Profifußballer.

Für den veranlagten Stürmer, den sie bei Werder Bremen als ein Versprechen für die Zukunft einstufen, war das vergangene Jahr eines voller Enttäuschungen und Rückschläge. „Alles brach gefühlt auf einmal und plötzlich auf mich ein“, sagt Luc Ihorst, der zuvor kaum auf der Verletztenliste gestanden hatte und nun zu einem Dauergast im Lazarett seiner Arbeitgeber wurde. Rund 200 Tage fiel er im im Kalenderjahr 2021 aus, saß häufiger in Arztpraxen als in Umkleidekabinen. Eine Operation an der Leiste beim VfL Osnabrück, an den er in der Vorsaison verliehen war, eine Reihe von Muskelverletzungen, die ihn nach vielversprechendem Start in Braunschweig bremsten.

Über das Warum hat er sich schon Gedanken gemacht, wie er im Gespräch mit der Deichstube bekennt, „doch ich habe mich nicht entmutigen lassen trotz der vielen Rückschläge.“ Mit dieser Einstellung ging er in die kurze Winterpause und fühlt sich nun gerüstet für die am 16. Januar startende Spielzeit in der 3. Liga: „Ich habe an den Grundlagen der Kondition gearbeitet. Nun bin ich endlich schmerzfrei und fühle mich fit. Ich gebe im Training Vollgas und der Trainer kann mich einplanen.“

Werder Bremen-Rückkehr für Luc Ihorst? „Im Moment steht im Vordergrund, dass ich mich in Braunschweig behaupte“

Neues Jahr, neues Glück. Luc Ihorst will in den nächsten Wochen ein Empfehlungsschreiben abgeben, will sich behaupten und für höhere Aufgaben bei Werder vorspielen. In Braunschweig haben sie ihm den Einstieg leicht gemacht, sagt er, obwohl die Situation nicht immer ganz einfach sei: „Hier werde ich teilweise als Spieler von Werder, in Bremen als der Leihspieler in Braunschweig gesehen.“ Was die Zukunft bringt? „Für mich steht im Fokus, dass ich mich mich weiterentwickle und regelmäßig zum Spielen komme“, betont Ihorst, dessen Vertrag an der Weser bis 2023 läuft. Das Engagement bei Eintracht Braunschweig ist bis zum Sommer befristet. Was danach kommt, so der gebürtige Dammer, hänge davon ab, wie sich die nächsten Wochen entwickeln. Der Traum, für Werder Bremen zu stürmen? „Abwarten, im Moment steht im Vordergrund, dass ich mich bei der Eintracht behaupte und meinen Teil zum Erfolg der Mannschaft beisteuere.“

Sein Traum, in der Bundesliga aufzulaufen, hat Ihorst übrigens schon realisiert. Am fünften Spieltag der Saison 2019/20 durfte Ihorst kurzzeitig Erstligaluft schnuppern. „Es war schon krass“, erinnert er sich an dieses Ereignis. „Alles ging so schnell, so dass wenig Zeit blieb, es zu genießen.“ Im Abschlusstraining der Profi-Elf verletzte sich Sorgenkind Niklas Füllkrug. Ein Ersatz musste kurzfristig her. Es war Luc Ihorst, mit der U23 unterwegs zum Spiel in Havelse. „Ich bekam einen Anruf, stieg auf der Autobahn an der nächsten Raststätte aus und wurde dort abgeholt.“ Sofort ins Trainingslager der Kohfeldt-Elf, Heimspiel gegen RB Leipzig, Einwechslung in der 80. Spielminute. Ein neuer Bundesligaspieler war geboren.

Werder Bremens Leiter Profi-Fußball Clemens Fritz: „Wir sehen bei Luc Ihorst Potenzial“

Diese Episode zeigt, dass sie bei Werder Bremen viel von Luc Ihorst halten. „Wir sehen bei ihm Potenzial“, bestätigt Clemens Fritz. Der Sportdirektor konkretisiert die gute Veranlagung bei dem 1,90 Meter großen Angreifer: „Er bringt eine gute Physis und Geschwindigkeit mit, zudem hat er einen ordentlichen Abschluss.“ Die Scouting-Abteilung verfolge, wie sich die Leihe entwickle: „Luc ist gut in die Saison gekommen, hatte dann aber Pech mit Verletzungen. Jetzt muss er sich zurück in die Mannschaft kämpfen und seine Chance nutzen. Auf diesem Weg werden wir ihn natürlich intensiv beobachten und begleiten.“

Bis zur Wiedervorlage der Akte Ihorst am Ende der Spielzeit. Möglichst lange will der Kandidat mit Eintracht Braunschweig um den Aufstieg kämpfen: „Magdeburg hat sich ein wenig abgesetzt und ist Favorit. Doch wir müssen dranbleiben. Wenn wir an unsere Leistungen vor der Winterpause anknüpfen, haben wir gute Chancen, oben dabei zu bleiben.“ So ähnlich bewertet der Werder-Angestellte auch die Aussichten der Bremer. Die Perspektiven seien nach dem schleppenden Start nun besser, sagt Luc Ihorst. „Eine sehr gute Entwicklung, die Mannschaft hat anscheinend ihr System und ihren Stil gefunden.“

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Werder Bremen-Leihspieler: Luc Ihorst spielte zusammen mit Niklas Schmidt beim VfL Osnabrück

Und seine Perspektive für eine glückliche Zukunft bei seinem eigentlichen Arbeitgeber Werder Bremen? Es gibt zahlreiche Negativbeispiele von Spielern, die nach mehrjähriger Ausleihe an unterklassige Clubs verkauft worden sind. Doch es gibt auch positive Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit. Ehemalige Leihspieler, die nun eine Rolle spielen im Werder-Kader. Im Einzelnen: Torhüter Michael Zetterer, der den Umweg über Klagenfurt und Zwolle eingeschlagen hat und zwischenzeitlich zur Nummer eins avancierte. Oder Romano Schmid, der sich im österreichischen Wolfsberg entwickelte. Zudem ist da noch Niklas Schmidt, mit dem Ihorst in Osnabrück zusammenspielte.

Natürlich habe er sich damals mit Niklas ausgetauscht, berichtet Luc Ihorst. Wie er auch in engem Kontakt stehe mit Manuel Mbom, dem Kumpel aus der Zeit im Nachwuchs des SV Werder Bremen. Zwei, die geschafft haben, was er anstrebe. „Doch aktuell mache ich mir darüber keine Gedanken“, sagt der seit 2012 bei Werder beschäftigte ehemalige U18-Nationalspieler. Einmal mehr verweist er auf seinen Neujahrswunsch: „Ich denke nun erst einmal an meine Gesundheit. Alles weitere wird sich dann schon ergeben.“ (hgk)

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