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Werder-Coach Florian Kohfeldt im Gespräch mit dem zuletzt eher ängstlich wirkenden Felix Beijmo.

Schwede hätte sich eine Chance gewünscht

Unstimmigkeiten zwischen Beijmo und Kohfeldt?

Bremen/Stockholm – Kein Einsatz in der Bundesliga, kein Einsatz im DFB-Pokal – für Felix Beijmo war es sportlich ein ganz enttäuschendes erstes Jahr beim SV Werder Bremen.

Der Drei-Millionen-Einkauf gilt als Flop. Doch gegen diese Bezeichnung wehrt sich der Schwede nun in seiner Heimat in einem Gespräch mit der Zeitung „Expressen“ und deutet dabei auch leichte Unstimmigkeiten mit Werder-Coach Florian Kohfeldt an.

Beijmo hat den Wunsch für Werder Bremen in der Bundesliga spielen zu dürfen

„Der Trainer und ich sind unterschiedlicher Meinung, wo ich stehe“, sagt Beijmo: „Es lief zwar nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe, aber es war ein Lehrjahr. Ich bin jetzt ein besserer Spieler.“ Deshalb hätte er sich auch gewünscht, mal in der Bundesliga spielen zu dürfen: „Ich habe dem Verein gesagt, dass ich eine Chance verdient gehabt hätte. Es ist schwer, mich zu beurteilen, wenn ich keine Chance in der Bundesliga bekomme. Ich weiß, dass ich es gut gemacht hätte.“

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Kohfeldt berief den Rechtsverteidiger aber höchstens mal in den Kader, und das auch nur, wenn durch Ausfälle ein Platz frei war. Lediglich sechs Mal durfte der 21-Jährige in der Bundesliga auf der Bank sitzen, eine echte Chance auf einen Einsatz hatte er allerdings nie. Denn selbst, als Theodor Gebre Selassie verletzt runter musste wie gegen Hoffenheim, durfte nicht der eigentliche Ersatz Beijmo auf der rechten Seite ran, sondern Linksfuß Marco Friedl. Und wahrscheinlich hätte Kohfeldt das Team bei weiteren Ausfällen lieber noch umgebaut, als den Schweden zu bringen. Es fehlt ganz offensichtlich das Vertrauen.

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Beijmo wirkte ängstlich bei Trainingsspielen von Werder 

Im Training war Beijmo zwar engagiert, aber für Bundesliga-Einsätze konnte er sich dort nicht empfehlen. Am Anfang hatte er vor allem mit dem hohen Tempo große Probleme. Das war es aus der schwedischen Liga ganz offensichtlich nicht gewohnt. Dazu kamen große taktische Probleme. Immer wieder gab ihm Kohfeldt Hilfestellungen. Zuletzt wirkte Beijmo immer ängstlicher, wählte bei den Trainingsspielen als Außenverteidiger lieber den Rückwärtsgang. Das passte so gar nicht zum Bremer Offensivspiel.

„Es besteht die Möglichkeit, dass wir bei Felix eine Lösung finden. Das Gespräch habe ich mit ihm schon geführt. Für ihn ist es jetzt sehr wichtig, Spielpraxis zu bekommen“, sagt Kohfeldt und denkt dabei an ein Leihgeschäft. Beijmo sieht das mit der Spielpraxis ähnlich, will sich aber noch nicht von Bremen verabschieden: „Wir werden sehen, was in diesem Sommer passiert. Ich denke immer noch, dass ich eine gute Zukunft habe.“

Werder-Profi Augustinsson springt Beijmo zur Seite

Daran glaubt auch Ludwig Augustinsson. Werders Linksverteidiger springt seinem Landsmann in dem Artikel des „Expressen“ zur Seite: „Ja, Felix hatte eine schwerere Saison. Viele Leute machen es sich aber zu leicht und sagen, er kann nichts. Aber ich sehe, welche Schritte er gemacht hat. Es hat noch niemand aus der schwedischen Liga in seinem ersten Jahr in der Bundesliga sofort gespielt.“ Augustinsson prophezeit seinem „kleinen Bruder“, wie er den vier Jahre jüngeren Teamkollegen nennt, eine rosige Zukunft: „Felix ist bereit, den nächsten Schritt zu machen und zu explodieren. Er ist ein angehender Nationalspieler.“

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Beijmos Vertrag mit Werder läuft noch drei Jahre. Einen Ersatz für seine Position im Kader hat Werder schon im Visier: den Spanier Alvaro Tejero (22), der von Real Madrid noch an den Zweitligisten Albacete Balompie ausgeliehen ist.

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