Transferplan von Werder Bremen: Clemens Fritz und Frank Baumann sehen die Mannschaft gut aufgestellt.
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Transferplan von Werder Bremen: Clemens Fritz und Frank Baumann sehen die Mannschaft gut aufgestellt.

Werders Transferwinter

Transfers unwahrscheinlich: Werder Bremens Bosse sehen die Mannschaft stark genug aufgestellt

Bremen – Noch bleiben ja ein paar Wochen Zeit, um sich Gedanken zu machen. Um zu analysieren und endgültig zu entscheiden, ob der SV Werder Bremen nicht vielleicht doch noch die eine oder andere personelle Verstärkung benötigt. Der Aufsteiger hat den ersten Teil der Saison unter dem Beifall vieler Experten und Fans genutzt, um sich ein schönes Polster bis zur jetzigen Unterbrechung des Spielbetriebs zu erspielen – doch Verbesserungspotenzial gibt es ja eigentlich immer. In Bremen ist das nicht anders als an anderen Bundesliga-Standorten. Und doch ist es nicht so, dass Clemens Fritz als Werders Leiter Profifußball und Scouting derzeit sehnsüchtig auf das Öffnen des Winter-Transferfensters wartet.

„Wir haben den Markt natürlich im Blick, aber aktuell ist es nicht unser Plan, etwas zu machen“, erklärt Clemens Fritz im Gespräch mit der DeichStube. Ganz ähnlich hatte er auch schon im Endspurt der Sommer-Transferphase argumentiert – letztlich tat sich am Osterdeich tatsächlich nichts mehr. Ab dem 1. Januar 2023 könnte Werder Bremen nun wieder zuschlagen, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet. Wie vor einigen Monaten, als das eine oder andere neue Gesicht beim Start in die Vorbereitung und kurz darauf im Trainingslager präsentiert wurde.

Werder Bremen-Transfers: Verantwortliche mit 100-prozentiger Zufriedenheit bei der Kader-Zusammenstellung

Doch auch weil die Grün-Weißen seinerzeit schon ordentlich aktiv geworden sind – wenn auch größtenteils ablösefrei –, dürfte es jetzt wesentlich gemächlicher zugehen bei Werder Bremen. Oder noch wahrscheinlicher: mit völliger Ruhe. „Wir müssen auch unsere wirtschaftlichen Gegebenheiten im Blick behalten“, sagt Clemens Fritz einerseits. Auf der anderen Seite sieht er aber auch gar nicht die Notwendigkeit des Handelns. Und deshalb betont der Ex-Profi: „Wir hätten überhaupt kein Problem damit, wenn unser Kader auch nach der Transferphase noch genauso aussehen sollte wie jetzt.“ Was zweifelsfrei mit dem bisherigen Abschneiden in der Liga zusammenhängt. „Wir sind sehr zufrieden mit unserem Kader und dem Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft“, unterstreicht Fritz.

Nun ist dieser Ist-Zustand ja immer aus zwei Perspektiven zu betrachten. Da gibt es den eigenen, wenn vielleicht auch nur intern formulierten Wunsch nach Veränderung, der durch die Verpflichtung von potenziellen Verstärkungen vorangetrieben werden kann. Mitunter sind es aber auch andere Clubs, die Einfluss auf die vorhandenen Strukturen nehmen, indem sie gern einen bisherigen Bremer Spieler in ihren eigenen Reihen hätten. Gerade nach einem derart gefälligen Jahr 2022. „Natürlich weiß man nie, was passiert“, meint auch Clemens Fritz und verweist noch einmal darauf, dass es bei Werder Bremen weiterhin keinesfalls ein Abgabe-Verbot gibt. Auch wenn sich die finanziellen Rahmenbedingung zuletzt minimal verbessert haben. „Es ist ja kein Geheimnis, dass wir uns mit Angeboten, die reinkommen, beschäftigen, auch wenn wir nicht unbedingt Spieler verkaufen müssen.“

Niclas Füllkrug & Co. bleiben auch trotz geringeren Bezügen - keine Transfers bei Werder Bremen geplant

Es ist noch keine anderthalb Jahre her, da sah das noch ganz anders aus beim SVW und Clemens Fritz. Seither ist einiges passiert. Werder Bremen hat nicht nur den Wiederaufstieg geschafft, sondern auch fleißig das Gehaltsgefüge optimiert. So wurden etwa Leistungsträger wie WM-Fahrer Niclas Füllkrug oder Leonardo Bittencourt nicht nur mit neuen Arbeitspapieren ausgestattet, sondern auch zu reduzierten Bezügen an den Verein gebunden.

Über den einen oder anderen Kontrakt werden Werder Bremens Verantwortliche um Clemens Fritz auch in den nächsten Wochen wieder nachdenken. Am Saisonende laufen schließlich die Verträge von Profis wie Anthony Jung, Manuel Mbom, Michael Zetterer, Benjamin Goller oder Christian Groß aus. Letzterer, der jüngst in seinem 50. Bundesligaspiel seinen allerersten Profitreffer erzielt hat, gibt sich bezüglich seiner sportlichen Zukunft aber ganz gelassen. „Ich glaube, dass man im Alter ein bisschen entspannter wird“, hatte der 33-Jährige zuletzt erzählt. „Ich muss jetzt mal gucken, wann Gespräche anstehen und welche Gespräche anstehen. Ich bin da aber auf jeden Fall tiefenentspannt.“   (mbü/dco)

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