Werder Bremen sucht einen neuen Sechser. Ins Profil passen würden Stefan Ilsanker (v.l.), Sondre Tronstadt, Milan Badelj, Max Christiansen und Christoph Kramer.
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Werder Bremen sucht einen neuen Sechser. Ins Profil passen würden Stefan Ilsanker (v.l.), Sondre Tronstadt, Milan Badelj, Max Christiansen und Christoph Kramer.

Werder-Suche nach einem Sechser

Die Ewige Sechser-Frage: Daten-Experten erklären, wen Werder Bremen als Soforthilfe fürs defensive Mittelfeld holen könnte

Bremen – Braucht der SV Werder Bremen einen neuen Sechser? Alle Jahre wieder ploppt im Sommer und im Winter diese Frage auf – vor allem bei vielen Fans der Grün-Weißen. Transfers waren in diesem Bereich in der Vergangenheit eher selten, was die Diskussionen weiter anheizte.

Zuletzt gehörte Christian Groß der Platz vor der Abwehr, als interne Alternativen stehen für die kommende Saison Ilia Gruev, Nicolai Rapp oder auch die Neuverpflichtungen Dikeni Salifou und Niklas Stark bereit. Letzterer soll aber eigentlich in der Innenverteidigung spielen, Rapp auf der Acht. Ein weiterer echter Sechser könnte vielleicht nicht schaden. Aber wer kommt da in Frage? Die DeichStube hat etwas Neues ausprobiert und die Datenscouting- und Analyse-Experten von CREATEFOOTBALL um eine Antwort gebeten. Es geht nicht um tatsächliche Kandidaten, zu denen Werder Bremen schon Kontakt aufgenommen hat, sondern ausschließlich um Optionen. Die Spezialisten aus Bayern kennen sich da bestens aus, beraten Profi-Clubs wie den niederländische Erstligisten PEC Zwolle. Das ist die Antwort von CREATEFOOTBALL:

Die Analyse

Im jetzigen 3-3-2-2-System von Trainer Ole Werner benötigt Werder Bremen einen defensivstarken Sechser, der die Offensivspieler absichert und das gegnerische Offensivspiel frühestmöglich unterbindet, damit die Gegenspieler nicht auf die eigene Abwehrlinie zulaufen können. Der Bremer Coach könnte aber auch einen Offensivspieler weniger aufstellen, um in der deutlich stärkeren Bundesliga durch zwei zentrale defensive Mittelfeldspieler mehr defensive Stabilität zu erlangen. Gesucht wird daher ein Spieler, der defensiv stark ist, ein gutes Stellungsspiel hat, aber auch spielerische Akzente einbringen kann, eine Soforthilfe darstellt, im finanziellen Budget liegt und sowohl allein auf der zentral defensiven Mittelfeldposition spielen kann als auch schon mit Nebenmann agiert hat.

Werder Bremen-Transfer-Kandidaten für die Sechs: Stefan Ilsanker und Sondre Tronstad

Der Erfahrene

Stefan Ilsanker (Eintracht Frankfurt): Der 33-Jährige verlässt nach drei Jahren Eintracht Frankfurt, ist ablösefrei zu haben und verfügt über eine Erfahrung aus 130 Bundesliga-Spielen. Der 1,89 Meter große Österreicher ist polyvalent, spielte bereits in Systemen mit einer Dreier-Abwehrkette als zentraler und rechter Innenverteidiger sowie im Mittelfeldzentrum. Ilsanker, der in der vergangenen Saison vor allem als Innenverteidiger auflief, konzentriert sich insbesondere auf das Spiel gegen den Ball, überzeugt durch überdurchschnittliche Werte wie gewonnene Defensivzweikämpfe (5,7 pro 90 Minuten) und Luftzweikämpfe (2,0). Der Rechtsfuß bringt auch spielerische Fähigkeiten mit. Er überzeugt mit gutem Passspiel und verliert sehr selten den Ball. Ilsanker stellt mit seinem Alter und der Erfahrung auch auf internationaler Ebene auf jeden Fall eine Soforthilfe dar und könnte im Team von Ole Werner direkt eine tragende Rolle beim SV Werder Bremen übernehmen.

