Nick Woltemade (links) will beim SV Werder Bremen durchstarten, doch Trainer Ole Werner (rechts) setzte in der Vergangenheit eher selten auf das 20-jährige Talent.
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Nick Woltemade (links) will beim SV Werder Bremen durchstarten, doch Trainer Ole Werner (rechts) setzte in der Vergangenheit eher selten auf das 20-jährige Talent.

Werder-Profi hofft auf Durchbruch

Nick Woltemade will nicht weg: Trotz sportlich schwieriger Situation möchte sich das Talent beim SV Werder Bremen durchbeißen

Bremen – Wie genau er während der Besprechung kurz vor dem Spiel reagiert hat, ist nicht bekannt. Klar ist nur: Allzu erfreut dürfte Nick Woltemade nicht gewesen sein, als er registrierte, dass sein Name weder in der einen, noch in der anderen Mannschaft auftauchte. Vor dem Testspiel gegen Besiktas Istanbul (1:2), quasi dem abschließenden Leistungstest am Ende des Trainingslagers im Zillertal, hatte Werder Bremens Trainer Ole Werner seinen Kader in zwei Teams aufgeteilt, die gegen den 16-fachen türkischen Meister jeweils eine Halbzeit lang zum Einsatz kommen sollten. Und Woltemade? War nicht dabei.

Erst in den letzten 14 Minuten der Partie kam Nick Woltemade als Joker zum Einsatz, was für den 20-Jährigen – so ist es zu hören – ein ziemlicher Dämpfer, eine Art Wink mit dem Zaunpfahl gewesen sein soll. Dabei hatte er sich fest vorgenommen, in der kommenden Saison endlich den nächsten Schritt bei seinem Heimat- und Herzensverein zu machen. Aktuell spricht allerdings wenig dafür, dass daraus etwas wird. Anders ausgedrückt: Im System von Chefcoach Ole Werner scheint auch nach dem Bundesligaaufstieg kein Platz für den Offensivspieler von Werder Bremen zu sein.

Nick Woltemade selbst sieht seine größten Stärken im Bremer 3-5-2 auf den Achterpositionen, von denen es zwei gibt – die allerdings auch von anderen Spielern hart umkämpft sind. Neuzugang Jens Stage, für den Werder Bremen vier Millionen Euro an den FC Kopenhagen bezahlt hat, dürfte seinen Platz sicher haben. Um den Job an seiner Seite konkurrieren in Leonardo Bittencourt, Niklas Schmidt und Romano Schmid gleich drei weitere Profis. Zudem kann auch Nicolai Rapp auf der Acht zum Einsatz kommen. Sollte Ole Werner – wie angekündigt – in der Bundesliga situationsbedingt auf ein 4-3-3-System ausweichen, dürfte das Woltemades Chancen auch nicht eben vergrößern, weil er kein Flügelstürmer ist und es im Mittelfeld auch nicht mehr Plätze gäbe, für die er infrage kommt.

Werder Bremen: Nick Woltemade lehnt Ausleihe zu einem anderen Club weiterhin ab

Dass Woltemade dank der Kombination aus Körpergröße (1,98 Meter), guter Technik und Übersicht ein sehr spezieller und interessanter Spielertyp ist, gilt als unbestritten. Im Verein betonen alle Verantwortlichen das große Potenzial des Juniorennationalspielers. Ihnen dürfte allerdings auch bewusst sein, dass Nick Woltemade in der aktuellen Phase seiner Entwicklung endlich auch die Gelegenheit dazu bekommen sollte, es dauerhaft zu zeigen – was das Thema Ausleihe fast schon von alleine in den Blickpunkt rückt. Genau an dieser Stelle wird der Fall aber ziemlich kompliziert, denn ausleihen lassen möchte sich Woltemade trotz aller Hindernisse in Bremen nach Informationen der DeichStube weiterhin nicht. Auch die Ernüchterung nach dem Besiktas-Spiel hat daran nichts geändert. Der Plan des Spielers, der nach seiner Einwechslung gegen die Türken einige gute Aktionen mit dem Ball verzeichnete, sieht es stattdessen vor, sich bei Werder Bremen durchzubeißen. Irgendwie. Alles andere ist derzeit kein Thema.

Werder Bremen: Nick Woltemade hofft auf Durchbruch bei den Grün-Weißen - Transfer kein Thema

„Die Stadt Bremen bedeutet mir sehr viel. Von daher ist es etwas Besonderes, für Werder zu spielen. Das war schon immer mein größter Traum“, hatte Nick Woltemade im vergangenen Dezember im Interview mit der DeichStube betont, als er nach einer langwierigen Fußverletzung inklusive OP kurz vor der Rückkehr in den Kader stand. Seit Jahresbeginn 2022 ist der gebürtige Bremer nun wieder fit – und hofft auf seine Chance. Unter Trainer Ole Werner kam er in der Rückrunde der abgelaufenen Zweitligasaison fünf Mal zum Einsatz, jeweils als Joker mit einer Gesamtspielzeit von gerade einmal 19 Minuten. Was allerdings absolut nachvollziehbar war, schließlich funktionierte die Mannschaft gut, sammelte die nötigen Punkte, stieg am Ende auf. Dieser Sommer sollte dann zum Neustart für Woltemade werden, zum nächsten Angriff auf die erste Mannschaft. Entsprechende Perspektiven dürfte ihm Werder Bremen in der Vergangenheit schon mal aufgezeigt haben – sonst hätte das Talent zu Jahresbeginn 2021 wohl kaum seinen Vertrag langfristig verlängert.

Bis zum ersten Pflichtspiel gegen Energie Cottbus am 1. August sind es noch knapp drei Wochen, in denen zwei weitere Testspiele anstehen, die Nick Woltemade für sich nutzen will. Dann, so heißt es, wird der Spieler seine Lage bei Werder Bremen bewerten – mit der klaren Tendenz, im Verein zu bleiben. (dco)

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