Vor dem 5. Bundesliga-Spieltag

Werder-Coach Kohfeldt guckt Bayern-Spiele um Hoffenheims Hoeneß zu verstehen

Bremen – Ein bisschen kurios ist das schon: Florian Kohfeldt, der Trainer des SV Werder Bremen, hat sich in der Vorbereitung auf die Bundesliga-Partie am Sonntag gegen 1899 Hoffenheim auch einige Spiele der zweiten Mannschaft des FC Bayern München aus der vergangenen Saison angeschaut.

Der 38-Jährige wollte damit seinen neuen, übrigens gleichaltrigen Trainerkollegen Sebastian Hoeneß besser kennenlernen. Der Sohn von Ex-Profi Dieter Hoeneß und Neffe von Bayern-Legende Uli Hoeneß war im Sommer von 1899 Hoffenheim als neuer Coach verpflichtet worden. „Wir sind uns noch nie persönlich begegnet“, verriet Kohfeldt in der Pressekonferenz von Werder Bremen vor dem Hoffenheim-Spiel und freute sich auf das erste Treffen: „Sebastian macht einen sehr sympathischen Eindruck. Er ist letztes Jahr Meister geworden, und das ist in der Dritten Liga mit einer zweiten Mannschaft ein absolutes Ausrufezeichen.“

Werder Bremen: Florian Kohfeldt guckt Spiele vom FC Bayern II um Sebastian Hoeneß besser kennenzulernen

Das nächste Ausrufezeichen folgte sogleich in der Bundesliga – mit dem 4:1-Sieg gegen den FC Bayern am zweiten Spieltag. „Das war ein beeindruckendes Spiel“, lobte Kohfeldt, fand aber auch Hoffenheims Auftritt gegen Borussia Dortmund (0:1) und am vergangenen Donnerstag in der Europa League gegen Roter Stern Belgrad (2:0) gut. Trotzdem sei es eine Mannschaft, „die noch kein ganz klares Bild abgibt, was sie spielerisch möchte“, so Kohfeldt. Deswegen setzte sich der Coach vor seinen Laptop und blickte in die Vergangenheit: „Ich habe mir noch ein paar Spiele von Bayern II angeguckt, um Sebastian etwas besser kennenzulernen.“

Eines konnte der Coach des SV Werder Bremen aber auch dabei nicht entdecken, wie er selbst anmerkte: Was macht Hoeneß nach einem Europa-League-Spiel? Schließlich war es am Donnerstag dessen Euro-Premiere gewesen. „Die einen Trainer lassen danach erst mal kompakt spielen und den Gegner kommen. Bei Julian Nagelsmann wüsste ich, dass er 30, 40 Minuten Vollgas von seiner Mannschaft fordern würde“, berichtete Kohfeldt von den Vorlieben des Ex-Hoffenheimer und aktuellen Leipziger Trainers.

(Verfolgt das Spiel des SV Werder Bremen gegen die TSG Hoffenheim im Liveticker der DeichStube)

Werder Bremen gegen TSG Hoffenheim: Kevin Vogt kehrt an die Weser zurück

Sebastian Hoeneß ist da eine kleine Wundertüte. Sein Team eher nicht. Florian Kohfeldt geriet fast ein wenig ins Schwärmen, als er den „sehr guten Kader“ ein wenig vorstellte: „Sie haben eine unglaubliche individuelle Qualität. Zum Beispiel Ishak Belfodil, den wir alle noch aus seiner Zeit bei Werder Bremen kennen. Ich freue mich, dass er zurück ist.“ Über ein Jahr lang war der Algerier wegen einer Knieverletzung ausgefallen. „Ishak ist mit seiner Wucht und Dynamik sehr gefährlich. Munas Dabbur ist ein sehr guter Strafraumstürmer und auch spielerisch sehr stark. Ihlas Bebou hat Geschwindigkeit ohne Ende – und da sind dann auch noch Christoph Baumgartner, Dennis Geiger und Robert Skov.“ Zudem erwähnte Kohfeldt „meinen alten Freund Kevin Vogt“, der in der vergangenen Saison mit Werder gegen den Abstieg kämpfte und sich nun wieder als zentraler Spieler um den Hoffenheimer Aufbau kümmert.

Andrej Kramaric hatte Kohfeldt übrigens keineswegs vergessen – ganz im Gegenteil. Der Hoffenheimer liegt mit sechs Treffern auf Platz zwei der Torjägerliste in der Bundesliga, befindet sich aber wegen einer Corona-Infektion in Quarantäne. „Da muss man gar nicht drumherumreden, das ist ein Vorteil für uns“, gestand Kohfeldt. Wohl wissend, dass die Hoffenheimer auch ohne Kramaric gegen Belgrad gewonnen haben, Hoeneß also eine Lösung gefunden hat. Das besondere Studium des 1899-Trainers dürfte Kohfeldt also gewiss nicht geschadet haben. (kni)

Rubriklistenbild: © imago images / HJS / gumzmedia

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