Werder Bremen hat im Trainingslager in Murcia viel und gut gearbeitet, doch Trainer Ole Werner übt auch Kritik. Es ist längst nicht alles wie am Schnürchen gelaufen.
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Werder Bremen hat im Trainingslager in Murcia viel und gut gearbeitet, doch Trainer Ole Werner übt auch Kritik. Es ist längst nicht alles wie am Schnürchen gelaufen.

Ole Werner zieht Trainingslager-Bilanz

Etwas Trübsal vor der Heimreise: Werder Bremen verspielt Sieg gegen FC St. Gallen und auch sonst ist nicht alles perfekt

Murcia – Die Szenerie war ein wenig zu düster geraten. Die Dunkelheit legte sich in Windeseile über die kleine Pinatar-Arena, der ohnehin schon kühle Wind frischte noch ein wenig mehr auf. Die Sonne hatte sich die meiste Zeit des Tages ohnehin schon hinter dichten Wolken versteckt. Passend zum Wetter hatte auch der SV Werder Bremen ein durchwachsenes Finale seines Winter-Trainingslagers erlebt.

Gegen den schweizerischen Erstligisten FC St. Gallen gab die Mannschaft von Trainer Ole Werner nämlich eine 2:0-Führung noch aus der Hand, den Gegentreffer zum 2:2-Endstand handelte sich das Team des SV Werder Bremen wenige Sekunden vor Schluss ein. Durchaus ein Dämpfer eines weitgehend gelungenen Trips nach Spanien, wenngleich Werner in seiner Bilanz hinterher sehr deutlich machte, dass in Murcia nicht alles wie am Schnürchen gelaufen war.

Werder Bremen-Trainer Ole Werner übt Kritik an Gegebenheiten beim Trainingslager in Murcia

„Es gab Dinge, die gut waren, vor allem die Arbeit auf dem Platz, aber auch Dinge, die es zu verbessern gilt“, sagte der 34-Jährige. „Den Trainingsplatz fand ich jetzt nicht top, um ehrlich zu sein, denn die Qualität des Rasens war nicht so, wie man sich das wünscht. Ich will nicht ausschließen, dass wir irgendwann nochmal hier in der Ecke sind, aber dann vielleicht mit einem besseren Platz.“ Immerhin: Ole Werner hatte trotz der Kritik nicht unbedingt das Gefühl, dass seine Mannschaft unter den Gegebenheiten leiden musste. „Das hat uns in der Arbeit nicht großartig behindert, aber das geht definitiv besser“, betonte der Trainer des SV Werder Bremen.

Dieses Fazit ließ sich im Grunde auch auf das Testspiel gegen den FC St. Gallen übertragen. Der Gegner drückte zunächst ordentlich und machte den Bremern so den geordneten Aufbau schwer. Dadurch schlichen sich einige Abspielfehler ein, die sich zunächst aber nicht rächen sollten. Stattdessen kamen die Grün-Weißen mit fortlaufender Dauer immer besser zurecht und zeigten zudem eine beeindruckende Effektivität: Die erste echte Chance nutzte Oliver Burke direkt zur Führung (17.), kurz darauf erhöhte Leonardo Bittencourt nach schöner Vorarbeit von Jens Stage per Lupfer zum 2:0 (25.) für Werder Bremen.

Werder Bremen in der ersten Halbzeit mit guter Testspiel-Leistung gegen den FC St. Gallen

Ole Werner hatte gegen die Eidgenossen eine Startelf auf den Rasen geschickt, die sich von den Namen her durchaus sehen lassen konnte und nicht allzu weit von der Formation entfernt war, die auch in der Bundesliga für Werder Bremen beginnen könnte. Vor Torhüter Jiri Pavlenka verteidigten Amos Pieper, Milos Veljkovic und Marco Friedl in der Dreierkette, auf den Außenbahnen waren wie gewohnt Mitchell Weiser und Anthony Jung unterwegs. Ilia Gruev durfte auf der Sechs ran, Jens Stage vertrat als Achter den verletzten Romano Schmid. In der Offensive sollten Leonardo Bittencourt, Marvin Ducksch und Oliver Burke für Gefahr sorgen – Letzterer durfte anstelle des erkrankten Niclas Füllkrug ran, der gar nicht erst mit in die Pinatar-Arena gereist war.

„Wir haben in der ersten Hälfte vieles richtig gemacht und nach den ersten 20 Minuten gut ins Spiel gefunden. Da waren wir die deutlich bessere Mannschaft“, urteilte Kapitän Friedl. „Speziell in der zweiten Halbzeit hat man gesehen, dass uns das Trainingslager in den Knochen steckt. Da haben wir unser Spiel nicht mehr so durchdrücken können, wie wir uns das vorgestellt haben. Trotzdem müssen wir das Spiel gewinnen.“

Werder Bremen-Trainer Ole Werner deutet Problem an: Bei drei, vier Ausfällen wird es personell „etwas dünn“

Das tat Werder Bremen allerdings nicht, weil Ricardo Alves nur kurz nach dem Wiederanpfiff verkürzte (48.) und Noha Ndombasi unmittelbar vor dem Ende eben noch der Ausgleich für den FC St. Gallen gelang (90.). „Das Ergebnis ist sehr ärgerlich, weil wir das Spiel von den Chancen her klar hätten gewinnen müssen“, monierte Ole Werner. „Von der Leistung her war es aber vernünftig. Speziell in der Spieleröffnung haben viele Dinge gut funktioniert, die wir in den vergangenen Tagen vorbereitet haben – gerade gegen eine Mannschaft, die ein wirklich gutes Pressing spielt und das über weite Strecken der ersten Halbzeit gar nicht so auf den Platz bekommen hat.“

Dass genau das später nicht mehr so gut funktionierte, habe laut Werner auch damit zu tun gehabt, dass viel gewechselt und ein zum Teil entsprechend junges Personal auf dem Rasen gestanden habe. Ein Umstand, der dazugehört – und doch ein mögliches Problem andeutet. „Man sieht bei uns, dass wenn drei, vier wichtige Jungs nicht auf dem Platz stehen, es dann schwierig und etwas dünn wird“, gestand Ole Werner, der hofft, dass dieses Szenario während der Saison nicht allzu häufig auftritt. Nicht, dass am Ende doch noch dunkle Wolken aufziehen. (mbü)

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