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Bremens Innensenator Ulrich Mäurer hält nichts von Geisterspielen für Werder Bremen in der Bundesliga und hat die DFL einmal mehr scharf attackiert.

Montagsspiel ohne Zuschauer

Geisterspiel für Werder laut Mäurer nur „halber Kram“: Bremer Politik fordert DFL zu Absagen auf

Bremen – Die Stadiontore bleiben zu! Wenn Werder Bremen am Montag Bayer Leverkusen im Weserstadion empfängt, sind Zuschauer nicht erlaubt. Doch das ist der Bremer Politik hinsichtlich der Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus nicht genug.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte und Innensenator Ulrich Mäurer (beide SPD) sprechen sich klar für eine Absage des Spiels von Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen und damit auch des ganzen Spieltags in der Fußball-Bundesliga aus.

In einem an Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga adressierten Brief, appelliert Bovenschulte „eindringlich, dass auch die DFL ihrer Verantwortung für Spieler und Fans gerecht wird. Eine zentrale Maßnahme zur Senkung der Infektionsgeschwindigkeit ist der Verzicht, die Absage oder die Verschiebung von Großveranstaltungen.“

Bremer Innensenator Ulrich Mäurer hält Geisterspiel für Werder Bremen für „halben Kram“

Der Bremer Bürgermeister bittet deshalb, „die Spiele an diesem Wochenende grundsätzlich zu verschieben und die Zeit zu nutzen, mit den Fachbehörden des Bundes und der Länder eine einheitliche Linie für die nächsten Spieltage abzustimmen.“

Die Maßnahme, in der Bundesliga Geisterspiele anzusetzen, hält Innensenator Mäurer für „halben Kram“. Auf einer Pressekonferenz am Dienstag erklärte er das Problem, das durch den Zuschauerausschluss entsteht, aus seiner Sicht: „Die Familien werden sicherlich am Montag nicht zum Stadion kommen. Aber es gibt einen Teil der Fan-Szene, von dem erwarte ich, dass er kommen wird.“ 

Ulrich Mäurer will mit Werder Bremen über eine Spielabsage diskutieren

Und um den müsse sich dann eben doch die Polizei kümmern – erst recht, weil auch eine Fan-Ansammlung vor dem Stadion gegen die zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus erlassenen Verfügung verstößt. Laut ab Donnerstag gültiger Regel sind schon Veranstaltungen mit 250 Personen anmelde- und genehmigungspflichtig. Heißt wohl: die Polizei würde eine Fan-Ansammlung vor dem Stadion – beispielsweise um den Teambus bei Ankunft zu beklatschen – nicht zulassen. Genaueres konnte Mäurer dazu aber noch nicht sagen. 

„Wir treffen keine Entscheidung im luftleeren Raum, sondern stehen in ständigem Kontakt zu Werder Bremen und werden uns jetzt zusammensetzen, um gemeinsam mit der Polizei das Vorgehen zu besprechen. Noch haben wir keine Erfahrungen, was uns vor dem Stadion erwarten könnte. Wir müssen aber Polizeikräfte zur Verfügung stellen.“ Er werde mit Werder auch die Möglichkeit einer Spielabsage diskutieren.

Werder Bremen: Innensenator Ulrich Mäurer attackiert DFL erneut 

Mäurer erinnert – wie Bovenschulte – an die „gesamtgesellschaftliche Verantwortung“ der DFL. Der Profi-Fußball müsse sich als möglicher Multiplikator der Virus-Verbreitung für einige Wochen komplett und selbst aus dem Spiel nehmen, fordert der Innensenator. Die DFL will dagegen die Saison im Mai zu Ende bringen. 

„Die Maxime, so viele Spiele wie möglich durchzuziehen, zeugt nicht von einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung“, sagte der SPD-Politiker, der sich seit dem Justizstreit um die Übernahme von Polizeikosten im Dauerclinch mit der DFL befindet. Dass die stur dem Spielplan folgt und alles andere den zuständigen Ländern überlasse, „halte ich für unverantwortlich“, erklärte Mäurer, „aber das überrascht mich nicht“. (csa)

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