Neun Talente hatte SV Werder Bremen in der abgelaufenen Saison an andere Clubs verliehen - die DeichStube macht den Leihspieler-Check!
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Neun Talente hatte SV Werder Bremen in der abgelaufenen Saison an andere Clubs verliehen - die DeichStube macht den Leihspieler-Check!

Werder-Leihspieler im Check

Goller, Njinmah und Co.: Werder Bremen und die neun Leihspieler – so geht es jetzt weiter

Bremen – Insgesamt neun Talente hat der Zweitligist SV Werder Bremen in der Saison 2021/22 bei anderen Vereinen geparkt. In der Sommerpause schaut die DeichStube genau hin: Welche Leihspieler haben sich gut entwickelt, bei wem hakt es noch? Mit wem wird geplant, wer kann gehen? Eine Übersicht.

Justin Njinmah (BVB U23):

Bis zu seinem Leih-Wechsel zum BVB im Winter war für Justin Njinmah die viertklassige Regionalliga das höchste der Gefühle: Bei Borussia Dortmund durfte der pfeilschnelle Flügelstürmer in der Folge dann nicht nur reichlich Spielpraxis in der 3. Liga sammeln, sondern im Mai sogar Bundesliga-Luft schnuppern - wenn auch nur auf der Ersatzbank. Beim 3:1-Erfolg der Profis bei Greuther Fürth hatte es die Leihgabe des SV Werder Bremen erstmals in den Erstliga-Kader des Vize-Meisters geschafft - und sich damit für sein ansprechendes erstes Halbjahr bei den Schwarz-Gelben belohnt. Rückblick: Erst im Januar hatte der Deutsch-Nigerianer einen Profi-Vertrag beim SV Werder unterschrieben und war anschließend etwas überraschend auf Leihbasis bis Sommer 2023 in die Bundesliga-Reserve des BVB gewechselt.

Werder Bremen-Leihspieler: Justin Njinmah wirbelt beim BVB, Jan-Niklas Beste ohne Zukunft in Bremen

Für die Dortmunder U23 kam Njinmah seither auf 17 Partien in der 3. Liga, in denen er fünf Treffer erzielte und zwei Vorlagen gab. Beim Profi-Team des BVB war Njinmah während der Rückserie immer mal wieder Trainingsgast. Bei Werder Bremen hatte das noch anders ausgesehen: Dort war der gebürtige Hamburger kein Kandidat für den Profi-Kader - obwohl er einige ganz starke Auftritte in der Regionalliga Nord (14 Tore und sechs Assists in 18 Partien) hinlegt hatte und Trainer Ole Werner aus gemeinsamen Tagen bei Holstein Kiel kennt. Umso mehr dürften sich die Verantwortlichen an der Weser über Justin Njinmahs positive Entwicklung freuen. Für die BVB-Reserve soll er noch ein Jahr lang in der 3. Liga spielen. Dem Vernehmen nach besitzen die Borussen für den 21-Jährigen eine Kaufoption, die im siebenstelligen Bereich liegt.

Jan-Niklas Beste (SSV Jahn Regensburg):

Es ist schon eine kuriose Geschichte: Der gelernte Linksverteidiger kam in Regensburg als Rechtsaußen zum Einsatz – und zeigte auf der neuen Position teilweise sehr ansprechende Auftritte. Beim SSV Jahn gehörte Jan-Niklas Beste in seinem zweiten Leihjahr zu den Leistungsträgern. Der 23-Jährige schoss vier Tore und gab fünf Assists in 26 Liga-Spielen (22 Mal Startelf). Auch dank seiner starken Schusstechnik und seinen Standards ist Beste, dessen Leihe nach Regensburg nun ausgelaufen ist, richtig torgefährlich geworden. Nach Bremen wird er aber trotzdem nicht zurückkehren. Die Grün-Weißen planen für die kommende Bundesliga-Saison ohne Beste. Der gebürtige Hammer soll abgegeben werden.

Suspendierung: Werder Bremen-Leihgabe Kebba Badjie enttäuscht beim Halleschen FC nicht nur sportlich

Kebba Badjie (Hallescher FC):

Das Leih-Jahr von Kebba Badjie beim Drittligisten Hallescher FC verlief enttäuschend. Sportlich konnte sich der Linksaußen aus Gambia nicht durchsetzen, brachte es nur auf 15 Einsätze (eine Vorlage). Hinzu kamen Undiszipliniertheiten, die sogar dazu führten, dass Badjie beim HFC suspendiert wurde. Die Folge: Anfang Mai wurde die Leihe vorzeitig beendet. Seitdem hielt sich der 22-Jährige bei Werders U23 fit. In Bremen hat der Angreifer, der 2019 vom VfL Oldenburg kam, noch einen Vertrag bis 2023. Für die Regionalliga-Mannschaft ist er zu talentiert, für Werders Profis reicht es dagegen nicht. Drittliga-Aufsteiger VfB Oldenburg soll sich aber mit einem Transfer des Gambiers beschäftigen. Das berichtete zuletzt der „kicker“. Hintergrund des Interesses könnte VfB-Trainer Dario Fossi sein, der bereits in der Saison 2018/19 mit Kebba Badjie beim Stadtrivalen VfL Oldenburg zusammenarbeitete.

