Nach guten Auftritten bei der WM 2022 kritisiert Niclas Füllkrug den Umgang mit der deutschen Nationalmannschaft - und lässt seine Zukunft bei Werder Bremen offen.
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Nach guten Auftritten bei der WM 2022 kritisiert Niclas Füllkrug den Umgang mit der deutschen Nationalmannschaft - und lässt seine Zukunft bei Werder Bremen offen.

Füllkrug kritisiert Umgang mit DFB-Elf

Nach starker WM: Niclas Füllkrug lässt seine Zukunft bei Werder Bremen offen

Bremen – Nach dem enttäuschenden Vorrunden-Aus bei der Weltmeisterschaft in Katar ist Niclas Füllkrug wie viele andere deutsche Nationalspieler erst mal abgetaucht. Jetzt hat sich der Profi des SV Werder Bremen wortreich zurückgemeldet. In einem Interview mit der „Sportbild“ kritisiert der 29-Jährige den öffentlichen Umgang mit der DFB-Auswahl und äußert sich auch zu seiner Zukunft beim SV Werder Bremen. Letzteres dürfte die Fans der Grün-Weißen durchaus ein wenig beunruhigen, denn einen Wechsel im Winter schließt Füllkrug nicht aus. Das könnten bis zum Transferschluss Ende Januar noch spannende Wochen an der Weser werden.

„Grundsätzlich muss erst einmal Interesse und ein Angebot eines anderen Vereins vorliegen, für den es sich lohnt, sich damit auseinanderzusetzen. Denn Werder ist für mich kein 08/15-Club. Wir haben eines der schönsten Stadien in Deutschland, eine super Stimmung bei den Spielen, tolle Bedingungen, eine gute Mannschaft und ein tolles Trainer-Team. Also stimmt zurzeit sehr viel“, sagt Niclas Füllkrug, merkt aber auch an: „Fakt ist, dass sich der Verein wirtschaftlich in einer nicht so guten Situation befindet und sich damit ebenfalls vielleicht auseinandersetzen würde.“ Gemeint ist ein Transfer im Winter oder auch im Sommer, der Werder Bremen eine hohe Ablösesumme bescheren könnte. Diese würde extrem helfen, um den Schuldenberg (20 Millionen Euro über Kredite, 17 Millionen Euro über eine Anleihe) abzutragen. Auch das negative Eigenkapital (14 Millionen Euro) gilt es, möglichst rasch auszugleichen.

Werder Bremen-Transfers: Denkt Niclas Füllkrug an Wechsel? - Stürmer nach deutschem Aus bei der WM 2022 „fassungslos“

„Wir hatten eine ähnliche Situation nach dem Abstieg. Da hat Werder keinen Spieler für unverkäuflich erklärt“, erinnert sich Niclas Füllkrug an den Sommer 2021. Weil er mit dem damaligen Coach Markus Anfang gar nicht zurechtkam, dachte der Stürmer auch selbst intensiv über einen Wechsel nach. Es kam anders. Anfang musste wegen seines Impfpassbetrugs gehen, Füllkrug blühte auf und schoss Werder Bremen zurück in die Bundesliga. Im vergangenen Sommer verlängerte er seinen 2023 auslaufenden Vertrag bis 2025 und nahm dafür sogar Gehaltseinbußen in Kauf, um Werder zu helfen.

Füllkrugs Höhenflug ging auch im Fußball-Oberhaus weiter. In den ersten 15 Spielen der Saison gelangen ihm bereits zehn Treffer, weshalb ihn Bundestrainer Hansi Flick in den WM-Kader berief. Gleich bei seinem Länderspieldebüt traf Niclas Füllkrug zum 1:0-Sieg im Test gegen den Oman. Bei der WM 2022 kam der Stürmer des SV Werder Bremen in allen drei Partien der Gruppenphase zum Einsatz und brachte mit seinem spektakulären Ausgleich gegen Spanien die Hoffnung ins deutsche Team zurück. Auch beim 4:2-Sieg gegen Costa Rica zählte Füllkrug zu den Torschützen. Deutschland schied dennoch aus. „Ich war die ersten drei, vier Tage noch fassungslos, fragte mich dauernd: Wie konnten wir das zulassen, dass das Turnier schon nach zwölf Tagen vorbei ist? Das schmerzt immer noch!“ Die harsche Kritik an den Verantwortlichen und der Mannschaft hält er für überzogen.

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Die Voraussetzungen seien optimal gewesen, auch die Diskussion über die One-Love-Kapitänsbinde habe in der Mannschaft keine große Rolle gespielt. Hauptgrund für das frühe Aus seien die 20 schlechten Minuten im Auftaktspiel gegen Japan gewesen, die zur folgenschweren 1:2-Pleite führten. Und dann muss er in dem Interview mit der „Sportbild“ unbedingt etwas loswerden: „Ich habe keine Angst, die Aussage zu tätigen und stehe dazu: Es ist schon erschreckend, wie viel Missgunst der Nationalmannschaft von der Öffentlichkeit in Deutschland entgegengebracht wurde - nach dem Japan-Spiel und später nach dem Vorrunden-Aus. Das finde ich extrem schade.“ Er habe schon als Zuschauer nach dem WM-Aus 2018 in Russland das Gefühl gehabt, „dass der Nationalmannschaft teilweise eher der Misserfolg statt der Erfolg gewünscht wird. Ich weiß nicht, wieso das so ist. Ich kann nur eines sagen: Jeder Spieler auf dem Platz ist unfassbar stolz, das deutsche Trikot zu tragen.“ Das möchte Niclas Füllkrug gerne auch in Zukunft tun.

Und wie geht es für ihn bei Werder Bremen weiter? „Das Wichtigste für mich ist, glücklich im Leben zu sein. Das bin ich zurzeit. Es gibt wichtigere Dinge als Geld“, betont Niclas Füllkrug. Ein lukratives Angebot eines Topclubs könnte ihn allerdings noch glücklicher machen – seinen Club Werder möglicherweise auch. Nach Informationen der DeichStube hat es bislang aber noch keine konkreten Anfragen gegeben. Das Transferfenster öffnet allerdings auch erst am 1. Januar. (kni)

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