Kevin Möhwald, Davy Klaassen, Christian Groß, Manuel Mbom, Patrick Erras, Leo Bittencourt und Maxi Eggestein (v.l.n.r.) haben beim SV Werder Bremen in der laufenden Saison schon auf der Sechs gespielt.
+
Kevin Möhwald, Davy Klaassen, Christian Groß, Manuel Mbom, Patrick Erras, Leo Bittencourt und Maxi Eggestein (v.l.n.r.) haben beim SV Werder Bremen in der laufenden Saison schon auf der Sechs gespielt.

Werder-Problem im defensiven Mittelfeld

Sechser gesucht: In der nächsten Saison will Werder Bremen endlich eine Lösung für die Dauerbaustelle präsentieren

Bremen – Länderspielpause in der Bundesliga – früher, also vor der Corona-Pandemie, war das stets eine Zeit, in der sich etliche Mitarbeiter des SV Werder Bremen ins Flugzeug gesetzt haben. Ihr Ziel: die unterschiedlichsten Ecken der Welt. Großkampftage für die Scouting-Abteilung, deren Mitglieder live und vor Ort nach potenziellen Neuzugängen Ausschau hielten, nach den größten Talenten und verheißungsvollsten Versprechen. Lange vorbei. Inzwischen wird nur noch auf Bildschirme geschaut.

„Reisen dürfen wir in der Pandemie weiterhin nicht“, berichtet Clemens Fritz, der Werders Scouting-Abteilung leitet. „Auch haben wir keine Möglichkeit, in die Stadien zu kommen.“ Die anstehenden Länderspiele haben sich der Ex-Profi und sein Team natürlich trotzdem aufgeteilt. Jeder Scout hat eine Liste mit Spielen bekommen, die er per Video sichtet, abarbeitet. Im Zentrum der Aufmerksamkeit dabei, nicht nur, aber doch sehr: die Sechser-Position. In der neuen Saison will Werder Bremen dort eine möglichst dauerhaft-verlässliche Lösung präsentieren, damit die Zeit des Improvisierens endlich vorbei ist.
 
„Wir fahnden grundsätzlich nach allen Positionen“, sagt Fritz, räumt dann aber ein: „Die Sechs ist natürlich ein Thema, das wir ganz genau im Blick haben.“ Schon seit Jahren sucht Werder Bremen für die zentrale und strategisch so wichtige Rolle vor der Abwehr nach einer Königslösung, nach einem Spieler, der die Dauerbaustelle schließt – und Florian Kohfeldt damit auf anderen Positionen wiederum neue Möglichkeiten gibt. In dieser Saison, nur zur Erinnerung, hat der Trainer auf der Sechs (oder der Doppel-Sechs) schon etliche Varianten ausprobiert.

Transfers: Werder Bremen und das Dauerproblem auf der Sechs - Im Sommer soll ein Neuzugang her

In Davy Klaassen (ehe er nach dem dritten Spieltag zu Ajax Amsterdam wechselte), Maximilian Eggestein, Christian Groß, Manuel Mbom, Kevin Möhwald und auch Leonardo Bittencourt kamen in der Bundesliga bereits sechs Profis des SV Werder Bremen von Beginn an in dieser Rolle zum Einsatz. Das Problem: Mit Ausnahme von Groß, der bei allem Respekt vor seinen Leistungen mit 32 Jahren kaum eine Zukunftslösung darstellt, ist keiner von ihnen ein waschechter defensiver Mittelfeldspieler.
 
Das sieht auch Fritz so. „Maxi Eggestein und Kevin Möhwald sind eher die spielerischen Typen“, sagt der 40-Jährige, der das Duo genauso wie Manuel Mbom „mit seinen tiefen Läufen und seiner Dynamik“ grundsätzlich auf der Achterposition verortet. Auch Bittencourt, der zuletzt während des 2:0 in Bielefeld auf der Doppel-Sechs begann, hat seine Stärken eindeutig weiter vorne. Heißt: Der fehlende Sechser lässt sich mit den vorhandenen Bordmitteln zwar durchaus kompensieren, kostet eine Reihe davor aber immer wieder Kreativität und Torgefahr.

