Lina Hausicke von Werder Bremens Frauen-Mannschaft freut sich riesig auf den Auftritt im Weserstadion.
+
Lina Hausicke von Werder Bremens Frauen-Mannschaft freut sich riesig auf den Auftritt im Weserstadion.

Werder-Frauen debütieren im Weserstadion

Endlich auf der großen Bühne: Für Werder Bremens Frauen geht mit dem Spiel im Weserstadion ein großer Traum in Erfüllung

Bremen – Lina Hausicke kennt den Weg. Unzählige Male ist sie ihn gegangen. Die Franz-Böhmert-Straße entlang. Doch dann ging es für die Kapitänin des SV Werder Bremen eben nicht ins Wohninvest Weserstadion, sondern sie bog in Richtung Platz 11 ab. Die große Arena zum Greifen nah – und doch so fern. Bis jetzt. Am Samstag darf die 24-Jährige endlich hinein. Nicht als Zuschauerin, sondern gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen als Hauptdarstellerinnen auf dem Rasen. Ab 16 Uhr geht es in der Frauen-Bundesliga gegen den SC Freiburg um wichtige Punkte, zum ersten Mal überhaupt in diesem Rahmen. Und der wird gewaltig sein, mehr als 15.000 Tickets hat der Verein bereits verkauft.

„Wir freuen uns riesig. Für jede Spielerin ist das ein Traum, der da in Erfüllung gehen wird“, gesteht Hausicke, die abgesehen von ein paar positiven Ausreißern sonst eher ein Publikum im unteren dreistelligen Bereich gewohnt ist. Doch Werder Bremen hat getrommelt, viele Familien und Nachwuchsteams werden vor Ort sein, auch die Ultras haben sich angekündigt. Da kann also eine Atmosphäre entstehen, die im besten Fall beflügelt. Im schlimmsten Fall verursacht sie zusätzlichen Druck bei den abstiegsbedrohten Kickerinnen. Diese Gefahr sieht Hausicke allerdings nicht. „Wir sind alle schon lange in dem Geschäft dabei und wissen, was ein solcher Support schon im kleineren Rahmen mit einem machen kann“, sagt sie. „Im Endeffekt ist es aber das Spiel, das wichtig ist. Darauf müssen wir den Fokus legen. Ich hoffe einfach, dass uns die Stimmung Rückenwind geben wird.“

Werder Bremens Frauen freuen sich riesig auf die Atmosphäre im Wohninvest Weserstadion

Einer, der weiß, wie sich ein Auftritt im Weserstadion anfühlt, ist Thomas Horsch. Der Coach der Frauen-Mannschaft von Werder Bremen war einst Assistent von Florian Kohfeldt bei den Männern und hat die grün-weiße Begeisterung mehrfach aufgesogen. Auch für ihn ist es deshalb ein ganz besonderes Spiel am Samstag, eine Art Rückkehr. „Ich würde mich da gern im Hintergrund lassen, denn wichtig sind die, die da auf dem Platz stehen“, betont Horsch jedoch. „Natürlich kann ich aber mitgeben, wie es ist, wenn man vor der Ostkurve zum Warmmachen raus- oder danach wieder reingeht. Das sind Gänsehautmomente, die wir nutzen müssen. Ich freue mich, dass die Spielerinnen das erleben dürfen.“

Läuft alles gut, dann bleibt diese Veranstaltung keine Eintagsfliege. „Es sind viele Schritte, die bis hierhin gegangen werden mussten und sicher nicht immer einfach waren. Das ist eine große Wertschätzung für uns“, betont Hausicke, die weiß, dass auch immer der finanzielle Aspekt eine Rolle spielt. Werder Bremen ist schließlich nicht besonders scharf darauf, in angespannten Zeiten ein Minusgeschäft zu machen. Zumindest aktuell sieht es nicht danach aus, doch was ist in der Zukunft? Wie groß ist die Chance auf eine Neuauflage? „Das liegt nicht in unserer Hand“, meint die Mittelfeldspielerin. „Wir sind da auch auf den Verein angewiesen und dass er uns weiter so unterstützt. Ich kann aber sagen, dass die Unterstützung in diesem Verein in vielen Bereichen mittlerweile sehr groß ist. Dafür sind wir sehr dankbar und deshalb hoffe ich, dass es kein einmaliges Erlebnis bleiben wird.“ Den Weg zu Platz 11 ist sie ja nun wirklich auch schon oft genug gegangen. (mbü)

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare