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Werders U23-Trainer Sven Hübscher will der Mann für den Neuanfang in der Regionalliga sein.

Werder II vor Neustart in der Regionalliga

U23: Hübschers Personal-Puzzle

Bremen - Sven Hübscher hätte liebend gerne auf diesen Moment verzichtet, aber irgendwie passte er auch perfekt ins Bild – ins Bild einer Spielzeit, in der für Werders U23 wenig nach Plan und sehr viel schief gelaufen ist.

„Es war ein Sinnbild für die ganze Saison, denn so ein Tor fällt nur alle 100 Jahre“, sagt der Trainer über den kuriosen Treffer von Jena-Torwart Jo Coppens, der den Gästen in Bremen kürzlich das 2:2 und damit den Weg zum späteren 4:2-Erfolg geebnet hatte. Ein Ergebnis, nach dem Werders Abstieg aus der Dritten Liga endgültig feststand. Noch sind es zwar drei Spiele, Hübschers Planungen für die Regionalliga haben aber längst begonnen – und sie sind durchaus anspruchsvoll.

„Wir haben ein paar Positionen, die wir neu besetzen wollen“, sagt Hübscher. Namen nennt der Trainer nicht, denn „das ist jetzt noch zu früh“. Klar ist, dass sich die Mannschaft stark verändern wird. Lediglich sechs Spieler aus dem aktuellen Kader haben einen Vertrag, der nicht im Sommer ausläuft. Das sind Fridolin Wagner, Marco Kaffenberger und Boubacar Barry, die alle erst in der laufenden Saison gekommen sind, sowie Ersatztorhüter Tobias Duffner, Dominic Volkmer und Niklas Schmidt. Dass Schmidt den Gang in die Regionalliga nicht mit antreten wird, steht schon fest. Auch Volkmer gilt als Wechselkandidat, da er bei Werder keine große Perspektive in Richtung Bundesliga hat und seine sportliche Zukunft kaum in der Regionalliga sehen dürfte.

„Ich möchte eine gute Mischung haben“, sagt Hübscher, „aus Spielern, die sich bei uns in der Dritten Liga gut präsentiert haben und aus Spielern, die frischen Wind reinbringen.“ Aus Werders U19 werden auch in diesem Jahr wieder einige Akteure den Sprung in den Seniorenbereich machen. „Aber wir brauchen auch Spieler, die schon in der Dritten Liga oder Regionalliga gespielt haben“, weiß Hübscher.

Einer dieser „Leitwölfe“ soll Mittelfeldspieler Christian Groß (29) werden, der vom VfL Osnabrück kommt. Was aus Werders bisherigen Ü23-Spielern Marc Pfitzner, Rafael Kazior und Marc-Andre Kruska wird, ist noch offen. Am Ende dürfte aber keiner aus dem Trio mit in die Regionalliga gehen. Auch Stammtorhüter Eric Oelschlägel wird den Club wohl verlassen.

Hübscher will der Mann für den Neuaufbau sein

Sein Problem: In Luca Plogmann steht die neue Nummer eins der U23 bereits fest. Werder will das Talent nach und nach an die Bundesliga heranführen. Da für Oelschlägel bei den Profis kein Platz ist, zeichnet sich ein Wechsel ab. „Das könnte passieren, aber noch ist alles offen“, sagt Hübscher, der übrigens nicht davon ausgeht, dass die Suche nach Verstärkungen durch den Abstieg schwerer wird. „Der Name Werder Bremen zieht einfach. Die Spieler sehen hier die Durchlässigkeit nach oben und die realistische Chance, sich über die U23 für den Profikader zu empfehlen.“

Für den Trainer selbst war von vorherein klar, dass er bei einem Abstieg der Mann für den Neuaufbau sein will. Zwar spiele er lieber vor 20.000 Fans in Magdeburg als vor 200 in Rehden, „aber auch das werden wir annehmen.“ Der Abstieg war in Hübschers Augen unnötig. „Es wäre möglich gewesen, die Klasse zu halten“, sagt der Coach, der das Team erst vor vier Monaten übernommen hatte. Am Ende habe dafür die Zeit gefehlt. Eine Liga tiefer will Werder nun wieder oben mitspielen. „Wir haben dann mehr Erfolgserlebnisse, über die sich die Jungs entwickeln können.“

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