Hat Schwierigkeiten bei Werder Bremen in Tritt zu kommen: Sommer-Neuzugang Roger Assalé.
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Hat Schwierigkeiten bei Werder Bremen in Tritt zu kommen: Sommer-Neuzugang Roger Assalé.

Werder-Angreifer aktuell außen vor

Kein Fall wie Chong: Abbruch der Leihe von Roger Assalé für den SV Werder Bremen kein Thema

Bremen - Es ist ruhig geworden um Roger Assalé – und das hat einen Grund. Der Sommer-Neuzugang des SV Werder Bremen findet bei seinem neuen Club an der Weser überhaupt nicht mehr statt. Seit seinem schwachen letzten Auftritt während der 0:3-Niederlage bei Dynamo Dresden am 26. September hat der Ivorer in fünf darauffolgenden Partien keine einzige Minute mehr für die Grün-Weißen gespielt. Eine Verletzung lag dabei nicht vor – die Nicht-Berücksichtigung hatte ausschließlich Leistungsgründe. Es ist eine für beide Seiten mehr als unbefriedigende Situation, die zwangsläufig zu der Frage führt, ob der 27-Jährige in den Bremer Planungen überhaupt noch eine Rolle spielt. Oder ob ein neuer Fall wie mit Tahith Chong in der vergangenen Saison droht. Damals wurde die Leihe mit dem Außenstürmer von Manchester United bereits nach einem halben Jahr wieder abgebrochen.

Doch bei Werder Bremen ist das die Personalie Roger Assalé betreffend kein Thema. „Die Leihe im Winter zu beenden, ist nicht geplant“, sagt Clemens Fritz als Leiter Profi-Fußball und nimmt den Neuzugang, der vom französischen Ligue-1-Absteiger Dijon FCO bis Sommer 2022 ausgeliehen wurde, einmal mehr in Schutz: „Er kam spät zu uns. Wenn er die komplette Vorbereitung mitgemacht hätte, würde er sich leichter tun.“ Abgeschrieben haben sie Assalé bei Werder also noch nicht. Doch leichter dürfte es für den ehemaligen Nationalspieler der Elfenbeinküste auch nach der Länderspielpause kaum werden. Nicht zuletzt, weil Trainer Markus Anfang sein bevorzugtes 4-3-3-System in den vergangenen beiden Partien gegen Spitzenreiter St. Pauli (1:1) und beim 1. FC Nürnberg (2:1) erfolgreich auf ein 3-5-2-System umgestellt hat. Dadurch bricht die Position des klassischen Flügelstürmers weg.

Werder Bremen glaubt weiter an Roger Assalé: „Bringt Komponente mit, die wir so noch nicht hatten“

Außenspieler gibt es bei Werder Bremen zwar auch in dem veränderten System, allerdings müssen diese nun wesentlich stärker mit nach hinten arbeiten. Ausgerechnet diese Rückwärtsbewegung gilt als Assalés großes Manko, gegen Dynamo Dresden präsentierte er sich völlig wehrlos. Das will auch Clemens Fritz nicht verhehlen: „Klar ist das ein Punkt, den er verbessern muss. Da arbeiten wir mit ihm dran.“ Roger Assalé nehme das alles an und auf, lasse sich auch im Training nicht hängen. Und: „Roger bringt eine Komponente mit, die wir so in der Mannschaft noch nicht hatten. Mit seiner Geschwindigkeit, seinen Läufen in die Tiefe.“

Geholfen hat ihm das bisher alles herzlich wenig. Trotz seiner „unglaublichen Explosivität“ (Fritz) hat es für den gelernten Mittelstürmer bislang nur zu vier Joker-Einsätzen und 95 Minuten Spielzeit gereicht. Selbst die blutjungen Konkurrenten Abdenego Nankishi (19, 136 Minuten), Eren Dinkci (19, 427 Minuten) oder der bislang selten glänzend aufgelegte Neuzugang Mitchell Weiser (27, 386 Minuten) bringen es auf wesentlich mehr Einsatzzeiten. Auch der 20-jährige Oscar Schönfelder erhielt in den vergangenen Spielen vermehrt das Vertrauen von Trainer Markus Anfang. Weiter im Mittelpunkt steht die Frage nach dem Warum.

Werder Bremen-Stürmer Roger Assalé: Außen vor, aber nicht aufgegeben

Bei Werder Bremen begründen sie Assalés schwierige Eingewöhnung einerseits mit der fremden Sprache (Assalé spricht weder Deutsch noch Englisch) und andererseits mit dem für ihn neuen System. Hinzu kommt laut Fritz, dass die Wohnungssuche sehr lange gedauert habe und seine Familie lange nicht da gewesen sei. Doch Roger Assalé hängt sich weiter im Training rein und wartet auf eine neue Chance. Von Egoismus oder demonstrativer Unzufriedenheit ist keine Spur. Fritz: „Nach dem 2:1 in Nürnberg ist er sofort losgerannt.“ Um mit den Kollegen zu jubeln.

Aufgegeben haben sie Assalé bei Werder also noch nicht. Mittlerweile ist auch seine Familie in Bremen angekommen, der Profi lernt zudem angeblich fleißig Deutsch. So, als ob er auf ein Engagement in Bremen über die vereinbarte Leihfrist hinaus vertraue. Fritz macht genau das und spricht Assalé Mut zu: „Man wünscht sich immer, dass es sofort funktioniert, aber wir glauben an ihn und hoffen, dass er uns alsbald hilft.“ (mwi)
 

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