Klaus Filbry, Geschäftsführer des SV Werder Bremen, steht auf einem Rasenplatz, fasst sich nachdenklich ans Kinn und guckt in die Ferne
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Klaus Filbry, Geschäftsführer des SV Werder Bremen, spricht bei der Neuverteilung der TV-Gelder von „Evolution statt Revolution“.

DFL regelt die Verteilung neu

Hier ein bisschen mehr, da ein bisschen weniger: Werder Bremen reagiert verhalten auf „TV-Geld-Evolution“

Bremen – Es war eine Entscheidung, die natürlich auch beim SV Werder Bremen mit großer Spannung erwartet wurde: Am Montag hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) den neuen Verteilungsschlüssel für die TV-Gelder in den Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25 offiziell vorgestellt.

„Wir versuchen, in wirklich unsicheren Zeiten Beschlüsse zu fassen, die vor allem dem Oberziel folgen, irgendwie alle 36 Clubs durch diese Krise zu führen“, sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. Heißt: Mit der neuen TV-Geld-Verteilung soll künftig vor allem den Auswirkungen der Corona-Pandemie Rechnung getragen werden. Das wurde so auch in der Chefetage des SV Werder Bremen wahrgenommen und anerkannt – von euphorischen Reaktionen konnte dabei aber keine Rede sein. „Das Präsidium der DFL hat sich sehr intensiv mit den Verteilungskriterien auseinandergesetzt und den Weg der Stabilität in den Vordergrund gestellt“, sagte Werder-Geschäftsführer Klaus Filbry gegenüber der DeichStube und sprach von „ersten, sehr kleinen Schritten in die richtige Richtung“.

Eine zentrale Neuerung ist, dass in den kommenden zwei Jahren insgesamt 53 Prozent der Gelder zu gleichen Teilen an die Vereine ausgeschüttet werden sollen. Alle Clubs der Bundesliga erhalten demnach in der kommenden Saison garantierte 24,7 Millionen Euro, für die Zweitligisten sind es 6,9 Millionen Euro. Insgesamt wird das TV-Geld künftig anhand von vier Säulen verteilt. Neben der „Gleichverteilung“ (53 Prozent bis 2022/23, danach 50 Prozent) und der „Leistung“ (42 Prozent bis 2022/23, danach 43 Prozent) zählen auch die Säulen „Nachwuchs“ (3 Prozent bis 2022/23, danach 4 Prozent) und „Interesse“ (2 Prozent bis 2022/23, danach 3 Prozent) dazu. Vor allem die beiden letztgenannten Punkte sind für Werder Bremen erfreulich.

Werder Bremen: Klaus Filbry sieht bei neuer TV-Geld-Verteilung „Evolution statt Revolution“

So wird der Einsatz von Nachwuchsspielern sowie das gesellschaftliche Interesse, das die Vereine wecken, künftig stärker berücksichtigt, wovon die Bremer zweifelsohne profitieren werden – allerdings wegen der niedrigen Verteilerprozente in einem überschaubaren, kaum nennenswerten Maße. Auf der anderen Seite müssen sie unter anderem Einbußen hinnehmen, weil in der Säule „Leistung“ nicht mehr das Abschneiden in der Bundesliga in den vergangenen 20, sondern nur noch anteilig in den vergangenen fünf und zehn Jahren mit einfließen. Es ist also davon auszugehen, dass sich für Werder Bremen – aktuelle TV-Einnahme: 55,9 Millionen Euro – unter dem Strich wenig ändert bei der anteiligen Vergabe der Fernsehgelder.

„Der neue Verteilungsschlüssel erreicht vor allem eine Weiterentwicklung des Status Quo“, sagte Klaus Filbry und sprach von „Evolution statt Revolution“. Ein Weg, der für Seifert alternativlos war: „Es sind keine Zeiten für radikale Lösungen, sondern für verlässliche Lösungen, in denen man den Blick nach vorne wirft.“ Das ist, wenn auch in kleinem Maße, auch in den Augen von Werder Bremen gelungen. „Punktuell wurden auch Faktoren berücksichtigt, die für die Weiterentwicklung des Fußballs insgesamt wichtig sind“, sagte Filbry und spielte damit vor allem auf die erwähnten Säulen „Nachwuchs“ und „Interesse“ an. (dco)

Zur letzten Meldung vom 7. Dezember 2020:

Mini-Reform statt Revolution bei Verteilung der TV-Gelder für Werder Bremen und Co.

