Auch die Spieler von Werder Bremen werden zurzeit häufig auf Fan-Plakaten um ihre Trikots gebeten. Marvin Ducksch hat sein Shirt in diesem Fall verschenkt.
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Auch die Spieler von Werder Bremen werden zurzeit häufig auf Fan-Plakaten um ihre Trikots gebeten. Marvin Ducksch hat sein Shirt in diesem Fall verschenkt.

Schilder-Verbot noch kein Thema

„Trikot-Plakate“ nehmen weiter zu: Wie der SV Werder Bremen mit dem Trend umgeht

Bremen - In Sachen Machart und Form unterscheiden sie sich durchaus. Einige sind schreiend bunt, andere eher schlicht gehalten. Manche liebevoll gestaltet, ein paar eher flüchtig improvisiert. Eines haben die speziellen Plakate, die seit geraumer Zeit in zunehmender Masse in nahezu allen Stadien - auch im Weserstadion von Werder Bremen - auftauchen, allerdings gemeinsam: ihr Anliegen. Und daran scheiden sich derzeit die Geister.

„Bitte gib mir dein Trikot!“, „Darf ich dein Trikot haben?“ oder - ganz direkt - „Trikot!“, steht auf ihnen geschrieben. Zumeist junge Anhänger bitten ihre Idole damit um ein ganz besonderes Andenken, was innerhalb der Fußballbranche und auch Fanszenen nicht überall gut ankommt. Und ein Trend ist, der auch den SV Werder Bremen längst beschäftigt.

Werder Bremen beschäftigt das Thema „Trikot-Plakate“ - ein Verbot ist noch kein Thema

Während des jüngsten Heimspiels gegen Mainz 05 waren die Plakate im Weserstadion am Samstag einmal mehr zu sehen gewesen, was Werder Bremen zur Kenntnis genommen hat. „Wir haben das Thema im Blick“, sagt Mediendirektor Christoph Pieper auf Nachfrage der DeichStube - und erklärt: „Es gibt derzeit aber noch keine Überlegungen, Verbote auszusprechen.“

Andere Clubs haben das bereits getan. Der niederländische Rekordmeister Ajax Amsterdam war im Sommer der erste Verein, der das Mitbringen von „Trikot-Plakaten“ offiziell untersagt hat. Begründet wurde das unter anderem mit dem Argument, dass es die Profis arrogant wirken lasse, wenn sie der Trikot-Bitte einmal nicht nachkommen würden. Genau damit hatten auch die Spieler des deutschen Zweitligisten SV Darmstadt 98 ein Problem, die sich im September mit einem offenen Brief an ihre Fans wandten und darum baten, die Plakate doch bitte zu Hause zu lassen.

Werder Bremen und Co.: Immer mehr Fan-Schilder mit Trikot-Bitten - Shirts werden oft weiterverkauft

„Dieser Masse an Wünschen können wir einfach nicht nachkommen, weshalb es uns schwerfällt, überhaupt ein Trikot an eine spezielle Person herauszugeben, um anderen gegenüber nicht ungerecht zu erscheinen. Gleichzeitig will aber auch keiner von uns Spielern als arrogant wahrgenommen werden, wenn wir die Schilder gar nicht beachten“, heißt es in dem Brief. Darüber hinaus wirke sich der Trend störend auf andere Zuschauer aus: „Zuletzt saßen auf großen Teilen des Zauns der Gegengerade Kids mit Schildern – mit der Folge, dass uns zugetragen wurde, dass Fans hintendran schon gar nichts mehr vom Spiel sehen konnten.“ Auch ein möglicher Weiterverkauf der Shirts stieß den Lilien-Profis sauer auf. „Noch dazu haben wir festgestellt, dass viele zuletzt herausgegebene Trikots umgehend auf Auktionsplattformen gelandet sind und zu Geld gemacht wurden, was beim Verschenken nun wirklich nicht in unserem Sinne liegt“, schreiben sie. Quasi als Gegenangebot kündigte die Mannschaft an, pro Saison einen kompletten Trikotsatz zu verlosen.

In den Sozialen Medien wird das Thema „Trikot-Plakate“ nach wie vor kontrovers diskutiert. Viele Fans lehnen den Trend kategorisch ab und setzen die Bitten mit Bettelei gleich. Andere wiederum verweisen auf die aktuellen (und vor allem für Kinder nicht gerade erschwinglichen) Trikotpreise in den Fanshops sowie darauf, dass es sich doch um harmlose Anfragen handele, denen ja niemand nachkommen müsse. „Bitte gib mir dein Trikot!“ Wie die Spieler von Werder Bremen dazu stehen? Unbekannt. Fest steht allerdings, dass es ein Satz ist, den sie noch häufiger zu lesen bekommen werden. (dco)

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