Über Möhwald, Werder Bremens Sechser am vergangenen Spieltag gegen Wolfsburg, sagt Fritz beispielsweise: „Er ist einer, der gerne mit in den Strafraum geht, weil er da Stärken hat. Als Sechser ist er aber mehr darauf bedacht, die Position zu halten und dem Defensivverbund Stabilität zu geben.“ Zwar hat Möhwald während der 1:2-Niederlage gegen Wölfe mit seinem Tor gezeigt, dass er auch aus dem defensiven Mittelfeld heraus für Gefahr sorgen kann. Als Achter hätte er solche Szenen aber deutlich häufiger.

Werder Bremen: Viele Sechser gingen im Sommer, nur ein neuer kam

Rückblickend wäre es nun leicht, Werder Bremens Entscheidung, Philipp Bargfrede vor der Saison keinen neuen Vertrag mehr anzubieten, als Fehler zu beschreiben. Angesichts der Verletzungshistorie des Bremer Urgesteins dürfte den Verantwortlichen die Planungsunsicherheit aber schlichtweg zu groß gewesen sein, was nachvollziehbar ist. Da auch Nuri Sahin (spielt inzwischen in der Türkei für Antalyaspor) und Kevin Vogt (zurück nach Hoffenheim) den Verein verließen, war die Lücke auf der Sechs plötzlich größer denn je.

„Wir haben im letzten Jahr einen Umstrukturierungsprozess in der Mannschaft gestartet, haben erfahrene Spieler verloren und dafür jüngere, sehr talentierte Spieler dazugewonnen“, blickt Fritz auf die Entwicklung des SV Werder Bremen zurück. Nur der strategische Sechser, der sofort helfen kann, kam nicht. Werders ambitionierter Plan, Marko Grujic per Kraftakt vom FC Liverpool auszuleihen, soll letztlich an den Gehaltsvorstellungen des 24-Jährigen gescheitert sein. Grujic wurde dann Anfang Oktober zum FC Porto verliehen.

Werder Bremen und die Suche nach dem Sechser: Hoffnungen auf Patrick Erras erfüllten sich bisher nicht

Die Hoffnungen des SV Werder Bremen, dass Patrick Erras (kam aus Nürnberg) womöglich auf Anhieb die vakante Planstelle ausfüllen könnte, erfüllten sich nicht. Der 1,96-Meter-Mann benötigte Zeit, um sich an die Bremer Spielidee zu gewöhnen, dann verletzte er sich Anfang Januar und stand seitdem gar nicht mehr im Kader. „Er ist bei mir keinesfalls abgeschrieben“, sagt Trainer Kohfeldt zwar über Erras. Als Sechser-Lösung für die laufende Saison kommt der 26-Jährige aber nicht mehr in Frage. Möglich, dass er in der neuen Spielzeit den Konkurrenzkampf auf dieser Position anheizen kann. Dann sehr wahrscheinlich aber als Herausforderer eines neuen Mister X.
 
„Man darf nicht vergessen, dass es bei unserer finanziellen Situation, mitten in einer Pandemie nicht so einfach ist, den Spieler mit dem richtigen Profil zu finden“, bremst Fritz die Erwartungen jedoch etwas aus. Allerdings wird dem Scouting-Chef klar sein, dass ein Sechser auf der Wunschliste seines Trainers ganz weit oben steht. „Wir haben ja selbst schon mehrfach gesagt, dass uns ein strategischer Sechser guttun würde“, erinnert Fritz, dem für den Moment nichts weiter bleibt, als Kohfeldt für dessen Improvisationstalent zu loben: „Wie er diesen Weg mitgeht, ist beeindruckend.“ Es ist ein Weg, der im Sommer endlich zu einem Ziel führen soll. (dco) Auch interessant: Positiver Corona-Fall im Internat des SV Werder Bremen! Und: Werder Bremen-Hammer- Philipp Bargfrede kehrt zurück zu den Werder-Profis!

Auch lesenswert: Jascha bleibt - Bruder von Julian Brandt verlängert bei Werder Bremen! Und die passende Unterhaltung zur Länderspielpause gibt es im #DeichFUMS-Podcast!

