Serge Gnabry erzielte bei seinem Länderspiel-Debüt für Deutschland einen Dreierpack.
+
Serge Gnabry erzielte bei seinem Länderspiel-Debüt für Deutschland einen Dreierpack.

Werder-Sportchef Baumann schließt Winterverkauf aus

Der unverkäufliche Gnabry besucht den Papst

Rom/Bremen - Von Björn Knips. Werder-Star Serge Gnabry weckt mit seinem starken Länderspiel-Debüt Begehrlichkeiten. Im Winter ist er aber unverkäuflich, sagt Sportchef Frank Baumann.

Am Montagmorgen hat Serge Gnabry in Rom einen ganz speziellen Termin: Er darf zum Papst. Nicht alleine, sondern mit der Nationalmannschaft. Dadurch dürfte der Werder-Profi wieder etwas verschwinden aus den Schlagzeilen. Die hat er seit seinem Drei-Tore-Debüt in der WM-Quali gegen San Marino (8:0) beherrscht. Der 21-Jährige ist aktuell der absolute Shootingstar im deutschen Fußball – und damit ein ziemlich begehrter Spieler. Doch Werder-Sportchef Frank Baumann schließt einen Wintertransfer kategorisch aus: „Wir werden Serge nicht schon nach wenigen Monaten wieder abgeben – und er will auch gar nicht weg. Da bin ich mir ganz sicher.“

Baumann hat viel Vertrauen in Gnabry, und auch in Bundestrainer Joachim Löw. „Ich gehe davon aus, dass Serge gegen Italien spielen wird. Jogi will ihn sicher auch mal gegen einen stärkeren Gegner sehen“, glaubt Baumann. Gleichzeitig ist er überzeugt davon, dass Gnabry nicht im zweiten Spiel innerhalb von fünf Tagen verheizt wird. „Ich hatte Kontakt zum DFB. Die wissen, wie sie mit solchen Situationen umgehen müssen“, berichtet Baumann.

Außerdem ist zwischen dem Testspiel in Italien am Dienstag und der Bundesliga-Partie am Sonntag gegen Frankfurt jede Menge Zeit, um sich zu erholen – körperlich wie geistig. So ein ganz spezielles Nationalmannschaftsdebüt mit drei Toren muss ein junger Spieler auch erst einmal verarbeiten und für sich in die richtige Richtung lenken. Es besteht immer die Gefahr, dass die Nase nun weiter oben ist und der Trainingseinsatz etwas schwindet. „Da mache ich mir bei Serge aber überhaupt keine Sorgen“, behauptet Baumann: „Er ist absolut geerdet. Für ihn ist diese Geschichte eher ein Anreiz, noch härter an sich zu arbeiten.“

Baumann: "Am Ende zählt nur die Bundesliga"

Aussagen von Gnabry selbst bestätigen diesen Eindruck. Er sei zwar zufrieden mit seinem Debüt, aber der Gegner sei nun mal „nicht gerade Italien gewesen, deshalb sollte man nicht zu viel daraus machen“. Er weiß noch zu gut, dass es ganz schnell auch wieder anders laufen kann. Bei Arsenal war er vor drei Jahren auch ganz gut gestartet, dann stoppte ihn eine Verletzung – und er fand bei den Londonern nie wieder in die Spur.

Es kamen die Olympischen Spiele im Sommer in Rio. Der Wendepunkt in seiner Karriere. Sechs Tore, Silbermedaille und schließlich der Wechsel nach Bremen, plötzlich stand der gebürtige Stuttgarter wieder auf der Sonnenseite seines Sports. Und blieb dort. Doch auch seine fast immer guten Leistungen mit vier Toren in neun Spielen konnten nicht verhindern, dass Werder nur auf dem Relegationsplatz steht. Deswegen fällt es Baumann nicht so leicht, sich über den ersten Bremer Nationalspieler seit 2013 (Aron Hunt) mehr als nötig zu freuen: „Natürlich ist das für Serge, den Verein und die Stadt eine schöne Geschichte, aber am Ende zählt nur die Bundesliga.“

Noch etwas trübt ein bisschen die Freude. Die Frage, wie lange so ein Ausnahmekönner wie Gnabry in Bremen gehalten werden kann. Sein Vertrag läuft bis 2020, beinhaltet aber wohl eine Ausstiegsklausel, die nicht weit über der von Werder gezahlten Ablöse von fünf Millionen Euro liegen soll. Gnabry und Baumann sagen dazu nichts. Der Sportchef verrät aber, was zu tun ist, „Wir müssen uns in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren sportlich so interessant machen, dass ein Spieler wie Serge noch lange bei uns bliebt.“

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare