Uli Hoeneß wäre im Sommer 1972 beinahe Spieler bei Werder Bremen geworden - doch der FC Bayern wollte das Talent nicht ziehen lassen.
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Uli Hoeneß wäre im Sommer 1972 beinahe Spieler bei Werder Bremen geworden - doch der FC Bayern wollte das Talent nicht ziehen lassen.

Transfer platzte wegen Windpocken-Erkrankung

Als Uli Hoeneß um Haaresbreite beim SV Werder Bremen gelandet wäre

Bremen – Uli Hoeneß und der FC Bayern München – diese beiden gehören in der Fußballbranche seit vielen Jahrzehnten untrennbar zusammen. Die pure Anzahl der Titel und Erfolge, die der heute 69-Jährige mit seinem Verein als Spieler, Manager und Präsident gesammelt hat, ist beispiellos. Und doch hätte alles ganz anders kommen können. Wie Hoeneß nun gegenüber dem „Kicker“ verriet, stand er als Spieler einmal kurz vor einem Wechsel zu Werder Bremen. Mit seiner damaligen Freundin und heutigen Ehefrau Susi hatte er sich in der Hansestadt sogar schon ein Haus angesehen.

Als Uli Hoeneß zu Beginn der 1970er Jahre gerade seine ersten Bundesliga-Saisons für den FC Bayern gespielt und dabei als talentierter Angreifer aufgefallen war, witterte Werder Bremen 1972 seine Chance. Weil der damals 20-Jährige in München noch nicht zu den Top-Verdienern zählte, wollten Werders Präsident Dr. Franz Böhmert und Manager Hans Wolff („Es wäre doch schön, wenn es klappen würde“) ihn mit einer ordentlichen Aufstockung des bisherigen Gehalts nach Bremen locken. Auch Immobilien sollen Hoeneß’ bei den Verhandlungen in Aussicht gestellt worden sein. „Die wollten uns einen ganzen Straßenzug als Handgeld zukommen lassen, oder was auch immer“, erinnert sich Hoeneß an eine Zeit, in der das Geld bei Werder verhältnismäßig locker saß.

Werder Bremen: Uli Hoeneß hat sich „eine Zeit lang“ mit dem Gedanken beschäftigt an die Weser zu wechseln

Zur Saison 1971/72 hatte sich der Verein seine inzwischen legendäre „Millionen-Elf“ zusammengekauft, die jedoch nie richtig in Tritt kam, sodass der sportliche Erfolg ausblieb. Durch Hoeneß’ Verpflichtung sollte der Trend endgültig umgekehrt werden. Mit dem Gedanken an einen Wechsel nach Bremen habe er sich „eine Zeit lang“ beschäftigt, blickt Hoeneß zurück, „der FC Bayern hat mir ja nichts gezahlt“. Letztlich platzte der Wechsel zum SV Werder Bremen, weil Hoeneß während seines Aufenthalts in Bremen an Windpocken erkrankte. „Dr. Böhmert hat mir Cortison oder irgendwas gespritzt“, erinnert er sich dunkel. Geholfen hat es nicht, Hoeneß reiste ohne einen Vertrag unterschrieben zu haben wieder gen Süden, wo die Bayern-Verantwortlichen kurz darauf erkannten, dass sie ihr Talent auf keinen Fall ziehen lassen dürfen.

Uli Hoeneß als Spieler des FC Bayern München im Jahr 1972. Im Sommer des gleichen Jahren wäre der damals 20-Jährige beinahe zu Werder Bremen gewechselt.

Ein verbessertes Angebot der Münchner nahm Hoeneß an und blieb als Spieler bis zur Saison 1978/79. Nach seinem Karriereende übernahm er den Manager-Posten und entwickelte den Verein nach und nach zur nationalen Übermacht und internationalen Top-Adresse. Heute ist Uli Hoeneß Ehrenpräsident des FC Bayern. (dco)

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