Zur letzten Meldung vom 17. Februar 2021:

Das riskante Spiel des SV Werder Bremen auf der Sechser-Position - mehr Improvisation als echte Lösungen

Bremen – Die Position ist richtig wichtig. Und es sagt viel darüber aus, dass beim SV Werder Bremen ein Bundesliga-Newcomer wie Jean-Manuel Mbom die Rolle des zentralen Sechsers einnimmt oder besser gesagt: einnehmen muss. So geschehen beim stark erkämpften 1:1 in Leverkusen.

Keine Frage, der 20-Jährige hat es ordentlich gemacht. Mehr allerdings auch nicht. Er ist nicht das Mega-Talent auf dieser Position. Sondern nur eine Lösung von vielen in dieser Saison – und das für ein Problem, das bei Werder Bremen nicht neu ist. Es fehlt schon länger ein prägender Sechser, der das Spiel besser macht. Und dabei wird es auch bleiben, Neuzugänge im Winter sind nach Informationen der DeichStube aus wirtschaftlichen Gründen absolut tabu. Der Klassenerhalt muss mit dem aktuellen Personal geschafft werden.

Werder Bremen: Loch im Mittelfeld nach dem Weggang von Davy Klaassen

Kurzer Rückblick: Im Sommer verließen gleich drei namhafte Sechser den Club. Kevin Vogt kehrte nach seiner Leihe zur TSG 1899 Hoffenheim zurück, eine feste Verpflichtung ließ sich aus finanziellen Gründen nicht realisieren. Die Verträge mit Philipp Bargfrede und Nuri Sahin wurden zudem aus Leistungsgründen nicht verlängert. Neben Patrick Erras, der ablösefrei vom Zweitligisten 1. FC Nürnberg kam, sollte eigentlich noch ein weiterer Sechser verpflichtet werden.

Doch lange Zeit passierte nichts. In Coronazeiten fehlte das Geld, und Milot Rashica konnte nicht verkauft werden. Dafür dann aber Davy Klaassen. Ausgerechnet einer, der auf der Sechs spielen kann. Doch Werder Bremen brauchte die Millionen aus Amsterdam zum Überleben und wagte es nicht, einen Teil davon in eine Ausleihe von Marko Grujic (FC Liverpool) zu investieren. Es wäre ein perfekter Ersatz für Klaassen gewesen, doch der Aufsichtsrat legte sein Veto ein.

Werder Bremen: Patrick Erras spielt nicht - Wer war für seine Verpflichtung verantwortlich?

Trainer Florian Kohfeldt muss seither im defensiven Mittelfeld noch mehr improvisieren und vertraute dabei zuletzt oft auf Christian Groß. Den Spätberufenen, der erst mit 31 Jahren sein erstes Bundesligaspiel absolviert hat. Wunderdinge konnten von ihm ebenso wenig erwartet werden wie von Kevin Möhwald nach dessen fast einjährigen Verletzungspause. Außerdem hatte Möhwald bis zu dieser Saison auch erst acht Mal bei einem Bundesliga-Spiel in der Startelf gestanden.

Aber da ist ja auch noch Patrick Erras, der Neuzugang. Okay, ein Zweiligaspieler – allerdings mit ein bisschen Bundesliga-Erfahrung (19 Partien, 13 Mal Startelf) aus der Saison 2018/19. Doch Kohfeldt wird mit dem 1,96-Meter-Mann bislang nicht warm, verzichtete nach einer schwachen ersten Halbzeit im Pokal in Jena fast gänzlich auf Erras. Und das trotz großer Not auf der Position des Sechsers. Da stellt sich schon die Frage: Wer ist für die Verpflichtung dieses Spielers eigentlich verantwortlich?

Werder Bremen: Maximilian Eggestein als alleiniger Sechser noch überfordert

Als Lösung für die Sechs muss immer wieder auch Maximilian Eggestein herhalten. Klar, der 24-Jährige kann dort spielen, wirkt dort aber immer etwas unglücklich. Er ist eigentlich ein Achter oder zumindest ein offensiverer Sechser – gerne mit einem erfahrenen Mann an seiner Seite. So, wie es Klaassen war. Oder früher Vogt, Bargfrede oder Sahin. Eggestein ist mit der Verantwortung, jetzt selbst der alleinige Taktgeber und Antreiber zu sein, noch überfordert.

