Werder-Neuzugang

Neuverpflichtung Roger Assale: „Ich möchte sehr lange bei Werder sein“

Bremen – Was sofort auffällt: Der Größte ist Roger Assale nun wirklich nicht. Seine 1,67 Meter sind weit weg vom Fußballer-Gardemaß, und dennoch ist der Ivorer bislang recht gut durch seine Karriere gekommen. „Ich kann versichern“, sagt der 27-Jährige Stürmer und lacht, „dass ich in meiner Karriere auch mit Verteidigern klargekommen bin, die zweimal größer waren als ich.“ Ab sofort darf und soll er das im Trikot des SV Werder Bremen beweisen. Assale wechselt für ein Jahr auf Leihbasis vom französischen Erstliga-Absteiger FCO Dijon an die Weser, nach Ablauf der Saison besitzen die Bremer eine Kaufoption.

Assale ist bei Werder Bremen die Antwort auf den überraschend geplatzten Transfer des Hannoveraners Linton Maina. Mit ihm wollten sich die Bremer auf den offensiven Außenpositionen verstärken, jetzt ist es aber Roger Assale geworden, der kleine, aber durchsetzungsstarke Flügelspieler. Nur „ungefähr eine Woche“ habe es von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Vertragsunterschrift gedauert, berichtet der Spieler – ein Blitztransfer für Bremer Verhältnisse.

Die Baustelle, die durch den Weggang von Milot Rashica entstanden war, ist nun geschlossen. Roger Assale sagt über sich: „Ich bin sehr schnell, bin auch stark in Eins-gegen-eins-Situationen. Das sind zwei meiner Pluspunkte.“ Ein dritter: die Flexibilität, die sich der 20-fache Nationalspieler der Elfenbeinküste im Laufe seiner Karriere erworben hat. Assale: „In meinen bisherigen Vereinen habe ich bisher sowohl rechts als auch links gespielt – oder als Unterstützung für den Stürmer in der Mitte. Ich spiele das, was der Mannschaft am meisten bringt.“

Neuzugang Roger Assale geht die Saison mit Werder Bremen mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Ehrgeiz an

Bislang hat der Rechtsfuß das in Europa in der Schweiz bei den Young Boys Bern getan sowie in Spanien bei CD Leganes und dem FCO Dijon in Frankreich – das war jeweils 1. Liga. Dann kam der Abstieg mit Dijon und der Anruf aus Bremen, anderes Land, aber weiter zweitklassig. Dennoch hat er zugesagt und geht die Saison mit Werder Bremen jetzt mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Ehrgeiz an. „Ich bedanke mich für das Vertrauen, das mir hier entgegengebracht wird“, meint Roger Assale und kündigt an: „Ich werde es auf dem Platz zurückzahlen. Ich möchte ein Mehrwert sein für diese Mannschaft.“

Eine Hürde muss er dabei irgendwie überwinden: die Sprache. Durch die (kurze) Zeit bei CD Leganes und der (deutlich längeren) Zeit in Bern „spreche ich ein bisschen Spanisch und Deutsch“, die Muttersprache ist aber Französisch. Weil das im Bremer Team aber keine besonders verbreitete Sprache ist – Milos Veljkovic könnte als Dolmetscher helfen –, „werde ich mich bemühen, mein Deutsch zu verbessern“, lässt Assale übersetzen.

Neun Monate hat er dafür Zeit – zunächst. Der Leihvertrag gilt nur für diese Saison, die Kaufoption bleibt als Chance im Hintergrund. Sie zu nutzen, ist das persönliche Ziel, so Assale: „Wenn es für den SV Werder gut ist, dass ich lange hier bin, dann bin ich das sehr, sehr gerne. Ich möchte sehr lange bei Werder sein – es gibt hier ja viel zu tun.“ Werder Bremen nennt es „Wiederaufbau“, Assale spricht von einem „Projekt“, das für ihn „sehr interessant“ sei. Eine nähere Erläuterung, worin genau der Reiz für ihn liegt, liefert er noch nicht.

Roger Assale will mit Werder Bremen aufsteigen

Klar ist: Vergangene Erfolge wird Roger Assale mit Werder Bremen nicht wiederholen. Zweimal wurde er mit YB Bern Meister, er gewann die afrikanische Champions League mit TP Mazembe (DR Kongo), war im Finale sogar einer von zwei Torschützen. Und als die Elfenbeinküste 2015 Afrikameister wurde, war er auch dabei – jedoch nur als Reservist. Der Abstieg mit Dijon ist der Knick in der Karriere, mit Werder zweitklassig zu bleiben, macht es – von außen betrachtet – nicht besser. Aber Assale denkt ganz anders. „Meine Devise ist: Man kann absteigen, kann aber auch wieder aufsteigen. Man muss sich schütteln, weiterarbeiten und besser werden, um sich aufzurappeln und wieder hochzukommen. Einem Aufstieg mit Werder steht doch nichts im Wege.“ Ein großes Schlusswort eines kleinen Mannes. (csa) Lest auch: Baumann hält fast schon Wort, Werder vor weiteren Transfers!

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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