Die Revolution bleibt aus, aber immerhin gibt es eine kleine Reform. Die Gelder aus der TV-Vermarktung werden künftig etwas gleichmäßiger unter den 36 Vereinen des deutschen Profi-Fußballs, darunter Werder Bremen, verteilt.

Frankfurt/Main - In der schwersten Finanzkrise der Bundesliga-Geschichte will die Deutsche Fußball-Liga mit einem moderat veränderten Verteilerschlüssel der TV-Gelder die Überlebenschancen der 36 Profivereine im Existenzkampf – darunter Werder Bremen – erhöhen. Nach monatelangen Beratungen entschied sich das DFL-Präsidium bei der Ausschüttung der Milliarden-Erlöse in den Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25 für eine etwas stärke Gleichbehandlung als bisher, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie besser abzufedern.

„Die vergangene Saison war nur ein laues Lüftchen. Jetzt kommt der Sturm. Wir erwarten im Profifußball bis zum Sommer 2022 einen Umsatzrückgang von voraussichtlich zwei Milliarden Euro“, sagte DFL-Boss Christian Seifert am Montag nach der dreieinhalbstündigen Mitgliederversammlung und malte ein düsteres Zukunftsbild. „Vor diesem Hintergrund haben wir den neuen Verteilerschlüssel mit acht Ja-Stimmen und einer Enthaltung verabschiedet. Es ist kein spektakulärer, aber ein vernünftiger Beschluss, der das Potenzial hat, die Liga zusammenzuhalten.“

Werder Bremen und Co.: 4,4 Milliarden Euro aus der TV-Vermarktung werden ausgeschüttet

Bei der virtuellen Versammlung mit den Vertretern der 36 Erst- und Zweitligisten, darunter Werder Bremen, präsentierten Seifert und seine Präsidiumskollegen das Ergebnis, welches nach Auskunft von Freiburgs Oliver Leki mit einem „breiten Konsens“ aufgenommen wurde. „Der Verteilerschlüssel ist ein wichtiger Anker für die nächsten zwei Jahre. Das wird anerkannt - bei allen verschiedenen Sichtweisen, die es gibt“, sagte der Finanzvorstand des SC Freiburg.

Basis für die Ausschüttung von insgesamt 4,4 Milliarden Euro aus der Vermarktung der nationalen Medienrechte ab 2021 ist ein neues Vier-Säulen-Modell. Die Kategorie „Gleichverteilung“ macht in den ersten beiden Jahren 53 Prozent der Einnahmen aus, danach sind es noch 50 Prozent. Die Leistung der vergangenen fünf Spielzeiten wird zunächst mit 42 Prozent, dann mit 43 Prozent gewichtet. Die Restsumme speist sich aus den Säulen „Nachwuchs“ und „Interesse“.

Werder Bremen und Co.: Veränderungen bei der TV-Geld-Verteilung

Konkret bedeutet dies: In der Bundesliga werden künftig aus Topf 1 durchschnittlich 460 Millionen Euro pro Saison zu gleichen Teilen unter den Vereinen verteilt. In der 2. Liga sind es durchschnittlich 128 Millionen Euro. Unabhängig vom Abschneiden kann jeder Bundesliga-Club somit pro Spielzeit fest mit 24,7 Millionen Euro aus dieser Säule planen, die Zweitligisten mit sieben Millionen Euro.

Da auch die Summen aus dem neuen Topf „Leistung“ vor jeder Saison feststehen, haben alle Vereine in Zukunft eine wesentlich größere Planungssicherheit als bisher. „Wir haben der finanziellen Stabilität der Clubs Priorität eingeräumt“, sagte Seifert dazu. „Es ist ein Verteilerschlüssel, der das Kollektiv, die Gemeinsamkeit und die Solidarität betont.“

Dies gilt auch für die Verteilung der Erlöse aus der internationalen TV-Vermarktung, wo künftig 35 Prozent der Gesamtsumme gleichverteilt werden. In der Saison 2021/22 sind dies 60 Millionen Euro, dann für zwei Jahre jeweils 70 Millionen Euro und zum Abschluss der Rechteperiode 74 Millionen Euro. Das bedeutet am Ende einen Anstieg um rund 40 Prozent, flossen bisher doch nur 43 Millionen Euro zu gleichen Teilen an die Vereine.

DFL beschäftigt sich intensiver mit Einstieg von internationalen Finanz-Investoren

„Ich möchte dem DFL-Präsidium zur Erarbeitung dieses neuen Verteilerschlüssels gratulieren“, sagte Bayer Leverkusens Geschäftsführer Fernando Carro. Die Bündelung vieler Interessen sei „über einige kreative und sinnvolle Anpassungen insgesamt sehr gut gelungen“.

Angesichts der nicht in vollem Umfang absehbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie nahm Seifert die Clubs erneut in die Pflicht, ihre finanziellen Hausaufgaben noch besser zu erledigen. „Der eine oder andere Club wird auch weiter an seiner Kostenbasis arbeiten müssen. Ich habe jetzt die Bilanz gesehen“, sagte der 51-Jährige und kritisierte: „Einige Clubs haben zu wenig an der Front der Spielergehälter gemacht.“ Die finanziellen Belastungen und Risiken seien „deutlich größer als das von einigen Clubs, Beratern und Spielern wahrgenommen wird“, mahnte Seifert.

Zugleich will sich die DFL künftig intensiver mit dem Einstieg von internationalen Finanz-Investoren beschäftigen. Von Februar an soll es dazu Gespräche geben. „Wenn sich die Clubs dazu entscheiden sollten, dann nicht deshalb, weil man jetzt kurzfristig Geld braucht, sondern weil man besser aufgestellt sein will für die Zeit nach der Covid-Pandemie“, sagte Seifert. (dpa)

Zur ersten Meldung vom 7. Dezember 2020:

DFL verteilt TV-Geld für Werder Bremen und Co. neu: „Spreizung wird abnehmen“

Frankfurt/Main – Da hört auch der SV Werder Bremen ganz genau hin: Die TV-Milliarden werden künftig etwas gleichmäßiger unter den 36 Clubs der Bundesliga und 2. Liga verteilt.

Bei der Neuregelung des Verteilerschlüssels der rund fünf Milliarden Euro an Vermarktungs-Einnahmen wolle die Deutsche Fußball-Liga (DFL) in den kommenden beiden Spielzeiten vor allem die Auswirkungen der Corona-Pandemie abfedern, sagte Liga-Geschäftsführer Christian Seifert am Montag in Frankfurt am Main. In den beiden Jahren danach solle dann der Leistungsgedanke, die Nachwuchsförderung und das Interesse an den jeweiligen Clubs etwas stärker gewichtet werden.

Für Werder Bremen und Co.: Neues Vier-Säulen-Modell für Ausschüttung der TV-Gelder

Basis für die Ausschüttung aus der Vermarktung der nationalen Medienrechte in den Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25 ist ein neues Vier-Säulen-Modell. Die Kategorie „Gleichverteilung“ macht in den ersten beiden Jahren 53 Prozent der Einnahmen aus, danach sind es noch 50 Prozent. Die Leistung der vergangenen fünf Spielzeiten wird zunächst mit 42 Prozent, dann mit 43 Prozent gewichtet.

Die Restsumme speist sich laut DFL aus den Säulen „Nachwuchs“ und „Interesse“. Auch die internationalen Erlöse werden nach einem neuen Schlüssel verteilt, der den jüngsten Streit unter den Clubs beenden soll. „Die Spreizung wird garantiert abnehmen im nationalen und internationalen Bereich“, sagte Seifert. Im aktuellen TV-Geld-Ranking der Bundesliga-Club rangiert Werder Bremen auf einem Mittelfeldplatz. (dpa)

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