Ein Jean-Manuel Mbom auf der Sechs wird ihm da auch nicht helfen. Die Besetzung des Mittelfelds wird ein Dauerthema bleiben, ein Vabanquespiel, Werder erreicht dort in Gänze kaum Bundesliga-Niveau. Das ist wahrlich kein Vorwurf an einen Spieler wie Mbom. „Der Junge macht seine Sache gut“, lobt ihn Abwehrchef Ömer Toprak, sagt aber auch: „Wir dürfen nicht vergessen, dass er letztes Jahr noch Dritte Liga gespielt hat.“ Beim KFC Uerdingen war das. Nach einem Jahr Ausleihe soll Mbom nun zum Bundesliga-Spieler reifen, jetzt ist er schon ein fester Bestandteil des Teams, hat zwölf von 15 Partien absolviert – neun davon in der Startelf. So ist das beim SV Werder Bremen in der Saison 2020/21.

Werder Bremen: Jean-Manuel Mbom legt gute Entwicklung hin, aber Manches „muss noch kommen“

Kohfeldt lobt ausdrücklich die Entwicklung des 20-Jährigen – vor allem auch dessen Einsatzbereitschaft und diesen Willen, alles so schnell wie möglich zu lernen. Doch der Coach möchte Mbom auch nicht überhöhen, sondern gibt zugleich eine ganz sachliche Bewertung ab, die vielsagend ist: „,Manu’ macht keinen Fehler. Er leitet von da aber auch noch nichts ein. Ich würde ihn noch nicht als spielenden Sechser bezeichnen. Sondern er bringt das Element des robusten Zweikämpfers ein. Das andere muss noch kommen.“

Geduld ist also gefragt – was auf dieser neuralgischen Position bei Werder Bremen fast schon Tradition hat. Oft musste auf Philipp Bargfrede gewartet werden. Der eigentlich perfekte Mann für diesen Posten war leider viel zu oft verletzt, nun reicht es nur noch für die U23 in der Regionaliga. Nuri Sahin hatte schon so viel auf dem Profi-Tacho, dass der Ex-Star den Bremern nicht mehr wirklich helfen konnte. Immerhin war Kevin Vogt eine gute Lösung, aber eben nur auf Zeit. Er war vor fast genau einem Jahr geholt worden – nicht nur als Sechser, sondern auch als Mentalitätsspieler, um mit Werder noch den Klassenerhalt zu schaffen. Am Ende blieben die Grün-Weißen tatsächlich drin. Diesmal muss es ohne einen Typen wie Vogt klappen. (kni)

Zur letzten Meldung vom 4. Januar 2021:

Dilemma im Mittelfeld des SV Werder Bremen: Keine Kreativität, keine Kraft und kein Geld für Transfers

Bremen – Dass das Mittelfeld die große Problemzone von Werder Bremen werden würde, war spätestens mit dem unkompensiert gebliebenen Verkauf Davy Klaassens klar. Das Ausmaß der Schwierigkeiten, in denen die Mannschaft steckt, zeigte sich beim 0:2 gegen Union Berlin sicherlich nicht zum ersten Mal, aber in dem Spiel am bislang deutlichsten. Zwei unterschiedliche Ausrichtungen brachten ein und dasselbe Ergebnis: nichts!

Hoffnung auf schnelle Hilfe für das Mittelfeld gibt es kaum, Sportchef Frank Baumann sieht auf dem gerade wieder eröffneten Transfermarkt allenfalls eine Mini-Chance für Werder Bremen, und auch ein alter Bekannter kommt nicht infrage.

Gegen Union Berlin war es so: Die Aufstellung verriet die Absicht. Werder-Trainer Florian Kohfeldt beorderte drei Akteure in die Startelf, die grundsätzlich als Spielmacher angesehen werden können, weil ihre im Profil verankerte Hauptposition das zentrale offensive Mittelfeld ist. Werder Bremen wollte also die spielerische Linie verfolgen, gewissermaßen den Kohfeldt-Stil. Das Problem war aber, dass sich weder Yuya Osako noch Leonardo Bittencourt oder Romano Schmid als tatsächliche „Macher“ erwiesen. Niemand von ihnen gestaltete die Partie, die auch deshalb völlig gegen Werder lief. Der spielerische Ansatz des Trainers – er scheiterte.