Der Präzise

Sondre Tronstad (Vitesse Arnheim): Bei den Niederländern war der 26-Jährige absolut gesetzt. Der Norweger (ein Länderspiel) absolvierte in dieser Saison 51 Pflichtspiele für Arnheim – in der Liga, im Pokal und in der Conference League (Achtelfinal-Aus gegen AS Rom). Dabei überzeugte der nur 1,74 Meter große Mittelfeldspieler als Defensivallrounder vor der Abwehrkette, fing viele Pässe durch sein gutes Stellungsspiel ab und konnte durch geschicktes Zweikampfverhalten viele Bälle gewinnen. Zudem fiel er durch sein äußerst präzises Passspiel immer wieder auf und wäre somit ein geeigneter Kandidat für die Besetzung der Bremer Mittelfeldzentrale. Sein Vertrag bei Vitesse läuft zwar noch ein Jahr, dennoch dürfte er für Werder Bremen bei einem Marktwert von zwei Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de) erschwinglich sein.

Werder Bremen-Transfer-Kandidaten fürs defensive Mittelfeld: Milan Badelj und Max Christiansen

Der Ex-Hamburger

Milan Badelj (Genua CFC): Der Kroate kennt die Bundesliga aus seiner Zeit beim Hamburger SV, für den er von 2012 bis 2014 62 Spiele bestritt. Danach zog es ihn nach Italien. Bei Genua CFC war er vergangene Saison Stammspieler und wurde vor allem im zentral defensiven Mittelfeld eingesetzt. Der 1,86 Meter große ehemalige Nationalspieler kann sich auch mit 33 Jahren auf sein starkes Stellungsspiel verlassen, so fing er in der vergangenen Saison mehr als sieben Pässe pro 90 Minuten ab. Das ist durchaus bemerkenswert. Nach dem Abstieg mit Genua und bei einer Vertragslaufzeit von nur noch einem Jahr dürfte Badelj für Werder Bremen günstig zu haben sein.

Der Zweikämpfer

Max Christiansen (Greuther Fürth): Der defensive Mittelfeldakteur wurde vom damaligen Greuther-Coach Stefan Leitl erst zum neunten Spieltag der abgelaufenen Saison als zentraler Mann vor der Abwehrkette installiert, war ab diesem Zeitpunkt aber Stammkraft, wenngleich er den Abstieg trotz auffälliger Leistungen nicht verhindern konnte. Der 25-Jährige dürfte durch den Abstieg und einen noch ein Jahr laufenden Vertrag im finanziellen Rahmen des SV Werder Bremen liegen. Der 1,85 Meter große gebürtige Flensburger besitzt seine Stärken im Spiel gegen den Ball und besonders in der Luft, wo er in der vergangenen Saison knapp 60 Prozent seiner Zweikämpfe für sich entscheiden konnte. Zudem fiel der variabel einsetzbare Profi (könnte auch Innenverteidiger spielen) durch sein präzises Passspiel auf und würde so eine spielerische Option für die zentral defensive Mittelfeldposition bei den Bremern darstellen.

Transfers: Werder Bremen und die Suche nach einem Sechser - Christoph Kramer (k)ein Wechsel-Kandidat?

Der Sonderfall

Christoph Kramer (Borussia Mönchengladbach): Der 31-Jährige kam in der vergangenen Saison, auch aufgrund von Verletzungen, nur sporadisch zum Einsatz. Deshalb wird er durchaus als Wechselkandidat gehandelt. Der 1,91 Meter große Mittelfeldspieler kann beide Positionen im zentralen Mittelfeld bekleiden, zentral defensiv oder auf der „Doppel-Acht“. Eine Stärke des Weltmeisters von 2014 ist der Zweikampf. Sowohl am Boden als auch in der Luft gewinnt Kramer knapp sechs von zehn Zweikämpfen. Der Rechtsfuß kann auch dank seines starken rechten Fußes mit in den Spielaufbau einbezogen werden. Ein Transfer ist zwar eher unrealistisch, aber Werder Bremens Sportchef Frank Baumann greift gerne auch mal weit oben ins Regal. Kramers Vertrag läuft noch ein Jahr, sein Marktwert liegt bei vier Millionen Euro.

Fazit

Werder Bremen muss aufgrund der knappen Mittel eine kostengünstige Option finden. Kramer, Ilsanker und Badelj verfügen über viel Erfahrung und könnten eine wichtige Stütze in der neuen Saison gerade für junge Spieler sein. Tronstad und Christiansen sind zwar etwas jünger, haben aber auch schon einiges erlebt. Weitere denkbare Optionen wären Jakub Kiwior (Spezia Calcio), Valentino Müller (WSG Tirol) und Steijn Spierings (FC Toulouse).

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