Yannik Engelhardt (SC Freiburg II):

29 Spiele, ein Tor, vier Assists - hinter Yannik Engelhardt liegt eine sehr ordentliche Drittliga-Saison, die im kommenden Jahr eine Fortsetzung finden wird. In der zweiten Mannschaft des SC Freiburg zählte der Leihspieler des SV Werder Bremen zu den Stammspielern, ehe ihn im April eine Knöchelverletzung ausbremste. Nach erfolgreicher Operation will der 21-jährige defensive Mittelfeldspieler in der neuen Spielzeit wieder voll angreifen – allerdings nicht an der Weser, sondern weiter im Breisgau. Nach Informationen der DeichStube werden die Grün-Weißen das Nachwuchstalent für ein weiteres Jahr an die Drittliga-Reserve des künftigen Bundesliga-Rivalen verleihen. Übrigens: In Freiburg schaffte es Engelhardt in der vergangenen Saison sogar zweimal in den Kader des Freiburger Bundesliga-Teams von Trainer Christian Streich.

Kaufen KSC und Eintracht Braunschweig die Werder Bremen-Leihgaben Benjamin Goller und Luc Ihorst?

Benjamin Goller (SV Darmstadt 98):

Obwohl der SV Werder im vergangenen Sommer händeringend nach einem Außenstürmer für das 4-3-3-System des damaligen Trainers Markus Anfang suchte, wurde Benjamin Goller nach einjähriger Leihe an den Karlsruher SC für nicht gut genug befunden. Deshalb ging es für den 23-Jährigen zu Saisonbeginn per Leihe nach Darmstadt weiter. Beim Bremer Aufstiegs-Konkurrenten brachte es Goller insgesamt auf zwölf Spiele, zwei Tore und eine Vorlage. Im Winter wurde es dann kurios: Weil Goller bei den „Lilien“ zuletzt wenig zum Einsatz gekommen war, wurde die Leihe abgebrochen und der Profi für die nächsten Monate erneut beim KSC geparkt. Für die Karlsruher brachte er es in der Rückserie auf 13 Einsätze, ein Tor und zwei Assists. Nun würden die Badener Goller gerne fest vom SV Werder Bremen verpflichten. Ob es dazu kommt, ist noch nicht final geklärt. Es dürfte aber auf einen Verkauf Gollers, dessen Vertrag mit Werder noch bis Sommer 2023 läuft, hinauslaufen.

Luc Ihorst (Eintracht Braunschweig):

Im vergangenen Sommer wurde er für eine Saison an Eintracht Braunschweig ausgeliehen, nun endete das Leihgeschäft und Luc Ihorst wechselt fest zum Zweitliga-Aufsteiger. Ihorst konnte seine Qualitäten in der abgelaufenen Spielzeit aber nur phasenweise unter Beweis stellen: In 19 Ligaspielen für Braunschweig gelangen ihm drei Treffer, dazu fiel die Leihgabe von Werder Bremen verletzungsbedingt häufiger aus und verpasste so 17 Partien. Nicht nur deshalb hat Ihorst an der Weser keine Zukunft mehr.

Werder Bremens Leih-Spieler im Check: Johan Mina verpasst bei Estoril Praia den Durchbruch

Johan Mina (Estoril Praia):

Die Hoffnung war groß, dass Johan Mina während seines Leih-Jahres in Portugal ordentlich Spielpraxis würde sammeln können. Allein: Sie erfüllte sich nicht. Beim portugiesischen Erstligisten GD Estoril Praia kam der Ecuadorianer ausschließlich in der U23 zum Zug – und das eher selten. Mina bestritt nur zehn von möglichen 28 Pflichtspielen – eine enttäuschende Bilanz. Immerhin konnte Mina mit der U23 von Estoril die Meisterschaft gewinnen, gleichwohl ihn das kaum über sein enttäuschendes Jahr hinwegtrösten dürfte. Im Sommer kehrt der 20-Jährige nun nach Bremen zurück, um direkt wieder einen neuen Leih-Anlauf zu nehmen. „Unser Plan ist, dass er nochmal verliehen wird“, erklärte Werders Leiter Profifußball Clemens Fritz kürzlich. Nun liegen Werder Bremen die ersten Anfragen für den 20-jährigen Ecuadorianer vor. „Es gibt einige Interessenten aus dem Ausland“, sagte Sportchef Frank Baumann auf Nachfrage der DeichStube, möchte aber nicht weiter ins Detail gehen. Dem Vernehmen nach soll es sich um Vereine aus dem Raum Portugal/Spanien und Südamerika handeln.

Bei Werder Bremen halten sie trotz der unglücklichen Saison weiter große Stücke auf Johan Mina. „Er hat eine super Spielübersicht und eine starke Technik. Wir glauben definitiv weiter an ihn“, erklärte Fritz. Das große Problem: Mina hat in den vergangenen vier Jahren so gut wie keine Spielpraxis erhalten. Wegen Differenzen mit seinem Ex-Club bestritt der kreative Mittelfeldspieler seit 2018 kein Pflichtspiel mehr. Im Sommer 2020 folgte der Wechsel zum SV Werder - und auch in Bremen lief es für den ecuadorianischen Junioren-Nationalspieler kaum besser. Für die U19 und die U23 fehlte ihm wegen seiner südamerikanischen Herkunft die Spielberechtigung, aufgrund der Corona-Pandemie wurde ohnehin nicht gespielt. Auch in Testspielen der Profis durfte sich Mina nicht zeigen, weil die körperlichen Defizite zu groß waren. Damit Johan Mina jetzt endlich ans Spielen kommt, sucht Clemens Fritz gemeinsam mit Minas Berater einen passenden Club für die nächste Ausleihe.

Werder Bremen verkauft Leihspieler Maik Nawrocki an Legia Warschau - was passiert mit Eduardo Dos Santos Haesler?

Maik Nawrocki (Legia Warschau): 

Was für ein verrücktes Jahr für Maik Nawrocki bei Legia Warschau: Der Innenverteidiger hatte sich beim polnischen Traditionsclub auf Anhieb zum Stammspieler gemausert, spielte international und schlug in der Europa League sogar den englischen Vertreter Leicester City. Doch für den Warschauer Club sah es in der Ekstraklasa zwischenzeitlich überhaupt nicht gut aus. Legia war zur Halbserie heftig abgestürzt, steckte ganz tief im Abstiegskampf, das Chaos griff um sich. Negativer Höhepunkt: Nach einem verlorenen Auswärtsspiel lauerten Hooligans dem Mannschaftsbus bei der Rückkehr am Stadion auf und prügelten auf Spieler ein. Aber Legia und Nawrocki schüttelten den Schock aus der Kleidung und landeten am Ende im gesicherten Mittelfeld.

Seit Mitte März war die Leihgabe des SV Werder Bremen allerdings nicht mehr zum Einsatz gekommen – Nawrocki hatte sich eine schmerzhafte Knöchelstauchung zugezogen. Dennoch hat Legia nun die mit Werder vereinbarte Kaufoption über 1,5 Millionen Euro gezogen. Aber: Die Grün-Weißen verfügen über das sogenannte Matching Right. Will Legia den Abwehrspieler eines Tages weiterverkaufen, hat Werder Bremen das letzte Wort. Bietet ein Verein beispielsweise drei Millionen Euro für Nawrocki, hat der SVW die Möglichkeit, das Talent für diese Summe an die Weser zurückzuholen, weil den Bremern vertraglich das Erstzugriffsrecht zusteht.

Eduardo Dos Santos Haesler (FC Nordsjælland):

„Dudu hat die Erwartungen beim FC Nordsjælland nicht erfüllt.“ Ein Satz wie eine schallende Ohrfeige. Gesagt hat ihn Eduardo Dos Santos Haeslers Trainer Flemming Pedersen. Im Oktober war das – live im dänischen Fernsehsender „TV3 Sport“. Seitdem ging für die Torhüter-Leihgabe des SV Werder Bremen beim dänischen Erstligisten nichts mehr. In seinen zuvor fünf Liga-Einsätzen hatte sein Team vier Pleiten mit insgesamt zwölf Gegentoren erlebt. Folglich fand sich „Dudu“ nur noch auf der Bank wieder, ehe er sich im November im Training einen Mittelfußbruch zuzog und lange ausfiel. Im März feierte der 23-jährige Deutsch-Brasilianer dann sein 45-minütiges Comeback – im Reserverteam. In den Kader der Profimannschaft schaffte es Dos Santos Haesler nicht mehr. Ob der Keeper in Bremen noch eine sportliche Zukunft hat, scheint zumindest fraglich. Eine Perspektive könnte sich auftun, wenn Ersatzkeeper Michael Zetterer (es gibt Transfer-Interesse aus der Türkei) den Verein noch im Laufe des Sommers verlassen sollte. (mwi)

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