Werder Bremen: Mangelnde Kreativität oder fehlende Wucht? Kollektive Ratlosigkeit! Transfer als Lösung?

Das vollständige Dilemma offenbarte sich aber erst, als Kohfeldt die Linie änderte und in Jean-Manuel Mbom und Davie Selke mehr physische Power für Mittelfeld und Angriff brachte. Jetzt sollte es wuchtiger werden, brachialer. Doch auch das nutzte nichts, und Werder Bremen hatte gegen das simple, aber konsequente Spiel des 1. FC Union Berlin kein Mittel. Business as usual, denn verzweifelte Versuche, irgendwie in den Bereich einer Torchance zu kommen, hat man von Werder in der laufenden Saison schon unzählige gesehen.

Die einen schreiben das dem nicht zu leugnenden Mangel an Kreativität zu, die anderen rätseln, ob das wirklich der Kern des Problems ist. Wie Sportchef Frank Baumann. Bei Radio Bremen sagte er: „Ich weiß nicht, ob es am kreativen Kopf liegt. Union ist ein ganz gutes Beispiel, wie es auch ohne kreative Köpfe geht. Union hat es uns vorgemacht. Das ist einfacher Fußball.“ Werders Fußball war auch einfach – einfach zu verteidigen.

Woher Besserung kommen soll? Vielleicht aus dem eigenen Team, wenn durch die Rückkehr von Niclas Füllkrug und Davie Selke Anspielstationen im Sturm entstehen, die den Mittelfeldspielern das Leben erleichtern. Oder Mbom und Schmid, die 20-Jährigen mit dem Zukunftspotenzial, machen plötzlich und ganz schnell riesige Sprünge nach vorn. Doch das ist mehr Wunschdenken als eine tatsächlich erwartbare Entwicklung. Auf frischen Input vom Transfermarkt zu setzen, verbietet sich dagegen aus den bekannten finanziellen Gründen. Frank Baumann sagt im Gespräch mit der DeichStube zunächst, was er immer sagt: „Wir müssen eher Spieler abgeben. Dabei muss der Preis stimmen, und wir müssen es sportlich verkraften können, sodass wir keinen Ersatz holen müssen.“ Es sind Aussagen, die möglicherweise maßgeschneidert sind für Yuya Osako.

Transfers: Werder Bremen-Notkauf bei Verkauf von Spieler X? Philipp Bargfrede ist nach wie vor kein Thema

Allerdings gibt es auch die Möglichkeit, dass ein Verkauf von Spieler X genug Ertrag bringt, um doch über einen Neuzugang, über einen echten Problemlöser, nachzudenken. Doch wer sollte der Goldesel sein im Team? Aktuell gibt es da niemanden. Frank Baumann bespricht deshalb ein theoretisches Modell, wenn er sagt: „Wenn wir Ersatz holen müssten, müsste es sportlich passen.“

Ziemlich sicher wird es aber mit den vorhandenen Bordmitteln weitergehen – und zu diesen gehört im weiteren Sinne auch Philipp Bargfrede, das im Sommer ausgemusterte und dann doch für die U23 zurückgeholte Bremer Ur-Gestein. Er steht – oder besser: stand – für einfachen, konsequenten und aus dem defensiven Mittelfeld heraus vorgetragenen Fußball. Dass der 31-Jährige noch mal eine Renaissance in der Bundesliga erleben wird, ist bei Werder Bremen aber nach wie vor nicht angedacht. Hätten die Bremer dem im Laufe seiner Karriere von Verletzung schwer gebeutelten Bargfrede eine weitere Saison in der Bundesliga zugetraut, hätten sie ihn im Sommer nicht in die Vertragslosigkeit ziehen lassen. Die Gründe damals haben weiter Bestand. Eine Rückkehr ist nach Informationen der DeichStube deshalb ausgeschlossen. (csa)

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare